Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 19. (Szekszárd, 1996)
István Zalai-Gaál: Neufunde der neolithischen anthropomorphen Idolplastik im südlichen Transdanubien
ist. Die Stirn lädt seitlich stark aus, wodurch zusammen mit einer ähnlichen Auszeihung des Hinterkopfes, für die flache Hinterkopfes entsteht" (HÖCKMANN 1965, 2). Das Gestalt des Kopfes ist bei 25 Fällen bekannt. Die Feststellung von O. Höckmann über die LBK-Köpfe, dessen nach die dreieckigen Köpfe eine kanonartig festgelegten „Normaltyp" darstellen, ist auch bei den südtransdanubischen Lengyel-Köpfen gültig (HÖCKMANN 1965, 2). Die Köpfe sind meistens schematisch gebildet, doch kann man ganz grob fünf Hauptformen erkennen: kugelige (1), gedrückte (2), oben abgerundete (3), oben flache (4), oben dreieckige (5) und scheibenförmige (6) Köpfe. Die Köpfe und Gesichte der Statuetten 004 und 027 wurden quer nach oben gerichtet. Bei den Kopfformen kann man auch die Wirkungen der Vinca-Kultur ins Betracht nehmen (KOROSEC 1953; HÖCKMANN 1968/1, 52). b) Gesichtsdarstellungen: Wie der Kopf, sind auch das Gesicht bzw. die Gesichtsteile schematisch und einfach dargestellt: Das Gesicht wurde in den meisten Fällen durch den Zusammendrücken des vorderen Kopfteiles ausgestaltet (No. 001, 007, 009, 010, 012, 013, 021, 022, 028, 029, 033, 035, 036). Der quer nach oben gerichtete Mórágyer Kopf 004 hat einen maskierten Charakter und auch die einzelnen Gesichtsteilen des Kopfes 032 sind verhältnismäßig naturtreu dargestellt. Während der Vinca-Bl-Periode „war das größte Problem das richtige Verhältnis der Nase, die in Form eines Schnabels aus der Grundmasse ragte, zu den Augen. Durch die Vergrößerung der Nase wurden die geraden Flächen des dreieckigen Gesichtes schief und mit ihnen auch die Augen" (SREJOVIC 1982, 204). Die Nasen der südtransdanubischen Figuren sind meistens durch den Zusammendrücken des Vorderteiles entstanden. Plastisch stärker betonte Nasen sind bei den Exemplaren 007, 009, 021, 031 und 032 zu sehen. Die Tonstatuette 009 ist durch eine besonders große plastische Nase gekennzeichnet. Auf diaAugen wurden bei den Figuren 004,016 und 029 durch kurze Einschnitten oder Strichen, bei den Exemplaren 005, 007, 012 und 018 durch schiefe Löchern angedeutet. Die charakteristischen „Vinca-Augen" sind in SO-Transdanubien nicht kennzeichnend: „Vinca-Traditionen" könnte man am besten beim stark modellierten Gesichtsteil des Exemplares 032 von Györe aufnehmen. Der Mund ist bei sechs Idolen (No. 004, 005, 009, 016, 027, 029) durch horizontale Einschnitte oder mit Strichen gebildet. Es sind zwei Exemplare bekannt, wo auch das Haar dargestellt wurde: „Oben am Kopf (016 von Zengóvárkony) und hinten deuten die verwischten Linien das Haar an" (DOMBAY 1939-1940., T. 1. 1; I960., T. 87. 5, T. 114. 5. a-b). Der Kopf der Statuette 024 von Mórágy ist abgebrochen, die eingeritzten vertikalen langen Linien weisen aber darauf hin, daß auch der Kopf ähnlicherweise mit Haar versehen wurde. c) Armhaltungen: Die Fragen der Armhaltungen der MBK-Plastiken behandelte V Podborsky schon früher eingehend (PODBORSKY 1985). Nach seiner Konzeption ist die Armhaltung der Figure ein typologisches Kriterium ersten Ranges (PODBORSKY 1985, 210). Die Arme der südtransdanubischen Tonidole wurden plastisch geformt, die Armhaltung ist in 11 Fällen bekannt. Die Hände (Arme) der Mórágyer Sitzfigur 001 liegen unter den Brüsten. Bei der Frauenfigur 002 befinden sich die Arme unter den Brüsten, die Hände liegen zwischen den Brüsten bzw. unter dem Halsteil nebeneinander: hier wurden auch die Finger einzeln plastisch dargestellt. Die Handhaltung der Frauenfiguren 008 und 020 sind im wesentlichen mit deren der vorangehenden übereinstimmend. Die Arme bzw Hände der stehenden Tonstatuette 010 von Mucsfa und der 021 von Mórágy sind auf dem Bauchteil zusammengefaltet, auch hier wurden die Finger einzeln geformt. Die Zengóvárkony er Frauenfigur 018 („Mutter mit Kind") hält das Kind zwischen den auf dem Brust- bzw. Bauchteil zusammengefalteten Händen. Der rechte Arm der weiblichen Statuette 035 von Villánykövesd hat eine senkrechte Position, während der linke befindet sich unter bzw. auf der linken Brust. Sich verjüngende horizontale Armstümpfe kommen bei zwei Mórágyer Frauenidolen (021, 024) vor. Die Handhaltung der Tonfiguren 006 und 025 von Mórágy-Tuzkódomb und 029 von Mucsfa kann nicht mit voller Sicherheit festgestellt werden. Es ist bemerkenswert, daß die Mehrzahl der Arm- und Handaltungen der südtransdanubischen Idole der MBK-Idolplastik nicht erscheint in. d) Beinehaltungen: Die Füße oder Beine sind bei den Sitzfiguren in keinem Fall vollständig erhalten. Die Körperteile sind (wurden) im Fall der Frauenfigur 001 von Mórágy-Tuzkódomb und der Tonstatuetten 011 bzw 019 von Zengóvárkony bei den Knien abgebrochen. Die originale Beinehaltung der Sitzfiguren sind bei dem Mórágyer Exemplar 030 und dem Zengóvárkonyer 011 erhalten. Die Schämel oder Throne sind in jedem Fall (No. 001, 011, 019, 030) nur mangelhaft erhalten. Die Hauptmerkmale der behandelten südtransdanubischen menschlichen Tonplastiken wurden in der Tabelle 2 zusammengefaßt. 63