K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

struiert wurden. Dieser Fall liegt kein einziges Mal vor (s. 2.2). Da außer der Marmortafel (s. II. 1) keine Weih- oder in anderer Weise inhaltlich abweichende Inschrift bekannt wurde, ist die Sonderrolle der Altäre V und VI durch die Inschriften nicht zu erklären. 1.8 Rekonstruktion des Profils VII (Taf. 7,14) Von dem Profil VII wurden nur vier Fragmente gefunden, davon waren drei Eckfragmen­te. Es handelt sich um ein bekrönendes Profil mit einer 5 cm hohen geraden Leiste mit abge­rundeten Kanten, auf die oben und unten schmälere, bis zu 2,5 cm zurückspringende Leisten folgen. Oben und unten ist nicht zu entscheiden. Es fällt jedoch auf, daß bei dem Fragment 476 (Taf. 7) auf die Torusleiste zwei schmale Leisten folgen. Die erste davon ist 1,5 cm hoch und springt 1 bis 1,3 cm bis zum Ansatz des folgenden Profils zurück. Die entspre­chende gerade Leiste auf der anderen Seite des Torus ist ebenfalls 1,5 cm hoch, springt aber mindestens 2 cm zurück, ohne daß ein Ansatz eines folgenden Profils erkennbar wäre. Diese weiter einspringende Seite ist noch besser an den Fragmenten 778 (Taf. 7) und 802 bzw. 810 (Taf. 14) erhalten, von denen jedoch keine Fortsetzung der Profilfolge nach oben und unten hergeleitet werden kann, da zu beiden Seiten der Torusleiste nur ein Profil erhalten ist. Hier ist der breitere Rücksprung einer geraden Leiste bis zu 2,5 cm erhalten, auf die Fortsetzung der Profilierung gibt es keinen Hinweis. Aus dieser Beobachtung geht zunächst nur hervor, daß das Profil VII nicht symmetrisch aufgebaut ist. Dies war auch nicht zu erwarten, da der Zweck jeder Profilierung in der Über­leitung von einem Bauglied zu einem anderen oder in der Kennzeichnung eines Randbereiches besteht. Ein Abschlußgesims springt vor und endet mit einer Rand- oder Stirnleiste, ein Zwi­schengesims springt vor und wieder zurück. Letzteres scheint bei dem Profil VU zuzutreffen. Nun bleibt aber die Frage nach der Zuweisung des Profils noch offen. Da nur so wenige Fragmente erhalten sind, kann es sich nur um ein, maximal zwei Objekte handeln. Auffällig ist, daß die Breite der Torusleiste bei dem Fragment 476 nur 5 cm beträgt, bei allen anderen 6 bis 6,5 cm. Eine solche Arbeitsungenauigkeit an einem Objekt kann angesichts der sonst sehr hohen Präzision fast ausgeschlossen werden, daher rührt der Hinweis auf zwei Objekte. Wie erwähnt, ist zu den Altären V und VI kein Aufsatz erhalten. Aus den beschriebenen Fragmenten kann nur der kubische Schaft rekonstruiert werden. Es ist aber mit Sicherheit anzunehmen, daß ein Sockel- sowie auch ein Kronprofil aus separat angefertigten Platten existierte. Vielleicht liegen mit den Fragmenten des Profils VII Teile dieser zwei Kronprofi­le vor. Als oben wäre dann die Seite mit dem größeren Rücksprung der Leisten zu bezeich­nen, auf den eine Form des Aufsatzes folgte. Bei stadtrömischen Grabaltären wurde gelegentlich das Kronprofil mit dem Aufsatz sepa­rat gearbeitet, da diese Platte dazu diente, die in den Schaft eingetiefte Aschenhöhlung zu verschließen. 23 Die Grabaltäre des Tumulus besaßen diese unmittelbare sepulchrale Funk­tion nicht mehr, da die Bestattungen in der Grabkammer des Tumulus vorgenommen wur­den. Eine solche Konfiguration eines Altar-oder Sockelschaftes mit einer eigenen Gesims­platte wäre also nur dann sinnvoll, wenn darauf ein weiteres Objekt folgte. Im Zusammen­hang mit den beiden Porträtmedaillons, die beim Tumulus von Baláca gefunden wurden, 24 wäre es möglich, trotz der bekannten Problematik und unsicheren Quellenlage an ein Denk­mal wie den Altarsockel mit Rundmedaillon von Camporosso zu denken. 25 Der Altarsockel besitzt dort weder Fuß- noch Kronprofil, aber drei mit lesbischem Kymata gerahmte Seiten. Auf der Stirnplatte folgt ein Aufsatz mit verkümmerten Polstern, deren Ausformung eine Verschiebung der Form- und Bedeutungsakzente ablesen läßt. Hier wäre es allerdings im­merhin möglich, daß der Altarschaft als Aschenbehälter fungierte und von der Platte des Kranzgesimses abgeschlossen wurde. Der Altar der Avilia Leda schien neben einem weite -

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