K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai

ihres Mannes hätte einen guten Sinn. Angesichts ähnlich konzipierter Grabinschriften wäre es eine der denkbaren Möglichkeiten, dass Mann und Frau am Anfang der Inschrift als diejenigen genannt wurden, die das Grabdenkmal noch zu ihren Lebzeiten errichten ließen. 66 Die übrigen Fragmente mit ihren rund 8,5 cm hohen Buchstaben müssen zu den unteren Zeilen der Inschrift gehört haben. Der Rest DE könnte ein Teil des abgekürzten Rangtitels dec(urio) sein, der in zwei Altarinschriften wiederherzustellen ist (I und III, vgl. noch das Fragment G 28). Freilich könnte Ti. Claudius Ti. f. Victorinus ebenfalls decurio einer Stadt, etwa Savaria oder Carnuntum, gewesen sein, doch kann sich dieser hier hypothetisch ergänzte Rangtitel, falls im Text unmittelbar zuvor der Name der Frau des Victorinus stand, nicht auf diesen Mann beziehen. Eine denkbare Möglichkeit wäre, dass in der Inschrift an dritter Stelle kein anderer als Ti. Claudius Ti. f. Április, möglicherweise ein Sohn des Victorinus, mit seinen uns bekann­ten Rangtiteln angeführt wurde. Genannt worden sein kann danach die Frau des Április, und zwar, wie ihr Mann, im Dativ; der Rest E° auf dem Fragment T 5 könnte in der Tat am ehesten zur Endung eines Frauennamens auf -ae gehören. 67 Möglicherweise wurden in der Inschrift auch noch weitere Familienmitglieder, beispielsweise andere, noch junge oder jung verstorbene Söhne der Dedikanten, erwähnt. Da die Stifter das Grabdenkmal anscheinend für mehrere Generationen der Familie als Begräbnisstätte vorgesehen haben, kann am Schluss noch die Formel po­sterisque eorum gestanden haben. Das Fragment T 6, auf dem möglicherweise die Buchstabengruppe QY zu lesen ist, ließe sich u. a. so einordnen, dass die erwähnten Buchstaben als Teile des Wortes posterisque erscheinen. 68 Sollten diese Überlegungen zutreffen, dann hätte die Inschrift des Tumulus mit den Namen des [TL Clau]d[ius TL f. Victor]in[us] und seiner Frau [Vale]ri[a —J begonnen, die das Grabdenkmal errichten ließen. Anschließend kann der Text den Hinweis darauf enthalten haben, dass der Tumulus auch den Nachkommen dieses Ehepaares als Grabstätte dienen sollte, nämlich dem Sohn des Victorinus, [TL Claudio TL f. Aprili], dessen Rangtitel, darunter de[c. col. Cl. Savariae], dann ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollten, sowie seiner Frau, [—ia]e [-f. —ae], außerdem vielleicht weiteren Söhnen und den Enkelkindern des Victorinus und seiner Frau. Am Schluss kann die in solchen Fällen übliche Formel [posteris]qu[e eorum] das Recht späterer Nachkommen bekräftigt haben, sich ebenfalls in diesem Hügelgrab bestatten zu lassen. Wie sich der Aufbau einer solchen Inschrift in zeichnerischer Form rekonstru­ieren ließe, zeigt Abb. 74. 69 Es muss jedoch mit aller Deutlichkeit betont werden: Die hier präsentierte Rekonstruktion ist nichts anderes als eine Möglichkeit, die zeigen soll, wie der Text aufgebaut gewesen sein kann. Damit ist nichts mehr erwiesen als soviel, dass die von vornherein kaum plausible Wiederherstellung einer Widmung an Gottheiten, die von Fitz vorgeschlagen wurde, alles andere als zwingend ist und dass wir durchaus mit einer Grabinschrift rechnen können, in der Mitglieder der uns durch die Altarinschriften bekannten Familie genannt wurden. Klar sein dürfte allerdings auch die Tatsache, dass die Widmungsinschrift des Tumulus nicht aus lediglich zwei Zeilen bestand und nicht nur ungefähr 120 cm lang war wie nach Fitz. Die höhere Zahl der Zeilen geht schon aus der Existenz von Zeilen

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