K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

Die Fragmente 220 und 887 (Taf. 6, 14) geben Teile von zwei im rechten Winkel zuein­ander stehenden Bildfeldern und eine dritte glatte Fläche wieder, die wieder im rechten Winkel zu den Bildfeldern steht. Da die geraden Randleisten verschieden breit sind (5 bzw. 6 cm), waren die beiden Seiten nicht gleichwertig. Tatsächlich stießen bei der angenomme­nen Komposition vermutlich unterschiedliche B ildinhal te aneinander. Auch die Fragmente 221 und 605 (Taf. 6) geben Ecken der Rahmenleiste und des Kymas wieder, sind jedoch so klein, daß der Rand der Nachbarfelder fehlt. Auf dem Fragment 221 ist der Rand der gera­den Rahmenleiste mit einer Rißlinie markiert. Die Innenecke des Kymas ist erhalten, die weiche Höhlung des Profils tritt hier besonders deutlich hervor. Bei einfacheren Altären wird das lesbische Kyma häufig als einzige Ornamentleiste ne­ben den geraden Leisten verwendet. 20 Während die Kymata an Kranz- und Fußprofilen der Altäre die konvexe Welle dem Schaft zuwenden und zur Kopf- bzw. Fußleiste hin auslau­fen, setzen sie bei Rahmenprofilen wie auch bei den Altären V und VI umgekehrt mit der Welle an der Rahmenleiste an. In der Funktion als Rahmenleiste tritt das lesbische Kyma sehr häufig auf, so zeigen etwa 90% der Inschriften von Savaria ein solches vermittelndes Rahmenprofil. 21 Der Schaft des Altars V wurde also an zwei oder drei Seiten von Bildfeldern eingenom­men, die von Rahmenleisten und - profilen umgeben waren. In den Feldern sind an den Sei­tenflächen Reliefdarstellungen und in der Mitte eine Inschrift anzunehmen. Diese Altäre waren möglicherweise frei aufgestellt und an allen Seiten gestaltet. 1.7Rekonstruktion des Altars VI (Taf. 6,14) Dem Altar VI liegt die gleiche formalen Vorstellung zugrunde, jedoch ist der Ausdruck ganz unterschiedlich. Die Fragmente 795 (Taf. 6, 14) und 813 (Taf. 14) geben den Profilauf­bau wieder. Die Rahmenleiste ist breiter (7 bis 7,5 cm). Wieder folgt nach einer V-förmigen Kehle ein 6 cm breites lesbisches Kyma; seine konvexe Krümmung ähnelt einem Rundstab, die konkave Kurve fehlt und ist zu einer geraden Leiste umgebildet. Die Schwingung des Kymas ist linearisiert, der ganze Schmuckstab geometrisiert und erstarrt. Es ist offensicht­lich, daß zwischen den beiden sonst sehr ähnlichen Objekten ein zeitlicher Unterschied lie­gen muß. 2 Daß auch in diesem Fall ein freiplastisches Objekt und nicht etwa das Rahmenprofil einer Inschrifttafel vorliegt, beweist das Fragment 847 (Taf. 6). Auf zwei im rechten Winkel zu­einander stehenden Seiten ist die gerade Randleiste und ein Teil des Rundstabs bzw. der konvexen Krümmung des lesbischen Kymas erhalten. Auch hier muß es sich um einen Altar mit drei oder vier gerahmten Seitenflächen handeln. Das lesbische Kyma kommt am Tumulus außer an den beiden beschriebenen Objekten nur noch an der Inschrifttafel aus Marmor vor, die über dem Dromoseingang in den Tam­bour eingefügt war. Auch dieses Profil ist etwa gleich breit (6,5 cm). Die Marmorinschrift war ca. 1,50 m lang und mußte in der erhöhten Position gut zur Wirkung kommen. Die Di­mension beider Kymata ist daher relativ groß. Hervorzuheben ist weiter, daß der Altar VI auf den Altar V formal Bezug nimmt. Es dürf­te hier ein ähnlicher Fall von Anpassung an eine vorgegebene Formvorstellung vorliegen, wie bei den Altären I bis IV, die zwar vermutlich später entstand und sich nur auf diese zwei Objekte beschränkte, im Prinzip aber das gleiche Phänomen der pietätvollen Formnachah­mung zeigt. Bei der Aufstellung von VI mußte man jedenfalls Rücksicht auf V nehmen, der gemeinsame Standort also eine paarweise Aufstellung erlauben. Von den nach den Inschriften rekonstruierten Grabaltären könnten mit den Objekten V und VI nur solche Stücke identifiziert werden, die aus Inschriften ohne Profilreste rekon-

Next

/
Oldalképek
Tartalom