K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
SEITZ, GABRIELE: Vom Luftbild zum Museum. 15 Jahre Heitersheim
Museumskonzeption Grundlage der museumsdidaktischen Konzeption ist die Präsentation römischer Originalsubstanz. Die eigenwillige Grundrissform des modernen Schutzbaus ist das Resultat, diesem Anspruch auf Authentizität gerecht zu werden: es wurden zwei Bereiche unter einem Dach vereint, in denen sich Originales in anschaulichem Umfang erhalten hatte: Zugänglich ist der Keller im Villenhauptgebäude mit 54 Quadratmetern nutzbarer Innenfläche. Seine Wände sind teilweise noch mit farbigem Putz versehen, die großen Wandflächen sind ansprechend mit Nischen und Luftschächten gegliedert. Die Nachbildung - im Maßstab 1:1 - einer mit Sand gefüllten Amphorenbank dient heute am originalen Standort, dem archäologischen Laien antike Vorratshaltung von Wein, Öl und Fischsaucen zu veranschaulichen (Abb. 4). Femer birgt das Römermuseum die mit hydraulischen Mörtelschichten abgedichtete Fundamentierung eines 18 m langen und 4,50 m breiten Zierwasserbeckens: das charakteristisch mediterran-italische Bau-Element dieses im rechtsrheinischen Obergermanien außergewöhnlichen Villengebäudes (Abb. 5). Neben der beeindruckenden Länge des an seinen beiden Schmalseiten mit halbrunden Apsiden gestalteten Bassins ist es ein ständig sprudelnder Brunnen, der das Museum akustisch belebt. Das Leben spendende Wasser, das in antiker Zeit in dieser Zurschaustellung zugleich Reichtum und Überfluss symbolisierte, bildet einen gelungenen Anziehungspunkt für die Besucher (Abb. 6). Die Verweildauer der Gäste an diesem Wasserspiel bestätigt die konzeptionelle Überlegung, neben optischen Wahrnehmungen auch mit hörbaren Reizen den Museumsraum zu bespielen. Motiv für die neu gestaltete Brunnenskulptur, ein Delphin reitender Amor, war ein Originalfund aus der Villa - eine kleine Silberfibel mit NielloEinlagen. Die räumliche Einordnung der im heutigen Römermuseum erhaltenen Originalsubstanz in den Gesamtgrundriss des ehemals 5,5 ha großen, ummauerten Villenareals gestattet ein Modell (Abb. 7). Die im Maßstab 1:87 mit Szenen des täglichen Villenlebens (Rückkehr einer Jagdgesellschaft, Anlieferung von Waren, spielende Kinder etc.) angereicherte Nachbildung bietet einen willkommenen Themen-Einstieg. Das am Eingang aufgestellte Modell bildet einen interessanten Blickfang, der die Betrachter - aller Altersstufen - anlockt und unmerklich in seinen Bann zieht. Basierend auf menschlicher Neugier setzt Wissbegierde ein: ein Effekt, der zum Museumsbesuch verfuhrt und in einem angenehmen Lemprozess gipfelt. Römermuseum - Erlebnis- und Begegnungsstätte Das Römermuseum bildet einen imposanten, von Glas- und Stahlkonstruktionen beherrschten Schutzbau, der einer „Großvitrine" gleicht: Von allen Seiten können Wissbegierige - auch außerhalb der Öffnungszeiten - Einblick nehmen auf das im Boden bewahrt gebliebene römische Erbe. Dieses Bauwerk (Abb. 5) erzielt in einem Kontrast zwischen Antike und Postmoderne eine beachtenswerte Harmonie. Die Wahrnehmung des