Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 29. (Szekszárd, 2007)

Zalai-Gaál István: Von Lengyel bis Mórágy. Die spätneolithische Grabkeramik in Südtransdanubien aus den alten Ausgrabungen. I. Analyse

(Brennprozess, Oberflächenbehandlung) sind innerhalb von historischen Einheiten nicht von kulturellen Faktoren, sondern vom technologischen Stand abhängig" 202 . Die „archäologische Keramik" kann Gefaßkeramik, Baukeramik und „technische Keramik" sein. Eine „Scherbe" ist gebrannter Ton beliebiger Form - in der Archäologie versteht man darunter ein Keramikfragment 203 . Bei der Analyse wird gewöhnlich die Magerung des Tons, die Behandlung der Oberfläche, die Wanddicke, Verzierungstechnik, Farbe und der Brennprozess berücksichtigt 204 . Die Merkmale lassen sich also in zahllosen Kategorien gliedern. Bei den aus den Gräbern unversehrt erhalten gebliebenen oder bei ergänzten Keramiken ist nur schwer die Art der Magerung (Quarz, Kalk, Muschelsplitter, organisches Material, keramische Splitter, usw.) und deren Größe (wenig gemagert: 0,002-0,063 mm, fein gemagert: 0,063-0,2 mm, mäßig fein gekörnt: 0,2-0,63 mm, grobkörnig: 0,63-2,0 mm und sehr grobkörnig: 2,0-6,3 mm) feststellbar 205 . Diese Merkmale sind ebenso wie die Wanddicke in erster Linie nur an einer Bruchstelle zu beurteilen. In Bezug auf die Oberfläche sind der Erhaltungszustand der Keramik (gut erhalten, abgerieben, originale Oberfläche fehlt, Oberfläche versintert, usw.), die Spuren der Gefaßfertigung (Abdrücke auf dem Boden, Fingerabdrücke, Drehriefen, usw.), die Farbe und Struktur der Oberfläche auf Außen- und Innenseite (glatt, ungerade, grob, körnig, porös), die Art einer evtl. vorhandenen Polierung (matt seidenglänzend, glänzend, metallisch glänzend, usw.), die Behandlung der Oberfläche (keine, geglättete, polierte, usw.) und Engobeaufträge die wichtigsten Merkmale. Darüber hinaus sind auch Nutzungsspuren, auf den originalen Inhalt hinweisende Reste und nach dem Brand erfolgte Reparaturen zu untersuchen. Die Verzierung kann als Bemalung, in plastischer Form, als Ritzung oder als Engobierung, ausgeführt sein. Die Probleme und typologischen Fragen der mittel- und südosteuropäischen neolithischen bzw. äneolithischen Öfen, darunter auch der Keramikbrennöfen wurden - unter anderen - von P. Duhamel 206 , J. Petrasch 207 und E. Comsa 208 zusammenfassend betrachtet. Mit den technologischen Einzelheiten des keramischen Brandes haben sich z. B. A. O. Shepard 209 , A. Vogelsberger 210 , M. Bares, M. Licka und M. Ruzicková 211 sowie J. Kovárník 212 eingehender befasst. Das Brennen von Gefäßen kann in oxidierender, reduzierender oder wechselnder Brennatmosphäre erfolgen. Daneben liegen auch Merkmale sekundär verbrannter Keramik vor. Neolithische Öfen sind von mehreren mitteleuropäischen neolithischen Fundstellen ebenso wie auch aus den bemaltkeramischen Kulturen des Balkan bekannt 213 . Zumeist handelt es sich um mit Kuppeln überdeckte eingegrabene Brennkammern 214 . Obwohl in den Fundstellen der transdanubischen Lengyel-Kultur noch keine Brennöfen gefunden wurden 215 , kann man an Hand der Funde und der Ausgrabungsbeobachtungen 216 davon ausgehen, dass die Töpfer der Lengyel-Kultur ihre Gefäße in Grubenöfen und/oder einfachen Kuppelöfen brannten 217 . Erwähnenswert sind die auf dem eponymen Fundort der Lengyel-Kultur in den Jahren 1982-1983 freigelegten Reste eines Pfostenbaues, in dem sich eine oben offene Lehmkuppel und einer großen Menge von rotbemalten, auch sekundär verbrannten Scherben fand 218 . 202 LICH ARDUS - LICHARDUS-ITTEN 1993, 76; 1995, 36. 203 SCHNEIDER 1989, 10. 204 STEHLI - ZIMMERMANN 1980; MEISENHEIMER 1989, 9. 205 HEINER 1989, 44; SCHNEIDER 1989, 19. 206 DUHAMEL 1979. 207 PETRASCH 1986a; 1986b. 208 COMSA 1976. 209 SHEPARD 1980. 210 VOGELSBERGER 1981. 211 BARES - LICKA - RUZICKOVÁ 1981. 212 KOVÁRNÍK 1982. 213 COMSA 1976; ELLIS 1984; KALICZ 1988, 63. 214 DREW 1979, 38. 215 KALICZ 1998, 63. 216 PODBORSKY 1971; COMSA 1976; KALICZ 1975; 1976a; PETRASCH 1986a. 217 LICKA 1994, Abb. 4. 218 ZALAI-GAÁL 1995, 73., Abb. 15b. 31

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