K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
SEITZ, GABRIELE: Vom Luftbild zum Museum. 15 Jahre Heitersheim
Informatik. Es gelang, den Lehrstuhlvertreter 7 für Algorithmen und Datenstrukturen fur die Erstellung einer virtuellen Rekonstruktion zu beiderseitigem Forschungsnutzen zu gewinnen. Über mehrere Semester verschrieben sich Informatik-Studierende dem am Rechner zu gestaltenden Wiederaufbau der römischen Palastvilla. Auf diesem Wege entstand zielgerichtet auf einen künftigen Einsatz im Heitersheimer Museum ein fünfminütiger Film, der die Informatiker forderte, ihre ganze Kunstfertigkeit einzusetzen, um einem Laienpublikum historische Lebensbilder - wissenschaftlich fundiert - ansprechend darzubieten. Der Lern- und Erkenntniszuwachs war bei beiden grundlegend verschiedenartigen Fakultätseinrichtungen nicht einseitig: die Informatiker erarbeiteten sich Einblicke in die Römerzeit (von der Größe der Glasscheiben bis hin zum antiken Baumbestand innerhalb der römischen Gartenanlage) und die Archäologen lernten medienspezifische Grundlagen. Bleibenden Nutzen hat die Öffentlichkeit, die diesen Film im Heitersheimer Römermuseum zu sehen bekommt sowie alle Internet-Surfer, die über die Homepage der Provinzialrömischen Archäologie bzw. der Stadt Heitersheim mittels Link auf die virtuelle Darstellung gelangen. Römermuseum „Villa urbana Heitersheim" Neben den klar umrissenen archäologischen Forschungszielen (Lokalisierung, Denkmalcharakter, Baugenese und Datierung) war vorgesehen, einen gattungsspezifischen Teil der Heitersheim Palastvilla sichtbar zu erhalten; ein Vorhaben, dass durch die jährlich sich steigernden Grabungsresultate auch zunehmend von der Heitersheimer Bevölkerung gefordert wurde. Die in der Öffentlichkeit geweckten Erwartungen begannen bald eine Eigendynamik zu entwickeln und auf eine wie immer geartete, museale Präsentation der römischen Ortsgeschichte zu zielen. Stadt und Universität machten sich den Plan zu eigen, am Standort der villa urbana ein ständig einsehbares „Fenster in die Vergangenheit" zu öffnen. Nach Beendigung der Erforschungsphase wurde daher ein umfassendes Konzept für einen ansprechenden Museumsbau mit Mehrzweckcharakter entwickelt, der bereits im Winter 1996 im Rohbau fertig gestellt wurde. Seit Frühjahr 1997 fanden dann „unter Dach" Flächengrabungen statt, da - mit Ausnahme einer schmalen Sondage - die archäologische Substanz innerhalb des Römermuseums noch nicht untersucht worden war. Nach fünf Grabungskampagnen war im Mai 2001 die Schutzbau-Innenfläche vollständig wissenschaftlich dokumentiert, so dass man ab dieser Zeit mit der musealen Einrichtung beginnen konnte. Die unter reger Publikumsteilnahme von Nah und Fern gefeierte Eröffnung des „Heitersheimer Römermuseums" fand am 17. Juni 2001 statt; am Ende der fünften Museumssaison (Oktober 2004) hatten bereits über 50.000 Gäste die „Villa urbana Heitersheim" besucht. 8