K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - KAB AKCIEVA, GERGANA: Neue Untersuchungen an der römischen Villa „Annira" in der Provinz Thrakien

Funde aus der Schicht zwischen Wasserbecken I und II. Die Scherben von Glas- und Ton­gefäßen sind sehr wenig, aber es gibt auch Funde von farbigem Wandverputz in Rot, Schwarz und Weiß. Solche Fragmente wurden auch in den Schichten unter den Fußboden­mosaiken in einigen Räumen der Villa gefunden 17 , als sie zur Konservierung vorbereitet wurden. Die Wände mit Wandmalereien zu verzieren, wie bekannt ist, war besonders ty­pisch für städtische Wohnhäuser aus der frührömischen Zeit 18 . Das beeinflußte die Gestal­tung des Interieurs der Wohnhäuser der reichen römischen Bürger auf dem Land. Das wird durch die Fundstelle der Fragmente von farbigem Wandverputz in der Villa „Armira" und durch die in situ hinter der Marmorverkleidung der Wände im Peristyl entdeckten kleinen farbigen Stellen bestätigt 19 . Sie sind Zeugen für den reichen Schmuck der hier besprochenen Villa in Südostthrakien, den sie in ihrer ursprünglichen Anlage besaß. Die römischen Villen auf den großen Gutshöfen (villa rustica) unterscheiden sich wenig in ihrer Architektur und ihrer Ausgestaltung von den ähnlichen städtischen Wohnhäusern. Deshalb können sie als außerstädtische Residenzen angesehen werden 20 . Als solche haben wahrscheinlich einige Villen in der Provinz Thrakien gedient, die alle im 1. Jh. u.Z. entstanden - die Villa bei Tschatalka, bei Madara, bei dem Dorf Gorozwet und eben die Villa „Armira"" 1 . Die Inbetriebnahme des Marmorsteinbruche und der allgemeine Wohlstand die Möglich­keit, das Wohnhaus des Besitzers reich mit Wandverkleidungen aus Marmor zu verzieren und ein neues, größeres Wasserbecken im Peristyl zu bauen. Die gründliche Renovierung des Hauses und seine großzügige Verzierung mit Marmor kann als zweite Bauperiode der Villa bestimmten werden. (Abb. 6a-b). Wasserbecken II hat nun größere Maße - 8,30 x 11 m. Sein Boden beginnt an der oberen Füllgrenze des Beckens I (Abb. 7). Die Schicht zwi­schen den Böden des ersten und des zweiten Beckens wurde mit Steinen und Mörtel zuge­schüttet. Das neue Becken wurde ganz mit Marmor verkleidet. Die ursprüngliche Kolonna­de wurde wahrscheinlich in dieser Zeit durch Marmorsäulen mit Kapitellen im römisch-ko­rinthischen Stil abgelöst, und das impluvium erhielt eine marmorne kunstreich dekorierte Balustrade mit Hermen. (Abb. 8a-b). Im Peristyl imitiert die Marmorverkleidungen die rö­misch-korinthische Reihe und die Wandmalereien den Architekturstil in der Malerei 22 . (Abb. 6a). Als Beispiel für eine guterhaltene gemalte Darstellung von kandierten Säulen und korinthischen Kapitellen, die eine außerordentliche Ähnlichkeit mit der Dekoration auf den Marmorverkleidungen der „Armira" haben, kann man die Szenen anführen, mit denen ein steinerner Sarkophagus geschmückt ist, der im nördlichen Gebiet des Schwarzen Meeres gefunden wurde und aus der Zeit vom Ende des 1. Jh. u.Z. stammt 23 . Bei der Generalreno­vierung der ersten Villa in der Zeit der zweiten Bauperiode, überzog man die Fußböden im Peristyl und in einigen Räumen mit schwarz-weißen Mosaiken, die nur mit geometrischen Ornamenten verziert sind (Abb. 9). Die Untersuchungen von G. H. Salies zu Mosaiken aus römischer Zeit 24 bieten ein reichaltiges Vergleichsmaterial für die dargestellten Motive auf den Mosaiken der Villa „Armira". Als nahestehendste Analogie für Mosaiken mit geometri­schen Dekoration können die Kladeosthermen in Olympia genannt werden 25 , wo die Pelten (Amazonischer Schild) auch als Hauptomament benutzt wurden. Alles bisher Gesagte zeigt, daß die 2. Bauperiode wahrscheinlich in der frühen hadriani­schen Zeit vollzogen wurde (d.h. es ist gleich mit 1. Bauperiode von J. Mladenova) 26 . Zu dieser Bauperiode kann meiner Meinung nach nicht das Fußbodenmosaik im Raum 10 mit dem Porträt des Besitzers und seiner Kinder gezählt werden. Dieses Mosaik ist mehrfarbig ­weiß, schwarz, rot, beige-rosa und grau-bläulich. Die farbige tessellae findet man aus­schließlich in den Umrahmungen der Bildfelder (Abb. 10). Nach der Meinung von Erfor­schem antiker Kunst 27 treten polychrome Mosaiken erneut in der hadrianischen Zeit auf, wobei die Farben sehr sparsam versendet werden. Wenn man das Mosaik in Raum 10 zu

Next

/
Oldalképek
Tartalom