K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai

Datierungskriterien sind m. E. allein die epigraphischen Merkmale, d. h. die Namengebungsform mit der Filiation, das frühe, einfache Formular der Texte ohne die später üblichen Formeln und die Paläographie der sehr regelmäßig sowie gänz­lich ohne Ligaturen gemeißelten Inschriften maßgebend. Man sollte sich bei der Datierung des Tumulus und seiner Inschriften vor allem nach diesen Kriterien richten. Die Bestimmung der Dauer der Benutzung des Tumulus für Bestattungen und somit auch die genauere Datierung der einzelnen Inschriften hängen davon ab, wie wir uns die Genealogie der Familie vorstellen können. Der von Fitz entworfene Stammbaum 105 ist schon infolge der von ihm vorgenommenen unzutreffenden Ergänzung der Inschriften unbrauchbar. Leider erlauben uns der äußerst fragmentarische Befund an Namen und der Mangel an chronologischen Daten nicht, einen verifizierbaren Stammbaum zu entwerfen. Wenn überhaupt, dann ist höchstens eine recht hypotheti­sche Kombination möglich, die uns zumindest die Kalkulation erlaubt, wie viele Generationen sich im Tumulus bestatten ließen. Die Grundlage für diese Kalkulation bieten einerseits die - allerdings ebenfalls nicht exakt zu bestimmende - Zahl der in den Inschriften genannten Personen, andererseits die zwischen einzelnen Personen vorhandenen bzw. anzunehmenden verwandtschaftlichen Beziehungen. Enkelkinder etwa, die an der Dedikation der Grabaltäre für ihre Großeltern beteiligt waren, kön­nen frühestens der dritten Generation angehören. Im folgenden werden die einzelnen in den Inschriften erwähnten Personen - ein­schließlich derjenigen, deren Existenz beim Erhaltungszustand des epigraphischen Materials nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorausgesetzt werden kann - in der Reihenfolge aufgezählt, in der sie sich in eine hypothetische Chronologie bzw. in einen hypothetischen Stammbaum wohl am ehesten einordnen lassen. Die Mitglieder der vorauszusetzenden einzelnen Generationen werden durch eine Linie voneinander getrennt; die Personen, die sich nicht in die hypothetische Genealogie einordnen lassen, werden am Schluss angeführt: [1] Ti. Qlaudius Ti. f. V]icto[rinus] oder vielleicht [V]icto[r], Empfänger des Altars II, anscheinend - zusammen mit seiner Frau [2] und seiner Tochter [6] - Dedikant des Altars VII für seinen Sohn [3]. [2] Vale[ria - f. Ho]no[rata] (?), Empfängerin des Altars IX, anscheinend - zusam­men mit ihrem Mann [1] und ihrer Tochter [6] - Dedikantin des Altars VII für ihren Sohn [3]. [3] [Ti. Claudius Ti. f. —], Empfänger des Altars VII, dediziert anscheinend von seinem Vater [1], seiner Mutter [2] und seiner Schwester [6]. [4] [Ti. Claudius Ti. f.] Apriflis], Empfänger des Altars I, vielleicht Mitglied des Ritterstandes, Dekurio (?) von Savaria und Inhaber aller Ämter im Municipium Carnuntum, möglicherweise Sohn von [1] und [2], vielleicht Vater des Ti. [Claudius Ti. f.] T[— ] [7]. Er könnte der erste Dedikant des Altars II für seinen Vater sein.

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