Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 29. (Szekszárd, 2007)

Zalai-Gaál István: Von Lengyel bis Mórágy. Die spätneolithische Grabkeramik in Südtransdanubien aus den alten Ausgrabungen. I. Analyse

Friedhofes zu finden. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang jedoch, dass der Bestattungsplatz nur teilweise ergraben ist 189 . Szekszárd-Ágostonpuszta: Die Hierarchie innerhalb der Bestattungsgemeinschaft offenbart sich auch hier. Auf Grund des Fehlens eines Gräberfeldplanes muss eine eingehende Untersuchung an dieser Stelle unterbleiben. Mórágy-Bj: Auch in dieser Gräbergruppe kann man feststellen, dass Bestattungen, die hinsichtlich ihrer Zusammensetzung ganz oder teilweise übereinstimmende Keramikinventare aufweisen, in räumlicher Nähe zueinander liegen, was auf einen Bezug der bestatteten Personen zueinander hindeuten könnte 190 . Von 160 Gefäßen ist die Lage im Grab genau bekannt. Sie können beim Kopf oder Oberkörper, in der Nähe des Beckens, der Hände oder Beine bzw. Füße liegen. In der Mehrheit der Gräber (21,8%, 35) befanden sich die Gefäße auf, neben oder unter den Füßen. Oft wurden sie auch bei den Beinen aufgefunden (21,2%, 34). Neben oder hinter dem Schädel sind sie in 18,7% (30), bei den Händen in 12,5% (20), beim Rumpf (hinter oder auf der Wirbelsäule) in 20,0% (32) der Fälle dokumentiert worden. Beim Becken fanden sich Gefäße nur in 5,6% (9) aller beurteilbaren Bestattungen. Die Gefaßbeigaben stehen also in 43,1% (69) aller Fälle mit den Füßen (Beinen) und in 31,2% (50) mit Kopf und Händen in Beziehung. Die als kultisch interpretierten Fußgefaße wurden meistens auf oder unter den Füßen, in zwei Fällen aber auch in umgekehrter Lage auf dem Schädel niedergelegt. Fußgefaße in dieser Lage fanden sich auch bei den Füßen. Diese Befundlage könnte auch darauf hinweisen, dass diese keramische Gattung nicht ausschließlich zum Zweck einer Deponierung von Speisen ins Grab gelangt ist. Auch die Lage der verschiedenen Schüsseltypen ist meistens mit der Fußgegend in Beziehung zu setzen. Die Becher finden sich in den meisten Gräbern in der Nähe des Oberkörpers (Kopf, Hände), oft legte man sie auf bzw. vor das Gesicht der Toten. 5. KLASSIFIZIERUNG DER FUNDE 5.1. Grundlagen der keramischen Analyse Methodisch orientierte sich die vorliegende Analyse der Grabkeramik unter anderem an den Arbeiten von M. Dohrn-Ihmig 191 , J. E. Doran und F. R. Hodson 192 , P. Stehli und A. Zimmermann 193 , M. Lichardus-Itten 194 , R. Vossen 195 , R. Gläser 196 , H. Riemer, 197 G. Schneider 198 , R. Heiner 199 , M. Meisenheimer 200 und J. Rulf 201 . Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die neolithische Keramik handgemacht ist. Es ist damit selbstverständlich, dass keine zwei Artefakte existieren, die vollkommen identisch sind. Ähnlichkeiten können also nur an bestimmten markanten Merkmalen festgemacht werden. Es gilt also einen Aufnahmemodus zu wählen, der die Spezifika und die darüber definierbaren Merkmale des vorliegenden Fundmaterials ausreichend berücksichtigt. Den „stilistischen Merkmalen" kommt bei der Analyse neolithischer Keramik viel größere Bedeutung zu als den technischen Charakteristika. „Andere keramische Merkmale, wie die spezifische Zubereitung des Tones (Magerung) und die Herstellungstechnik 189 Ebd. 317. 190 Ebd. 79, Tabelle 2. 191 DOHRN-IHMIG 1974. 192 DORAN - HODSON 1975. 193 STEHLI - ZIMMERMANN 1980. 194 LICHARDUS-ITTEN 1980. 195 VOSSEN 1971. 196 GLESER 1995. 197 RIEMER 1997. 198 SCHNEIDER 1989. 199 HEINER 1989. 200 MEISENHEIMER 1989. 201 RULF 1998. 30

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