Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)
Régészet - Fekete Mária: Késő-hallstattkori lakóház leletmentése Csöngén
6. Zeile : Der erste Buchstabe ist der obere Kreisbogen von einem О oder Q, über ihm befindet sich eine lange, waagerechte Linie. Sie kann keineswegs mit der oberen Hasta eines T identifiziert werden, sie ist nämlich viel länger und ist auch anderswie abgeschloßen. Nach ihr sieht man den Punkt, der zur Trennung der einzelnen Wörter dient, ganz klar, dann folgt der obere Teil von einem E oder F. Der letzte Buchstabe war sicher kein T, sondern H, I, К oder L. Die weiteren Buchstaben der Inschrift benötigen keine besondere Erklärung, die Lesung des Bruchstückes lautet folgenderweise (1. Abbildung): - - -]LSORI • Ц / ]NSIVM PO / R]A • QVAM • L • 0[ / N]IANVS • DEC[ / C]ENTON[ ] / [ ] 0~Q • E~F I~K~L . I. Den Schlüßel zur Ergänzung und zugleich zur Erklärung der Inschrift gewinnen wir aus dem Personennamen, der in den 3-4. Zeilen steht. Aus dem Bruchstück der 4. Zeile Jnianus dec[ geht nämlich klar hervor, daß es hier um einen Personennamen, den Widmer der Inschrift, einen Inhaber des Decurio- Amtes handelt. Der übrig gebliebene Teil des genannten Personennamen ermöglicht zusammen mit den Buchstaben LO[ , die vor dem Bruch der 3. Zeile stehen, eine offensichtliche Folgerung auf den Namen des von einer anderen Inschrift bereits bekannten Decurio von Savaria, L. Ocatvius M.f. Faustinianus 2 . Diese Ergänzung bietet obendrein eine eindeutige Möglichkeit an, die Länge der Inschrift und die Zahl der an beiden Seiten abgebrochenen Buchstaben zu bestimmen. Wenn man nämlich die vollkommen sichere Ergänzung der 1. Zeile [I. o. m. oder Iovi Depujlsori... mit diesem Personennamen vergleicht, so wird sich ergeben, daß es am Anfang der 4. Zeile nur für den Cognomen des Dedikators [FaustiJnianus - einen Platz gibt. Dementsprechend fehlen - abhängig von dem schiefen Lauf der Bruchlinie - 6 bis 11 Buchstaben an der linken Seite der Inschrift. Die Länge der rechten Seite können wir ebenfalls durch die Vergleichung der 1. und 3. Zeile rekonstruieren. Für die Ergänzung des Namens ergeben sich nämlich zwei theoretische Möglichkeiten : man stellt ihn entweder ohne oder mit der Filiation her. In der 1. Zeile soll dafür nach dem Götternamen nichts Anderes gestanden haben als die am Anfang der 2. Zeile angeführte Formel [pro salute], die sich auf / ] nsium bezog. Sie durfte sich theoretisch ebenfalls auf zweierlei Art und Weise erhalten, und zwar ganz ausgeschrieben oder in der Form [pro sal] gekürzt. Für die Ergänzung in der ganz ausgeschriebenen Form sprechen folgende Argumente: (1.) Der Name des Decurio wurde auch an der anderen bekannten Tafel mit Filiation angeführt, (2.) Die theoretisch möglichen Ergänzungen der 1., 3. und 4. Zeilen stehen miteinander nur im Falle der längeren Variation in einem fehlerlosen Einklang, (3.) Die ganze Textierung der Inschrift - so die restlose Ausschreibung des / / nsium, die Anwendung des Satzgefüges mit der Einleitung quam - bezeugt, daß der Errichter der Inschrift an keinem Raum sparte. So kann man die rechte Seite der 1. Zeile in der Form p[ro salute ], den Personennamen der 3. Zeile mit Filiation ergänzt ablesen, wobei man mit 8 bis 13 verlorengegangenen Buchstaben an der rechten Seite der Inschrift rechnen muß. Daher kann man die senkrechte Mittellinie der Inschrift zwischen den Buchstaben R und I der ersten Zeile anziehen und die Länge der einzelnen Zeilen des Textes - abhängig von der unterschiedlichen Breite der Räume zwischen den Wörtern und der der einzelnen Buchstaben - in 21 bis 25 Buchstaben angeben. 141