K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)
NAGY, MIHÁLY: Ethnische Komponenten der pannonischen Hügelbestattungen - A pannóniai halmos temetkezések etnikai elemei
Ich soll hier auch zwei teils verlorengegangene Funde erwähnen. Einer davon, der „neben dem Kalvarienberg" von Szil im Komitat Somogy ans Tageslicht kam und ursprünglich ein 36 cm lange eiserne Lanzenspitze, einen eisernen Ringknaufschwert und Pferdegeschirrzierden enthielt. Mihály Párducz datierte dieses Grab zu Ende des 2. Jahrhunderts, und meinte: „Vielleicht müssen wir in dem Reitergrab von Szil... einen Beweis für die von Seiten der Sarmaten drohende Gefahr erblicken", ferner behauptete er: „die Beigaben des Grabes... weisen mit Eindeutigkeit daraufhin, dass hier ein Krieger bestattet wurde". 12 Der andere Fund stammt aus Törökbálint, und enthielt unter anderen zwei zusammengefaltete eiserne Lanzenspitzen und zwei eiserne Sporen. 13 In dieser Hinsicht sollen auch die drei Tumuli von Tevel-Csurgöpuszta im Komitat Tolna erwähnt werden, wo Mór Wosinsky im Brandhügelgrab Nummer 2, aus den 2.-3. nachchristlichen Jahrhunderten, im Jahre 1892 unter anderen Gegenständen ein eisernes Pferdetrense fand. 14 Als früher erwähnt wurde, betrachtet die archäologische Forschung die Waffenbeigaben in den provinzialrömischen Gräber oft als barbarische Elemente, nachdem diese in den Provinzen verhältnismäßig selten vorkommen, und man die besten Analogien zu den Waffengräbern in den durch Barbaren besiedelten Gebieten finden kann. In seiner Abhandlung über die Waffenkombinationen in germanischen Gräbern auf barbarischen Gebieten, bezieht sich Heinz Schirnig, 15 die wichtige Rolle der Waffen im Leben der Krieger betonend, auf die Germania des Tacitus, wo im 13. Kapitel berichtet wird, daß „der waffenfähige junge Mann auf dem Thing von einem Fürsten, dem Vater oder einem anderen Verwandten Schild und Lanze erhält." Im Kapitel 43 schreibt Tacitus, daß „bei der Heirat bringt der Mann Schild, Lanze und Schwert mit in die Ehe", und vom Kapitel 27 kennen wir, daß „Nach dem Tode werden jedem Germanen seine Waffen mitgegeben." Schirnig behauptet ferner, daß das Fehlen von Waffen als Beigaben damit zu erklären ist, „daß diese einem großen Teil der Krieger zwar als Besitz, nicht aber als Eigentum zur Verfügung gestanden hätten und somit in den Gräbern fehlten." 16 Einige Waffenstücke wie z.B. der Schild könnten völlig aus organischem Material bestehen und demzufolge solche Stücke aus der archäologischen Nachlassenschaft fehlen. 1955 erblickte auch István Bona im Fund von Kálóz die Nachlassenschaft eines langobardischen und eines quadisch-dakischen Kriegers, die während der Markomannenkriege in Pannonién gestorben und bestattet waren, als er die Waffenstücke des Fundes mit Analogien aus der Freien Germanien vergleicht hatte. Später, im 1978, im Kenntnis der Funde aus der Hügelgräber von Inota, revidierte er seinen Standpunkt, und behauptete, daß die Waffen von Kálóz und Inota von keltisch-römischer Ursprung sind: die Formen sind spätkeltisch, während ihre technische Ausführung römisch ist. Diese Waffen wurden für die Mitglieder der eingeborenen begüterten Aristokratie verfertigt, die diese als ihre Eigentum auch ins Grab mit sich gebracht haben. Er bestätigt über diese Waffen, daß „Offensichtlich sind sie älter als die Eisennachahmungen derselben Waffentypen auf freiem germanischen Boden, auch können sie als älter betrachtet werden wie die weit nach Norden gelangten ursprünglich keltisch-römischen Waffen" 17 und so veränderte er die Datierung der Grabbeigaben von der Jahre 166/167 n. Chr. zu das Ende des ersten bis auf die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts. Die Revision von István Bona wurde seitens der archäologischen Forschung akzeptiert, aber einige Fragen blieben unbeantwortet. Z.B. die Beilegung der Waffen ins Grab kommt in Pannonién selten vor. Als eine Grabsitte der Eingeborenen, sollte es öfters vorkommen. Nach der Zusammenstellung von Otto-H. Urban enthielten die einheimisch-boische Gräber in Nordwestpannonien keine Waffen. 18 Auch im reichen Grab von Szőlősgyörök, im Komitat Somogy, in dem ein Mitglied der eingeborenen Aristokratie bestattet wurde um das Ende