Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 17. (Szekszárd, 1992)
Koppány Tibor: Die Architektur des Marktfelckens und Gutsherrschaft Ozora
Die Architektur des Marktfleckens und Gutsherrschaft Ozora Die, im nördlichen Winkel des Komitats liegende Ortschaft Ozora ist heute ein schwer zugängliches, unterentwickkeltes, kleines Dorf, im 18 Jh. war es aber eine bedeutende Siedlung, Zentrum der südtransdanubischen, in drei Komitaten liegenden fürstlich Esterhazyschen Besitztümer. In der Mitte des Dorfs liegt das zweistöckige, im Barockstil erhaltene Lagerhaus, das auf die Mauern der mittelalterlichen Burg gebaut wurde. Seine partielle Renovierung und Umwandlung in ein Museum ist zur Zeit im Gang. Die Burg Hess der gebürtige Florenzer, Filippo Scolari, mit bekanntem Namen Pipo von Ozora, ein beliebter Hofmann des ungarischen Königs und späteren deutsch-römischen Kaisers, errichten. Nach dem Jahre 1545 wurde sie eine Festung des von den Türken eroberten Landteiles. 1686 hat sie die Befreiungsarmee nach kurzer Belagerung zurückerobert, die südliche Seite wurde damals zerschossen. Das, zur Burg gehörende Herrschaftsgut hat die Familie Esterházy erworben. Nach der neuen Kolonisation Hessen sie in den 1770-er Jahren die Ruinen der Burg in ein Barockschloss umbauen, zur gleichen Zeit hat man die daneben liegende Kirche errichtet. Mit den Bauarbeiten begann eine grossangelegte organisatorische Tätigkeit, deren Resultat eine, die, in den Komitaten Tolna, Somogy, Baranya liegende Esterhazysche Besitztümer umfassende Verwaltungsorganisation mit dem Sitz Ozora, war. Das Zentrum des Grossgrundbesitzes wurde die, in Schloss umgewandelte Burg, hier wohnte der Gutsverwalter und ein Teil der ihm untergeordneten Beamten, hier befanden sich ihre Büros, die gutsherrschaftliche Kasse und Archiv, im Keller lagerte man Wein, im Dachboden Getreide. Am Fusse der Burg wurden für den anderen Teil der herrschaftlichen Beamten sowie für die Angestellten und Handwerker Wohngebäuden, zu ihrer Versorgung ein Gasthof und Läden errichtet. Zentrum der landwirtschaftlichen Produktion wurde die neben dem Dorf liegende Meierei, wo Speicher, Scheunen, Stallungen und die Wohngebäuden der hier tätigen Gutsarbeiter gebaut wurden. Auf dem, unterhalb der Burg fliessenden Sió-Kanal legte man Getreide- und Walkmühlen und eine Färberei an. Um. 1740 entstand endlich jenseits des Sió-Kanals ein Gestüt und eine Reitschule. Die Bauarbeiten wurden aus dem damaligen Zentrum aller Esterhazyschen Besitztümer, aus Eisenstadt (heute Sitz von Burgenland in Österreich) geleitet. Hier haben sie jenen Bauapparat organisiert, der das riesige Esterhazy-Majorat umfasste, die Gebäuden entwarf und si grösstenteils auch verwirklichte. Seit den 1720-er Jahren war der aus Brück an der Leitha (Niederöstrreich) stammende Johann Georg Wimpassinger der leitende Baumeister, er entwarf die Baupläne, und war zugelich der oberste Leiter und Aufseher der Bauarbeiten. Die Entwürfe der Umbauung der Burg blieben nicht erhalten, obwohl die Schriften des Esterházy-Archivs sie in den Jahren 1729-30 erwähnten. Der Verfasser der Pläne ist unbekannt, da aber zu dieser Zeit alle Pläne Meister Wimpassinger anfertigte, war er warscheinlich der Konstrukteur. An dem, im Jahre 1728 erstellten Bauplan der Kirche ist sein Name zu lesen. (Bild 1.), er ist auch der vermutliche Schöpfer der zwei Varianten des Entwurfes vom Gestüt, die vor 1740 an17 257