K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

SEITZ, GABRIELE: Vom Luftbild zum Museum. 15 Jahre Heitersheim

dass andere städtische Projekte - wie beispielsweise der Bau eines Kindergartens - nicht zurückstehen durften. Daher musste die Finanzierung langfristig über Sonderveranstaltungen erbracht werden. Um effiziente und von einer großen Öffentlichkeit getragene Geldeinnahmen zu erschließen, galt es von bereits erfolgreich betriebenen Archäologie-Unternehmen zu lemen. Vielfältige Anregungen bezog Heitersheim von Baláca, worauf an dieser Stelle dankend hingewiesen sei. 5 Das Bier von Baláca stand Pate für die Sonderabfüllungen des Heitersheimer VINUM ROMANUM! Anfangs in loser Folge zu besonderen Anlässen von verschiedenen lokalen Winzern herausgegeben, wechselten die Weinsorten und deren Werbeträger. Das erste Flaschenetikett zeigte ein Stimmungsbild eines Villenhauptgebäudes gerahmt vom Münzportrait Vespasians; der römische Kaiser, in dessen Regierungszeit die Gründung der Heitersheimer Villa vermutet wurde. Bereits die nachfolgende Weinedition setzte die ersten Grabungsresultate ins Bild: eine Rekonstruktion der römischen Palastvilla mit Abbildung eines originalen Fundstückes: einer Münze eines frührömischen Regenten. Die von Grabung zu Grabung sich vergrößernden Informationen wurden mittels von Sonderabfüllungen in genussreicher und dekorativer Form unter die Bevölkerung gebracht. Die Ortsansässigen verfügten damit über einen regelrechten „Verkaufsschlager", der ein besonderes Geschenk zu erschwinglichem Preis repräsentierte und zugleich der wissenschaftlichen Erforschung ihrer Heimatgemeinde zugute kam. Zur erfolgreichen Verwirklichung dieses kulturellen Vorhabens konnte ein jeder - im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten - beitragen. Da die „archäologischen" Sonderabfüllungen stets umgehend erschöpft waren, entschloss sich ein örtliches Weingut seit 1999 eine neue „Römer-Sorte" in ihr Sortiment aufzunehmen. Ein roter Gutedel, benannt nach dem vermutlich ältesten Villenbesitzer, FONTUS, bereichert seitdem das einheimische Wein-Repertoire (Abb. 2). Der Werdegang dieses erweiterten Angebotes entspricht den Gesetzmäßigkeiten florierender Marktwirtschaft: aus einer kommunalen Initiative hervorgegangen, entwickelte sich ein dauerhaftes Sponsoring seitens eines privaten Wirtschaftsuntemehmens; ein festgesetzter Gewinnanteil aus dem Weinverkauf fließt direkt in den Unterhalt der „Villa urbana Heitersheim". Mit dem Versand dieses Weines, der jährliche Steigerungsraten verzeichnet, finden die Archäologie-Ergebnisse eine stete und überregionale Verbreitung. Die Adressaten dieser mit jeder Flasche verbundenen Informationen bilden eine weit verbreitete und heterogene Abnehmergruppe, die von sich aus wohl kaum die Heitersheimer Archäologie-Forschung wahrgenommen hätte. Inzwischen ist ein zweites Weingut diesem Beispiel gefolgt, das seinen Spitzen-Rotwein unter der Bezeichnung „Villa urbana" vertreibt. Benefiz-Konzerte und begehrte Musikträger Von unschätzbarem Wert für die Finanzierung des Archäologie-Projektes erwiesen sich Benefiz-Konzerte, die vor Ort in Heitersheim vom SWF-Sinfonieorchester Baden­Baden und Freiburg veranstaltet wurden. Austragungsorte waren 1991, 1994 und 1998

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