Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 3. (Szombathely, 1965)
István Szövényi: Die Bedeutung der Weinlese im Wirtschaftsleben des alten Kőszeg
klärte er auch für die Ausschänke verbindlich den Preis eines Quart Weines. Den Hauern, die über keine Bürgerrechte verfügten — wie das auf den Feudalgütern üblich war — enur zwischen Michaelistag (29 Sept), und Gregoritag (24. April) der Verkauf ihrer Weine eigener Fechsung erlaubt. In der grössten und für den Weinwerkauf günstigeren Hälfte des: Jahres durfte nur die Stadt und das Bürgertum seine Wein verkaufen. Die Zahl der Buschenschänke, die Öffnungszeit und die Menge des zu verkaufen gebilligten Weines setzte ebenfalls der Stadtrat fest. Die auf einer Stange vor der Strassenfront aufgehängte Ranke lockte schrn von weit her die Gäste. Bei reicher Fechsung standen in der Insel drei, in der Innenstadt und in der ungarischen ,,Hostád" je zwei Wirtshäuser offen und sie durften je 10 Zuber Wein verschenken. Zum Schutz des inneren Marktes verbot der Stadtrat, fremden Wein in die Stadt zu bringen. Aus diesem Grund wurden auch den Bürgern Geldstrafen auferlegt, die es wagten, das Wirtshaus im Burggarten zu besuchen. Bei einer Naturkatastrophe kaufte der Stadtrat selver aus dem Fremden Wein — in erster Linie Somlaer Wein und von Szentgyörgyhegy. Die gute Qualität des heimischen Weines bezeugen die zeitgenössischen Preisbestimmungen. Demnach wuede je ein Quart Kőszeger und Somlaer Wein für 6 Kronen ausgeschenkt, dagegen sollte ein Quart Balaton — Wein nur mit 5 Kronen bezahlt werden. Die dürren Archivangaben würden die Beschreibung der Lustbarkeiten in der Weinlesezeit verlangen. Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren an solchen teilgenommen. Diese aus der Mode gegangenen Gebräuche können wir nicht mehr beweisen, da die Protokolle der städttischen Generalversammlungen über ihnen keine Angaben erhalten. Mit den Weinlesegebräuchen ging in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts auch die einst aufgeblühte Rebenkultur zugrunde. Nicht nur die Reblaus machte die Kőszeger Berge kahl, sondern die Stadt verlor ihre alten Absatzmärkte. Die Weinbauer — Ureinvohner blieben von einem Tag zum anderen ohne Brot, sie unterkamen in der Bauindustrie, die ihnen das Auskommen sicherte. Anstelle der Weingärten entstanden Obstgärten und Wiesen, die weniger Arbeit beanspruchen. So stand im Jahre 1930 nur ein Bruchteil der einstigen Weingartenfläche, etwa 129 Joch unterm Anbau. Diese Anbaufläche teilt sich auch auf winzige Parzellen. Die Lage ist auch seitdem trostlos. Die neuesten Bestrebungen können die Weingelände-Rekonstruktion aus eigener Kraft nicht lösen, da die altgewordenen Weinstöcke wenig Erträge bringen, und die Absatzmöglichkeiten sich sehr ungünstig gestalteten. Und ausserdem ist es nicht sehr anmutigend, dass die neuesten Bestrebungen lieber den Winterapfel- und Birne-anbau für zweckmässiger halten. 281