Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 3. (Szombathely, 1965)
István Szövényi: Die Bedeutung der Weinlese im Wirtschaftsleben des alten Kőszeg
Zu dem verordneten Zeitpunkt musste sich jeder Weingartenbesitzer halten. Denen, die die Verordnung verletzten, wurde eine Geldstrafe oder die Beschlagnahme der gelesenen Trauben auferlegt. Die Weinlese verlief nach einer bestimmten Ordnung. Die Lese begannen die mit der Aufsicht der Weinberge betrauten Weinbergmeister und Weinhüter. Die humane Denkweise des Rates beweist die Sitte, dass die Armen der Stadt und die Witwen, die keine Pressen hatten, mit ihnen lesen durften. Die Feuerbrandgeschädigten wurden auch bevorzugt. In der Kriegsgefahr sammelte man zuerst in den Weingärten der Stadt, damit man den Neuwein, der eine sehr wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde bedeutete, in; Sicherheit bringe. Für die Bewachung der Weinberge sorgte die Stadt institutionell. Um die Ernte sicherzustellen, wurden jedes Jahr am 10. August Weinhüter gewählt, die ihr Amt unter der Führung der mit der Behütung der ungarischen bezw. deutschen Berge anvertrauten Bergmeistern versorgten. Die ertappten Diebe wurden ausser den gewöhnlichen Strafen sogar mit einer öffentlichen Beschämung bestraft. Öfters können wir lesen, dass dem auf den Pranger gestellten. Diebe die gestohlenen Weintrauben in den Hals gehängt wurden. Zu den Aufgaben vor dem Herbsten gehörte auch die Instandsetzung der in die Berge Führenden Wege. Die Herbstregen und die Frühjahrsschneeschmelze beschädigten die Wege oft derartig, dass der Transport wegen den infolge der Erosionsschlucht entstandenen Löchern unmöglich wurde. Wenn die Bauern die Arbeit nicht ordentlich geschaffen haben, Hess der Rat die Wege mit Taglöhnern machen und die Kosten Hess er mit den Weinberginhabern bezahlen. Auf den zugeschütteten Wegen rollten bis spät abends die mit der Ernte vollbeladenen Wagen, denn die Arbeit nach der Lese ging nicht mehr auf dem Weinberg, her, sondern in den den Häusern zugebauten Kellern. Wahrscheinlich bezwangen die vielen Kriegsschaden die Weinbauern zu diesen Abwehrmass-Nahmen. Das Keltern dauerte tag; und nacht ununterbrochen. Den häufigen Brandfällen wegen warnte der Rat die Bürger,, um aufs Feuer und Kerze mehr aufzupassen. Gleichfalls der Rat bestimmte die Löhne der für die Dauer der Weinlese aufgenommenen Tagelöhner. Die Bedeutung der Lesearbeit zeigt uns, dass der Tagelohn der Weinleute im Vergleich zu dem gewöhnlichen Preisniveau ziemlich günstig bestimmt wurde. Die Steuerarten, die man nach den Weingärten zahlen musste waren: die Maut, der Zehnte, die Portion, die Kleinsteuer. Die Maut tilgten die Weinbauer in Most. Der Zehnte, des Zehntel des Ertrages kam dem Bischof zu. Von Ihm nahm ihn die Stadt in Pacht. Die Protion bezahlte man mit Eimern (800—1000 klafter) nach der Traube. Die Bestimmung, des Kleinsteuers ging nach den „fundus", nach den Häusern. Die Bürger (cives) und die Einwohner (inquilini) durften die Lese erst unter der Bedingung beginnen, falls sie nicht nur das Kleinsteuer, sondern auch alle andere Restanz der Stadt gegenüber abgestattet hatten. Kein Hagelwetter und sogar keine andere Naturkatastrophe befreiten die Bauern von den Steuern. Höchstens bekamen sie soviel Zahlungsbegünstigung, dass sie die Naturalsteuer bar bezahlen durften. Auf die Grösse der einstigen Weinfechsung können wir mit zugänglicher Genauigkeit aus der Rechnungslegung des Städtischen Kämmerers folgern, von der Qualität des Weinskönnen uns die zeitgenössischen Aufzeichnungen des „Buches vom Weintraubenkommen ab Anno 1740" em allgemeines Bild geben. Es ist sehr beachtenswert, dass unsere Vorfahren im Laufe des anderthalb Jahrhunderts insgesamt nur 25-mal sich mit ausgezeichneten bzw. mit sehr guten Weinen rühmen konnten, die auch ausserhalb unserer Grenzen, in den Kreisen der schlesischen Weinhändler sehr gesucht wurden. Der Stadtrat behütete wachsam, trotz der schlechten Jahrgänge den guten Ruhm des Kőszeger Weines. In jedem Vierteljahr — anlässlich der Fronfesten — bestimmte und er2b0