K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)
NAGY, MIHÁLY: Ethnische Komponenten der pannonischen Hügelbestattungen - A pannóniai halmos temetkezések etnikai elemei
MIHÁLY NAGY ETHNISCHE KOMPONENTEN DER PANNONISCHEN HÜGELBESTATTUNGEN Unter den Bestattungen der römischen Provinzen erscheinen manchmal solche, in denen man ungewöhnliche, für die Mehrheit der Provinzbevölkerung nicht charakteristische Beigaben findet. Man betrachtet während der ganzen Römerzeit, die Beilegung von Waffen und von anderen Ausrüstungsteilen ins Grab als eine, von den herkömmlichen provinzialrömischen Bestattungssitten fremde Ritenelement. 1 Wir finden Waffenbeigaben sowohl in den Hügelbestattungen wie auch in den flachen Gräberfeldern, in Brand- und später auch in Skelettgräbern. Die archäologische Forschung neigt traditionell dazu, diese Gräber mit Waffenbeigaben, den Gruppen von barbarischer Herkunft zuzuschreiben. 2 Was unsere Thema, die pannonischen Hügelgräber anbelangt, wurden die frühesten römerzeitlichen Waffengräber westlich und nördlich der Neusiedlersee gefunden. Aufgrund der Studien von Otto-H. Urban kennen wir, daß einige dieser Brandgräber Schwerter, Schilde, Lanzenspitze, Sporen und auch Tongefässe enthielten, die in den „markomannisch/quadisch besiedelten, norddanubischen Raum" 3 heimisch sind. Aufgrund der Kombination von Waffen, und den typischen germanischen Beigaben, ferner germanischen Namen die auf die unweit von der Hügelgräber gefundenen Grabstelen vorkommen, Otto-H. Urban einleuchtend beweist, daß in diesen Gräbern Germanen bestattet wurden und schreibt ausnahmslos in diesem Gebiet alle Brandgräber mit Waffenbeigaben aus der claudisch/frühflavischen Zeit, den Gruppen zu, die in der Gefolgschaft von Vannius 50 n.Chr. in Pannonién sich niederließen. 4 Urban hebt hervor, daß die germanischen „Gräber in keinem geschlossenen Verbreitungsgebiet vorkommen... sondern... im Gegenteil, die meisten dieser Gräber innerhalb römischer Friedhöfe liegen. Von einem geschlossenen germanischen Siedlungsraum kann daher in keiner Weise gesprochen werden..." „Diese... Gruppe... erhielt eher kein eigenes, in sich geschlossenes Stammesgebiet... von den Römern zugewiesen... sondern dürfte verstreut angesiedelt worden sein. ' ' 5 Die Brandhügelgräber mit Waffenbeigaben von Kemenesszentpéter-Pagony I, 6 Inota 1. und 2. 7 liegen im inneren der Provinz, im heutigen Komitat Veszprém. Alle drei Gräber wurden von Frau Sylvia Palágyi freigelegt und auf die Regierungszeit von Traian, eventuell auf den Beginn der Zeit des Hadrians datiert. Wegen seinen Waffenbeigaben auch das Doppelskelettgrab von Kálóz im Komitat Fejér, das István Bona ursprünglich auf 166/167 n.Chr., 8 neuerlich aber zu Ende des ersten Jahrhunderts und auf die erste Hälfte des zweiten datierte, 9 scheint auch zu diese Gruppe zugehören. Nach der Vermutung der Freileger der Brandgräber von Vinár-Cseralja, mit Schwertern, Lanzenspitzen, Schilden, Sporen und reichen Bronzegefäßbeigaben vom Beginn des 2. Jahrhunderts, ebenfalls im Komitat Veszprém, könnten ursprünglich auch diese Gräber mit kleinen Hügeln bedeckt worden sein, aber zur Zeit der Freilegung wurde die Oberfläche des Gräberfeldes geebnet. 10 In seiner Dissertation erwähnt Frau Sylvia Palágyi unter den Fundorten der Hügelgräber mit Waffenbeigaben Alsószentiván im Komitat Fejér, wo eine Lanzenspitze; Tengőd-Csehipuszta im Komitat Somogy, wo mehrere Pilumspitzen und Sporen in mehreren Brandgäber unter Hügeln gefunden worden; und Sárvár im Komitat Vas, wo eine Lanzenspitze vorkam. 11