K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - HEINZL, KATHARINA: Die villa rustica von Altheim-Simetsberg Ein Beitrag zur Villenforschung in Oberösterreich

0,5 m) für die Hypocausis festgestellt werden, im Südwesten gibt es trotz starker Zerstörung Anzeichen für ein Praefumium mit Heizkanal. Ungeachtet des nicht sehr guten Erhaltungs­zustandes von Gebäude III ließ sich im Befund auch eine spätere Holzüberbauung nachwei­sen, die sich in drei etwa rechtwinklig aufeinanderzulaufenden Ausrißgräbchen manifestiert, über deren Zeitstellung wir bis jetzt jedoch nur Vermutungen anstellen können. Die Interpretation dieses Baues gab uns anfangs größere Rätsel auf, Gebäude III kann aber nunmehr als Sudatorium, als Schwitzbad der Villa rustica, verstanden werden. Schwitzbäder lassen sich durch viele Zeitstufen und Kulturkreise hindurch nachweisen 20 . In römischer Zeit waren sie fester Bestandteil des hochentwickelten Badebetriebes 21 und fanden somit auch bautechnisch ihren Niederschlag" . Die Form des kuppelüberwölbten Rundraumes bewährte sich wohl im Hinblick auf optimale Wärmenutzungsmöglichkeiten ganz besonders, und so läßt sich, vielleicht auch in einer Art von „Typentradition" 23 , die Anlage kreisförmiger Schwitzbäder im 1. und frühen 2. Jh.n.Chr. nicht nur in großen öffent­lichen Thermen 24 , sondern auch in Kastellbädern 25 , Vicusthermen 26 und privaten Badehäu­sern beobachten. Runde Villensudatorien sind beispielsweise aus Tschugg 27 , Uetendorf 28 , Pfeffikon 29 und Griesingen 30 bekannt, als alleinstehender Baukörper sind sie in unserem Raum jedoch - wie etwa in Seeb 31 - nur selten nachgewiesen. Mit der Freilegung dieses Rundbaues fand die bisher erarbeitete relative und absolute Chronologie unseres Gutshofes eine schöne Bestätigung. Sudatorien datieren in dieser nur selten nachgewiesenen architektonischen Form höchstens bis ins frühe 2.Jh.n.Chr. . Wir können unseren Gesamtbefund demnach - mit allen Vorbehalten von Benützungsdauer, Än­derungen, Zubauten und Überbauungen - sowohl anhand des Fundmaterials als auch des Baubefundes in einen verhältnismäßig frühen chronologischen Rahmen stellen 33 . Das Fundgut gibt mit Boden- und Wandheizungsziegeln, zahlreichen Fragmenten mehr­farbig bemalten Wandverputzes und ungezählten Mosaiksteinchen aber auch beredtes Zeug­nis für einen gehobenen Lebensstandard der Bewohner. Für die kommenden Kampagnen planen wir neben weiteren Untersuchungen in Simets­berg auch erste Grabungsaktivitäten in den römischen Landgütern von Weirading und Wag­ham, um Erhaltungszustand und Zerstörungsgrad der dort liegenden Ruinen sondieren zu können. Längerfristig werden sich durch diese Forschungsarbeiten wichtige Aussagen zur römischen Besiedlung und zur Wirtschaftsform des römischen Landbaues machen lassen. Dies ist in einer Region Oberösterreichs, die durch ihre Randlage gekennzeichnet ist, um so wichtiger, als sich dadurch die Chance ergibt, grenzüberschreitende historische Landeskun­de und regional motivierte Bodendenkmalforschung zu betreiben und damit überregionale, dem Forschungsstand der westlich anschließenden Gebiete Raetiens entsprechende neue Aussagen zu erarbeiten. ABKÜRZUNGEN Arche BAATZ 1965. Arche. Zeitschrift für Geschichte und Archäologie in Oberösterreich BAATZ, D.: Die gestempelten Ziegel aus dem Bad des Limeskastells Echzell. SaalbJb 22. 1965. DRACK, W.: Die Gutshöfe. UFAS V. 1975. 49 DRACK, W.: Der römische Gutshof bei Seeb. Gem. Winkel. Ausgrabungen 1958-1959.(1990) DRACK, W.-FELLMANN, R.: Die Römer in der Schweiz. 1988. FILZINGER, Ph.-PLANCK, D.-CÄMMERER B.: Die Römer in Baden-Würt­temberg 3 . 1986. DRACK 1975. DRACK 1990. DRACK-FELLMANN 1988. FILTZINGER-PLANCK­CÄMMERER 1986.

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