Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 28. (2004) (Szombathely, 2004)

Régészet - Gál Krisztián–Molnár Attila: „Sé-Doberdó. Az 1998-as és 2001-es ásatások vaskori leletenyaga”

Savaria a Vas megyei Múzeumok Értesítője, 28 aufgesetzt, um dessen tonnenjörmigen Kopfteil mit flachem kegelförmigen Ende läuft eine Wellenverzierung aus Elektrondraht herum (Taj. 14. 1.). Die Haarringe mit Eiligranverzierung kommen nicht allzu häufig vor (CHOCHOROWSKI 1985a: 62), nur auf eine ähnliche Parallele bin ich gestoßen: CHOCHOROWS­KI (1985b: Bild 6. 14) stellt einen mit dem Exemplar aus Sé gewissermaßen übereinstimmenden Spirale­haarring — auf eigene Sammlung beziehend, auf einer ziemlich skizzenhaften Darstellung — aus Velem vor. Die wahre Bedeutung des Tonstempels und des Spiralehaarringes aus Sé besteht darin, dass sie — wegen ihrer kulturspeziefischen Funktion und ihrer Verbreitung — als sichere Ethnikumsindikatoren bewertet werden können (unter Ethnikum verstehen wir hier die Bevölkerung der Vekerzug-Kultur von heterogen­er Herkunft), sie beweisen, dass auf der Siedlung von Sé (wenigstens eine) Person (en), ohne Zweifel (eine) Erau(en) östlichen Ursprungs wohnte(n) oder wenigstens herumkam(en). Aus den Trümmern des Objekts 114. ans Tageslicht gekommene dreiflügelige Pfeilspitze gehört zum selte­nen Typ mit eckigen Elügeln, mit einer von zwei Seilen durchlöcherten Tülle, der nicht länger als die Elügellinie reicht (Taf. 13. 1.). Parallele sind aus Velem St. Vid, aus .faromé rice in Mähren und aus dem 30. Grab von Szentes— Vekerzug bekannt, aber ähnliche Eormen stammen aus Kfepice oder aus den Gräbern 12 und 80 von Szentes—Vekerzug, im Allgemeinen leider aus unsicherem Fundzusammenhang oder neben nicht genau datierbaren Gegenständen - Spiralehaarringe, Perlen, Schleifstein usw. (PÁRDUC 1954: Taf. 8. 11. «яг/Taf. 13., 27. 6; PÁRDUC 1952: Taf. 49. 3; CHOCHOROWSKI 1985b: Bild 4. 84 und 86). Bis heute ist die Chronologie der skythischen Pfeilspitzentypen nicht geklärt, in der Fachliter­atur stößt man auf einander widersprechende Meinungen. Unabhängig von den chronologischen Folgerun­gen von Chochorowski mit Bezug auf das Ganze der Vekerzug-Kultur, müssen wir ihm recht geben, indem er die Pfeilspitze aus Jaromérice und dergleichen — später als alle andere Pfeilspitzen — auf das 5. Jahrhun­dert datiert (CHOCHOROWSKI 1985b: 234; 1974: 171). Obwohl die durchbrochene Scheibenfibel des 30. Vekerzug-Grabes lieber die Datierung auf das 6. Jahrhundert (7. Jahrhundert?) unterstützt, können wir nicht darin sicher sein, dass die auf schlechtes Photo vorgestellte Pfeilspitz aus Szentes— Vekerzug in dem selben Typus als unseres Examplar aus Sé zu klassifizieren ist (PÁRDUC 1954: Taf 8,1 ; KEMENCZEI 2001: 32; TER AN 1998: 515). Im Zusammenhang mit den erwähnten Gegenstandstypen müssen die Erklärungsmöglichkeiten der Anwe­senheil der Skythen in 'Transdanubien (beziehungsweise auf den Gebieten der Osthallstattkultur und in dem Südostalpenraum) wiederbelebt werden, die auch heute in der mitteleuropäischen Forschung zur Diskus­sion stehen. Viel Z^eit ist abgelaufen, seitdem Nándor Fettich (1931) die transdanubische Gruppe der Skythenkultur abgesondert halte, trotzdem ist das sich seitdem vermehrte Fundmaterial ebenso schwer zu erklären, wie es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Mit der Ansicht von Gábor Vékony (1986, 2001) nach der das Gebiet von 'Transdanubien in der Späthallstattzeit geleerte Grenzzone der Skythen war, können wir trotz des geringen vorhandenen Fundmaterials nicht einverstanden sein. Aus den Funden in Sé, Velem, Sopron lassen sich dauerhafte und nicht zuletzt friedliche Beziehungen ziehen — den Pfeil­spitzen aus Schlesien gegenüber, die mit kleineren oder größeren Feldzügen verbunden werden können (BUKOWSKI 1974, 1978). Gleichzeitig können wir nicht die Spuren des dauerhaften für die Südwest­slowakei und N ordosttransdanubien typischen ZMsammenlebens nachvoeisen, wo die Siedlungen und Fried­höfe einer gemischten skythisch-hallstättischen Bevölkerung oft auffindbar sind. Die bisher veröffentlichten Gräber von Sopron— Krautacker beweisen die Anwesenheit von östlichen Personen — vor allem Frauen —, die Aussage von Biba Terzan (1998: 520) kann aber mit einem Fragezeichen versehen werden, wonach die skythische Komponente die entscheidende Rolle auf der Siedlung von Krautacker spielte. Wir wissen nicht genau, inwiefern der Zerslörungshorizont der befestigten Siedlungen des Osthallstatt- und Südostalpenraumes die Höhensiedlung von Velem betroffen hat, hier setzt steh nämlich das Leben auf der Siedlung fort — ähnlich wie in Slowenien -, auf die spätere Dokumentierung der Zerstörungsschichten können wir wegen der starken Störung der früheis enzeitlichen Schichten auch nicht hoffen (BuCHSEN­SCHUTZ et al. 1990; MARTON 1998). Nicht auszuschließen ist also, class die Festung in Velem von den Skythen überfallen wurde, in den späteren Zjciten ist aber — wie die Gegenstände aus Sé und Velem beweisen — mit der friedlichen Beziehung beider Kidturen zu rechnen. Die Sachlage dieser Beziehung zu erklären ist nicht einmal auf Grund unter sicheren Fundumständen hervorgekommener Gegenstände einfach. In Verbindung mit der Figur in skythischer Kleidung — dargestellt auf einer im Hügel von Molnik gefunde­nen Gürtelplatte - betrachtet Ter an die Frage offen, ob es sich um einen Fremden östlicher Herkunft oder 161

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