K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai

die Fundumstände oder wegen der Gründungszeit der Kastelle, in denen sie zutage gefördert wurden, in die Mitte oder in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts datieren lassen. Folgt aber daraus, dass ähnliche Stücke, die ohne aufschlussreiche Beifunde, ohne stratigraphische Anhaltspunkte oder ohne Kenntnis des Terminus post quem des Fundkomplexes dank anderer Quellen bei weitem nicht so genau zu datieren sind wie z. B. Terra-sigillata-Gefässe, nicht schon früher als die erwähnten Exemplare angefertigt werden konnten? Gewiss massieren sich ähnliche Funde wie die herz-, die pelta- oder die dreiwirbelförmigen Bronzebeschläge aus dem Pferdebustum von Baláca in den nördlichen Provinzen des Reiches, wo sie systema­tisch untersucht wurden, seit der Mitte des 2. Jahrhunderts und insbesondere im 3. Jahrhundert." Das liegt aber zumindest z. T. daran, dass die einschlägigen Funde zumeist aus Grabungen in Kastellen stammen, die im 2. und 3. Jahrhundert bestanden, und auch daran, dass die Reste älterer Stücke damals offenbar häufig eingeschmolzen wurden, um Material für die Herstellung neuer Exemplare zu gewinnen." 10 Deshalb kann es uns kaum verwundern, dass diese Utensilien aus früheren Zeiten nicht so reichlich wie aus späteren Epochen vertreten sind. Allerdings sind uns herzblattförmige Bronzeanhänger vom Pferdegeschirr aus Britannien, dem römischen Germanien, Rätien und selbst aus dem pannonischen Carnuntum bereits im 1. Jahrhundert, aus dem obermösischen Singidunum im 1. Jahrhundert oder zu Beginn des 2. Jahrhunderts bekannt. 101 Das Peltamotiv erscheint auf solchen Anhängern nicht nur in obergermanischen und pannonischen Fundorten, darunter in Carnuntum und Siscia im gleichen Zeitraum, sondern schon im augusteischen Lager von Haltern jenseits des Rheins. 102 Die Formgestaltung der dreiwirbelförmigen Beschläge geht auf ein keltisches Motiv zurück, das auf Fibeln von der Latène-Zeit bis in die römische Kaiserzeit vorkommt. Zudem ist nicht gesagt, dass die beiden Büsten, die unter dem Tumulus von Baláca gefunden wurden, unbedingt in eine erheblich frühere Zeit als das Hügelgrab gehören müssen. 103 Sie wurden etwa 5 m westlich von der Grabkammer gefunden; sie liegen 1,6 m voneinander entfernt in einer Linie hintereinander, und ihre Orientierung entspricht fast genau derjenigen der Grabkammer. 104 Sie könnten etwa die Bestattungen von Lieblingstieren des Bauherrn oder Opfer sein, die unmittelbar vor dem Beginn der Konstruktion des Tumulus vorgenommen wurden. Sollten sie jedoch, wie Palágyi meint, als Beigaben für ein Grab in einem früheren sepulkralen Areal ge­dient haben, das anlässlich der Errichtung des Tumulus - infolge eines Wechsels der Besitzer des Geländes zusammen mit der Villa von Baláca - zerstört wurde, so können sie noch immer in eine kaum viel frühere Zeit als der Tumulus gehören. Allerdings würde die absichtliche Zerstörung früherer Bestattungen dem Pietätsdenken der Römer in der Hohen Kaiserzeit eindeutig widersprechen. Jedenfalls bieten weder die Profile der Grabaltäre noch die Reste des Pferdegeschirrs aus dem Pferdebustum von Baláca zwingende Anhaltspunkte, die Errichtung des Hügelgrabes und damit auch die frühesten Inschriften des Tumulus fast ein Jahrhundert später zu datieren, als die erörterten Merkmale der Inschriften dies vorgeben, d. h. um die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert oder spätestens am Anfang des 2. Jahrhunderts. Unter allen einander scheinbar widersprechenden

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