Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 1. (Szombathely, 1963)

Judit S. Pável: Die Geschichte des Savaria Museums

DIE GESCHICHTE DES SAVARIA MUSEUMS. von Judit S. Pável Die bedeutendsten historischen Denkmäler des Komitats Vas blieben aus der Römerzeit erhalten: auf der Stelle von Szombathely lag damals eine bedeutende Siedlung: die Colonia Claudia Savaria. Es ist anzunehmen, dass bereits Matthias Hunyadi, der grosse König aus der Renaissance, die ersten Massnahmen zur Rettung ihres Fundmaterials traf, jedoch betrachten wir das Ende des 18. Jahrhun­derts als den Beginn der hiesigen Altertumsforschung. Zu dieser Zeit Hess János Szily, der erste Bischof der Stadt, die römischen Denkmäler sammeln, welche im Laufe der Bauarbeiten an dem spätbarocken Stadtzentrum zum Forschein kamen, und sicherte ihnen einen Platz im Parterresaal seines Palastes, in dem sogennanten Sala terrena. Mit der monografischen Aufarbeitung der Funde betraute er István Schoenvisner. Nach dem äusserst bedeutsamen Beginn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhun­derts ist in den archäologischen Forschungen in Szombathely ein Rückfall zu ver­merken: die antiken Denkmäler gelangen aus verschiedenen Privatsammlungen in die Landeshauptstadt, oder in ausländische Museen. Vilmos Lipp setzt dieser Periode ein Ende. Im Jahre 1872 gründet er den Archäologischen Verband des­Komitats Vas. Im Wege von Zeitungsartikeln fordert er das Bürgertum von Szomi­bathely — das zu dieser Zeit im Begriff war, sich zum Stadtbürgertum zu entwoi­ckeln — zur Teilnahme am Sammeln von Material für die zu errichtende archäer­logische Sammlung des Komitats auf. Bereits im Laufe der ersten 5 Monate ver­mehrt sich die Sammlung um 1173 Stücke. Am 28. Juli 1872 wird der von Bischof Imre Szabó dem Publikum zugänglich gemachte Sala terrena eröffnet. Die Jahres­berichte des Archäologischen Verbandes bieten Lipp eine gute Gelegenheit zur Publikation der Liste der inschriftlichen Steine von Szombathely. Er sorgt auch für die Anfertigung der Topographie der antiken Stadt: er betraut den staatli­chen Ingenieur Schwarz mit der Anfertigung eines SpezialStadtplanes, in welchen jeder Ort der von nun an zum Forschein gelangenden Baureste eingetragen werden kann. Der Archäologische Verband entwickelt sich in kaum einigen Jahren zu einem bedeutenden Faktor. Es besteht die Absicht, sich ausser mit den Funden aus der Römerzeit auch mit Vorgeschichte zu befassen: Zu Ehren des Internationalen Kongresses für Vorgeschichte und Anthropologie vom Jahre 1875 wird geplant die vorgeschichtliche Karte des Komitats Vas anzufertigen, diese Aufgabe wird im Jahre 1877 auch tatsächlich durchgeführt. Da sich innerhalb der Sammlung die Münzen- und Dokumentensammlung bereits in den ersten Jahren absondert, und da in Lipp der Gedanke der Errichtung einer ethnologischen Sammlung reif wird, entwickeln sich immer mehr die Umrisse eines Museums mit zahlreichen wissenschaftlichen Zweigen. Es ist Lipp nicht beschieden, dieses Museum zustande zu bringen. Der vor­zügliche Gelehrte — der seiner Zeit vorausgehend auch die Bedeutung der Volks­bildung erkennt und erklärt, dass „die Popularisierung der Wissenschaft mit der Verbreitung der Aufgeklärtheit gleichbedeutend ist" — übersiedelt im Jahre 1880 nach einem neuen Stationsort, nach Keszthely. Mit seinem Fortgang beginnt die Wirksamkeit des Archäologischen Verbandes vom Komitat Vas in Verfall zu gera­ten: seine von Lipp organisierte Mitgliedszahl von 707 schmilzt innerhalb von 15 Jahren auf 235 zusammen. 311

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