K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)
Vorträge - POCHMARSKI, ERWIN: Die Villa von Grünau im Rahmen der römerzeitlichen Villenanlagen in der Steiermark
der O- und der N-Seite gut erhalten, während sie an der S-Seite und im südlichen Teil der W-Seite ausgerissen worden sind 12 . Der Innenraum des Eckbaues war mit einem SchwarzWeiß-Mosaik und Wandmalerei ausgestattet gewesen 13 . Auch östlich des ostseitigen Fundamentes konnte auf dem Niveau von dessen Fundamentkrone ein Mörtelestrich festgestellt werden, der einen zu dem Mauerfundament gehörigen Gehhorizont bezeichnet. Zwei östlich des O-Fundamentes in jeweils demselben Abstand von diesem beobachtete, mit Steinen verkeilte Pfostenlöcher 14 waren offensichtlich für Holzständer gedacht: zusammen mit dem Mörtelestrich lassen die beiden Pfostenlöcher auf eine offene Halle östlich des ostseitigen Fundamentes des Eckbaues schließen. Aufgrund der mächtigen Fundamente dürfte das aufgehende Mauerwerk wohl in Steinbauweise in zwei Geschoßen errichtet worden sein. Die östlich von dem als Eckturm (Eckrisalit) angesprochenen quadratischen Bau zunächst in den Grabungskampagnen der Jahre 1988-1989 und in der Folge in jener des Jahres 1993 15 freigelegten, drei parallelen, in W-O-Richtung verlaufenden Mauerfundamente (Abb. 5) jeweils gleicher Bauart 16 lassen sich als Unterbau einer doppelten Halle (Porticus) interpretieren, die sich beiderseits einer Mittelmauer sowohl nach außen (S), als auch nach innen (N) öffnete. Das südliche der drei Fundamente setzt im W am O-Fundament des quadratischen Eckbaues an, verläuft in einer Länge von 17,50 m in Richtung O und läuft hier in ein parallel zum ostseitigen Fundament des Eckrisalits in nord-südlicher Richtung gehendes Fundament aus, das an dieser Stelle teilweise ausgerissen ist. Das mittlere Fundament beginnt an der NO-Ecke des Eckrisalits in der Flucht von dessen nördlichem Fundament und endet im O gleichfalls in dem genannten N-S-Fundament 17 . Das nördliche Parallelfundament reicht über die Flucht des O-Fundamentes des Eckbaues in westlicher Richtung hinaus und biegt nach 5,50 m in nördlicher Richtung um. Dieser rechtwinklige Mauerknick bezeichnet die SW-Ecke eines Innenhofes (Peristylhofes), der an seiner S- und W-Seite von Hallen eingefaßt wird, wobei es sich im W allerdings nur um eine einfache Halle handelt. Auch im O biegt das nördliche Parallelfundament nach 21,50 m Länge in nördlicher Richtung um 18 . Es handelt sich hier um die SO-Ecke des Innenhofes. Im Zusammenhang mit den relativ schwachen drei parallelen Fundamenten an der S-Seite des Baukomplexes stellt sich die Frage, ob diese Steinmauern getragen haben oder eher Wände aus Holz, Fachwerk oder evtl. Lehmziegeln. Von der O-Seite des westlichen Baukomplexes konnten in der Grabungskampagne des Jahres 1993 19 erst geringe Teile freigelegt werden (Abb. 6). Es handelt sich dabei zunächst um jenes nord-südlich verlaufende Fundament 20 , in das die südliche und die mittlere der drei Parallelfundamente an der S-Seite des Baues einmünden. Dieses ist als Außenmauer des Baukomplexes anzusehen und bezeichnet die äußere SO-Ecke des Baues, wobei es allem Anschein nach S noch etwas vorspringt". Das westlich davon parallel verlaufende Fundament 23 gehört zur Halle des Innenhofes, die nun allerdings auffällig schmal ist. Eine Fortsetzung des äußeren und des inneren Fundamentes der O-Seite konnte in einem Suchschnitt festgestellt werden, der in einer Entfernung von 30 m vom bisher festgestellten Ende der beiden Fundamente im Bereich der SO-Ecke angelegt wurde. Darüber hinaus konnte der Schnitt mit der nördlichen Außenmauer hergestellt werden und damit die NO-Ecke des Baukomplexes erfaßt werden. An der W-Seite des Baukomplexes konnten während der Grabungskampagnen der Jahre 1989 und 1990 24 Reste der äußeren und der hofseitigen Fundamente im Bereich der SWund der NW-Ecke freigelegt werden (Abb. 7). Im Bereich der SW-Ecke konnte das Fundament der westlichen Außenmauer in der Fortsetzung des Fundamentes der W-Mauer des Eckrisalits auf einer Länge von 11,60 m verfolgt werden. Parallel zum Fundament der Aussenmauer verläuft östlich von ihm das hofseitige Fundament in einem Abstand von 2,80