K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

verstroben waren. An anderen Orten, wo eine größere Anzahl von Altarfragmenten zum Vorschein gekommen ist - wie z. B. auf dem Pfaffenberg bei Carnuntum 6 konnte eine der­artige formale Bindung dagegen nicht beobachtet werden. Allerdings bestanden wohl weder unter den Weihenden engere Kontakte, noch erforderte der weitverbreitete Kult des Jupiter Optimus Maximus 7 die Beachtung von formalen Richtlinien. An einem öffentlichen Kult­platz war also kein Anlaß für eine einheitliche Formgebung der Altäre gegeben; gleichartige Profile würden eine gleichzeitige Weihung der Objekte bedeuten, unterschiedliche Höhen von Einzelleisten mit unbeabsichtigten Maßschwankungen zu erklären sein. Beim Tumulus von Baláca liegt jedoch eine andere Situation vor. Die Verstorbenen und die Weihenden ge­hörten zu einer einzigen Familie, die Grabaltäre zu einem einzigartigen Grabdenkmal. In­nerhalb dieser engen Bindungen ist auch die Beachtung einer Formtradition zu verstehen. 1.1 Rekonstruktion des Altartyps 1 (Taf. 1,13) Die Profilabfolge I konnte aus den Fragmenten 374-376, 385 und 398 zusammengesetzt werden. Sie ergeben eine Seitenfläche eines Altars mit Aufsatzsockel und Polsterrest, der vollständigen oberen Sequenz des Kronprofils und und einem Teil der unteren Sequenz bis zur halben Hohlkehle. Die Höhe der Hohlkehle beträgt 4,5-5 cm, die Gesamthöhe des Kronprofils ist mit 24 cm zu berechnen (Exemplar 1). Ein vergleichbarer Profilausschnitt ist mit den 137 (anpassend 303 und 333, Taf. 1,13) gegeben. Bei den Fragmenten 1035 (anpassend 1038, 1039, 1044, 1047 und 1102, Taf. 1, 13) bzw. 137 (anpassend 303 und 333, Taf. 1,13) zeigt sich jedoch ein Unterschied in der Auffas­sung der Profilierung im Unterschied zu den Fragmenten 374 und anpassende Stücke: Wäh­rend bei dieser Profilsequenz die Tiefe der geraden Leisten 8 mm beträgt, sind sie bei den Fragmenten 1035 und anpassende Stücke nur 4 mm gegeneinander gestaffelt (Exemplar 2). Ohnehin ist die Ausladung der geraden Profile bei allen Typen I bis IV gering. Die geraden Leisten sind 2 cm hoch, springen aber nur 8 mm gegeneinander vor. Unterschiedliche Pro­filtiefen könnten durch verschiedene Ausführung von Vorder- und Seitenflächen erklärt werden. 8 Bei den zusammengesetzten Profi labfolgen aller Altäre vom Tumulus handelt es sich durchwegs um Seitenflächen bzw. Ecken der Vorderseite mit einer Seitenfläche. Unter­schiede der Profiltiefe an verschiedenen Seiten konnten nirgends festgestellt werden. So bleibt als Erklärung nur die Existenz von mehreren Exemplaren einer Altarform. Bei architektonischen Profilen entspricht die Tiefe einer Profilleiste häufig ihrer Höhe. Die Verflachung von Profilen deutet meist auf eine spätere Zeitstellung hin. Es ist im klei­nen ein Anzeichen für die Entwicklung der „großen" Architektur in der römischen Zeitepo­che, deren Plastizität mit dem Fortschreiten der Zeit abnimmt. 10 Die unterschiedliche Aus­führung der beiden vorgestellten Profilsequenzen weist auf die Existenz von zwei Altären unterschiedlicher Zeitstellung des Typs I hin. Polsterfragmente können dem Altartyp I nicht unmittelbar durch anpassende Fragmente zugewiesen werden. Der Profiltyp I ist auch bei Fragmenten mit halb erhaltener Hohlkehle meist mit einiger Sicherheit festzustellen, da die Krümmung deutlich stärker ist als bei den höheren Hohlkehlen II und III. 1.2 Rekonstruktion des Altartyps II (Taf. 2, Abb. 1 ) Aus 15 Fragmenten (545, 556, 577, 580, 583, 585-587, 708, 711, 724, 727, 728, 733 und 742, Taf. 2, 13) konnte die linke Seitenfläche eines Altars mit fast vollständig erhaltener Polsterseite und der Kante zur Rückseite zusammengesetzt werden. Die Fragmente geben beide Sequenzen des Kronprofils wieder. Die Höhe der Hohlkehlen beträgt 6,2-6,5 cm, die des gesamten Kronprofils 26,5 cm. Die übrigen Profile unterscheiden sich nicht von denen

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