Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 1. (Szombathely, 1963)
Judit S. Pável: Die Geschichte des Savaria Museums
Der letzte Sekretär des Archäologischen Verbandes von Vas, Kelemen Kárpáti, übernimmt im Jahre 1890 die Leitung des Verbandes. Seine tätigkeit fält mit der Entwicklung der auf Grund der Einwirkung der Kapitalisierung — während des Bürgermeistertums von Gyula Ehen — sich rasch entwickelnden Stadt überein. Kárpáti ist Ethnologe: er sammelt im ganzen Komitat die wertvollen Denkmäler des gegenständlichen und geistigen Kultur nicht nur des ungarischen, sondern auch des Nationalitäten-Bauerntums. Er erweckt die Mitglieder des absterbenden Verbandes durch eine neue Zielsetzung : er wendet sich an das Bürgertum vom Szombathely mit der Bitte um materielle Opfer im Interesse der Errichtung eines neuen Museumgebäudes. Zwecks Errichtung des neuen modernen Museumsgebäudes bildet sich der Kulturverein des Komitats Vas und der Stadt Szombathely : der Museumspalast, welcher der archäologischen und ethnologischen Sammlung der Gemäldesammlung und der Bibliothek eine moderne Vorführung sichert, wird im Jahre 1908 eingeweiht; im Jahre 1910 wird er mit einem für Konzerte und literarische Veranstaltungen geeigneten Vortragssaal erweitert. Die Museumsabteilung des Kulturvereins werden von Anfang an von den besten Wissenschaftlern geleitet: dem Archäologen Kálmán Miske, dem Natur Wissenschaftler István Chernél und dem Kunsthistoriker Gyula Végh. Kárpáti übernimmt ausser der Direktion des Institutes die Leitung der ethnologischen Sammlung. Bis zum Jahre 1912 sammelt er cca. 3500 Gegenstände. Für das bedeutendste Ereignis im Institut unter seiner Leitung halten wir die Kunsthistorische Ausstellung vom Jahre 1912. Die weitere Entwicklung des Museums wird erst durch den Fortgang von Kárpáti (1912), sodann durch den ersten Weltkrieg unterbrochen. Die Schüler, deren Schulgebäude in den Kriegsjahren für Kriegsspital-Zwecke besetzt waren, erhielten ihren Unterricht im Museum. In den Monaten der Ungarischen Räterepublik begann Sándor Tóth, ein Arbeitskamerad von Direktor Kálmán Miske und Kárpáti, mit der Inventaraufnahme der Kunstschätze des Komitats. Das Direktorium des Komitats stellte für die Renovierung des Gebäudes 40.000 Kronen sicher. Die kulturellen Zielsetzungen der Räterepublik konnten aber wegen der kurzen Dauer der Arbeitermacht nicht vollkommen durchgeführt werden. 312