Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 24/3. (1997) (Szombathely, 1997)

Etela Studenikova: Késő bronzkori bronzleletek Eger környékéről

ETELA STUDENIKOVA: ENDBRONZEZEITLICHE FUNDE AUS DER UMGEBUNG VON EGER (VELIACIK - ROMSAUER 1994, 231-232). Der jüngst dokumentierte Fund (Hortfund?) einer Bronze­schale und Halsringfragmente (Privatsammlung in Nit­ra) aus dieser Lokalität stützen vollauf die Datierung in die Endphasen der Bronzezeit. Die Schale (Abb. 2: 2) hat noch eine typische Punkt-Buckel-Verzierung, doch was der Profilierung des Körpers angelangt, kann man sie mit der Tasse aus dem niederösterreichischen Hort­fund von Haslau-Regelsbrunn vergleichen und ihren Standboden mit der Schale aus dem Brandgrab von Baumgarten, welche die sog. Nebenform nach G. von Merhart repräsentieren (1952, 67-68, Karte 3; PRÜS­SING 1991, 26-28, Taf. 2: 17-18). Der Standboden des Gefäßes ist in einen breiten abgesetzten Standring, drei konzentrische Rippen und einen kleinen Omphalos gegliedert. Gerade mit der Gestaltung des Standbodens ähnelt sie besonders einer der Schalen aus dem Hortfund in Tftëno, in welchem sie als Deckel einer ritzverzierten Schale diente (KYTLICOVÁ 1991, 65­66, Taf. 6: 36-37). Der Hortfund aus Tftëno repre­zentiert die späturnenfelderzetliche Stufe Hostomice (Tftëno), der mit der Stufe Lzovice-Slezské Pfedmestí in der ostböhmischen und nordmährischen Ökumene der Lausitzer Kultur synchronisierbar ist. Solche Über­gangsvarianten zwischen den JeniSovice Tassen (Ver­zierung) und den Hostomice-Stillfired Tassen (Profi­lierung) erscheinen auch im Karpatenbecken. Die Schale aus Zemianske Podhradie ist typologisch auch mit der Tasse aus dem Hortfund von Badacsonytomaj (DARNAY-DORNAY 1958, Taf. 20: 3; PATAY 1990, 67, Taf. 44: 108A) und mit der Schale aus Keszthely (PATAY 1990, Taf. 44: 109) vergleichbar. Im Hort­fund aus dem siebenbürgischen Fizesu Gherlii (HAM­PEL 1896, Taf. 218-219) sind unter dem Bronze­geschirr, ähnlich wie in Tftëno, zwei doppelkonische Schalen, eine mit Ritzverzierung und die andere mit Punkt-Buckel-Verzierung vertreten, die am ehesten ebenfalls zu Übergangsformen gehören. Der Hortfund repräsentiert nach M. Petrescu-Dîmbovi{a (1978, 93) die zweite Stufe der siebenbürgischen Spätbronzezeit ­Horizont Fizesu Gherlii /Sîngeorgiu de Pädure, oder nach dem verbreiteten Inhalt den Horizont V - Fizesu Gherlii II/Vetic nach C. Metzner-Nebelsick (1994, 416-417, Abb IIb). Eine Besonderheit auf der Schale aus Zemianske Podhradie sind die tief eingeschlagene Zeichen am Mündungsrand. Ähnliche Marken erschei­nen häufig seit der Urnenfelderzeit auf verschiedenen Geräten (Pickeln, Meißeln, Äxten: MAYER 1976, 365 ff.). In der Endbronzezeit kommen sie häufig besonders an der Innenseite von Armringen und Halsringen vor (THRANE 1962, 92 ff.; STUDENÍKOVÁ 1998a - im Druck). Auf der bronzenen getriebenen Toreutik er­scheinen oft die eingeschlagene Marken auf den nach außen gebogenen Mündungsrändern den hallstattzeit­lichen Situlen (KROMER 1959, Taf. 23: 2, 95: 3a-b, 100: 5-6, 128: 5; PRÜSSING 1991, 69, Taf. 41: 173, 52: 185; PAULI 1978, 334 ff.). Die Halsringbruchstücke aus Zemianske Podhradie (Abb. 2: 1) haben einen dreieckigen Querschnitt mit gerundeten Kanten und sind mit dem typischen spät­bronzezeitlichen sog. Fransenornament mit feiner Stri­chelung und beiderseitiger Punktsäumung verziert. De­rartige Verzierung ist charakteristisch für Hals- und Armringe aus der späten Urnenfelderzeit in Mittel­europa, Transdanubien, aber auch aus der ausgehenden Spätbronzezeit im Bereich Südostpannoniens. 2 'Konkret sind sie auch im obenerwähnten Hortfund aus Tftëno (KYTLICOVÁ 1991, 58, 96) vertreten, aber gebrä­uchlich erscheinen sie in spätbronzezeitlichen Fundver­bänden Nord- und Mittelmährens und in der West­slowakei (THRANE 1962, Abb.lf; NOVOTNÁ 1984, 30; STUDENÍKOVÁ - PAULÍK 1983, 134; STUDE­NÍKOVÁ 1998a - im Druck). ANALYSE DER GEGENSTÄNDE AUS DER UMGEBUNG VON EGER Die Pferdegeschirrbronzen (Abb. 1:1, 3-5) aus der Lyzeumssammlung repräsentieren also ein Teil der ursprünglichen Kollektion aus der Umgebung von Eger, deren Spender F. Kubinyi war. Die Lokalisierung des Fundes in das Komitat Heves entspricht völlig der Verbreitung ähnlicher Denkmälertypen im Karpaten­becken und ist durch konkrete Kulturverhältnisse dieser Region in der Endbronzezeit gesteigert. Die Umgebung von Eger repräsentiert eines der zwei zentralen Ver­breitungsgebiete der Füzesabony-Mezőcsát-Gruppe, bzw. Mezőcsát Kultur, die durch den Körperbestat­tungsritus und das Vorkommen Gegenständen aus der osteuropäischen Steppenregion charakterisiert ist (PA­TEK 1974, 337 ff.; 1996, 72-73; KEMENCZEI 1989, 55 ff). In diesem Gebiet fehlen jedoch auch nicht Hort­funde (KEMENCZEI 1986, Abb. 1), in denen verschie­dene Erzeugnisse aus dem nordpontischen Raum, evtl. solche lokale Produkte vorkommen, die unter einem Einfluß östlicher Vorbilder entstanden sind. Der Cha­rakter der Fundkollektion aus Eger (Umgebung) und ihre Zusammensetzung erlaubt uns begreiflich keine Äußerung zur Frage, ob es sich um einen Grab- oder Hortfund gehandelt hat. Übrigens können wir die Fun­de selbst nicht mit Sicherheit als einen geschlossenen Fundverband beurteilen. Die in ihm vertretenen Stücke (außer Nr. 5) stellen jedoch einen solchen Verband dar, der mit ähnlicher Typenkombination im Karpätenraum keine Seltenheit darstellt. 2 " Ahnlich verzierte Aim- und Halsringe aus Zemianske Podhradie sind im SNM in Martin deponiert (STUDENÍKOVÁ 1972, Taf. XXTV: 1-2,6).

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