K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)
Vorträge - HEINZL, KATHARINA: Die villa rustica von Altheim-Simetsberg Ein Beitrag zur Villenforschung in Oberösterreich
Abb. 3: Altheim-Simetsberg. Gebäude I. ( Wohn-AVirtschaftshaus) Abb. 4: Altheim-Simetsberg. Gebäude I. Baufuge System umgeben und auch in den beiden größeren Innenräumen nachgewiesen werden konnten. Als Beispiel sei das Pfostenloch 22 dokumentiert (Abb. 5 und 6), an dem deutlich wird, daß runde Holzstützen über einem eckigen Dübel auf ein Fundament gesetzt wurden, welches sich im anstehenden Lehm nach unten konisch verjüngt. Das Material dieser Fundamente, ein Gemisch von zerstoßenem Tuff, Kieselsteinchen und Lehm 13 , erfüllte offensichtlich sehr günstige statische und vielleicht auch hydrotechnische Voraussetzungen, verhinderte jedenfalls den direkten Kontakt des Holzes mit dem anstehenden Boden 14 . Deutlich nach Aufgabe der römischen Bebauung wurde der Befund im Bereich von Gebäude I durch ein ausgedehntes System mächtiger Pfostengruben gestört, die sich zu einem großformatigen, wohl mittelalterlichen Hallenbau ergänzen lassen könnten 1 . Etwa lim nordöstlich von Gebäude I liegt ein zweiter, ca. 8,5 x 10 m großer Gebäudekomplex (Gebäude II), dessen Grundriß sich aufgrund der Kleinteiligkeit der Räume und des Nachweises eines Praefurniums mit Heizkanal zweifelsfrei als Bad ansprechen läßt (Abb. 2, 7 und 8). Das Bild, das wir von dieser Anlage zeichnen können, ist zwar komplex, doch lassen sich auch hier die wichtigsten Phasen der Bauabfolge gut nachvollziehen. In Phase 1 entsteht ein einheitlich angelegter Baukörper, der sich in massiven, etwa 0,5 m tief erhaltenen Schotterfundamenten manifestiert (Abb. 9). Dieser Bau, der der einschlägigen Literatur folgend als „Blocktyp" zu bezeichnen ist 16 , kann anhand von Vergleichen 17 in die 1. Hälfte des 2. Jhs.n.Chr. datiert werden. Als zu dieser Phase gehörig konnte nun auch ein System von mehreren (Abwasser-) Kanälen erkannt werden, von denen sich aber nur noch Ausrißgräben beobachten ließen. Als zu einem späteren Zeitpunkt Gebäude I um die im Nordwesten vorgelagerte, querliegende Porticus erweitert wird, vergrößert man auch den Grundriß des Bades. An einer Seite durch einen L-förmig angelegten Korridor verbreitert, wird an der Nordostseite von Gebäude II eine etwa 10 x 3 m große Halle angebaut, die an ihrer Südseite in einer innenraumgestaltenden Exedra endet und im Norden in Verbindung mit Holzarchitektur (Eingang?) gesehen werden muß 18 . Der überraschendste Befund glückte aber mit der Freilegung eines im Durchmesser ca. 6,5 m großen, beheizbaren Rundbaues (Gebäude III), der nordwestlich zwischen Gebäude I und II liegt (Abb. 2, 10, 11). Anders als diese beiden ist Bau III nicht in Schotter, sondern in Tuffstein 9 und auch seichter als Gebäude I und II fundamentiert, größere Teile des Fundaments sind ausgerissen und nur noch in Bodenverfärbungen zu erfassen. In seinem Inneren konnte ein System regelmäßig angeordneter Tuffsteinfundamente (Seitenlänge je ca. 0,4 -