Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 17. (Szekszárd, 1992)
Koppány Tibor: Die Architektur des Marktfelckens und Gutsherrschaft Ozora
gefertigt wurden (Bild 3. a-b), Verfasser der nicht durchgeführten Plänen eines Speichers aus dem Jahre 1745, und des Entwurfes der Mühle auf dem Sió-Kanal, aus dem Jahre 1751 (Bild 6-7). Zur Erweiterung der Kirche ist ein Riss aus dem Jahre 1738 erhalten geblieben, dessen Verfasser unbekannt ist. (Bild 2.) Von der bedeckten Reitschule des Gestüts blieb noch ein Querschnitt erhalten, den der Baumeister Carl Jungbert 1754 zeichnete. (Bild 4.) In demselben Jahr wurde der Plan des herrschaftlichen Gasthofs (Bild 9.) und in der Mitte des Jahrhunderts der des Quartierhauses (Bild 8.) fertiggestellt. Aus dieser Zeit erhielten sich noch zwei weitere Entwürfe ohne Datum und Unterschrift über den, östlich der Siedlung, jenseits des Sio-Kanals errichteten Wildparks und über das dort stehende zweistöckige Gebäude. (Bild 10-11.) Baumeister Wimpassinger nahm 1755 Abschied von seinem Arbeitsplatz, als er in Ruhestand ging. Seine Stelle übernahm der in Wien geborene Johann Ferdinand Mödlhammer. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es zu einer Wende in der Verwaltung der Bauangelegenheiten der Esterhazyschen Herschaftsgüter. Das Eisenstadter Bauamt blieb nur ein administratives Zentrum, die Bauarbeiten mussten von der Planung bis zur Durchführung auf zentrale Veranlassung von den örtlichen Gutsverwaltungen, so auch in Ozora organisiert werden. Der Konstrukteur der neuen Gebäuden wurde der Baumeister Johann Kerschhoffer aus Székesfehérvár. 1771 entwarf er den Riss des Pfarrhauses (Bild 12.), 1772 gemeinsam mit dem Zimmermann Steiner Pläne zu dessen Erweiterung (Bild 13.). Ein dritter erhaltener Entwurf von ihm ist der des Wirtschafterhauses (Bild 15). Zur gleichen Zeit beauftragte man den sonst unbekannten Maurermeister, Franz Pfisterer mit der Planungsarbeit eines neuen, zweistöckigen Speichers (Bild 14), der aber nicht aufgebaut wurde. Die Reihe der Pläne der 1770-er Jahre schloss der Riss des Gasthofes, ohne Datum und Unterschrift. Natürlich Hess die Gutsherrschaft nicht nur im Zentrum, Ozora bauen. Unter den Akten erhielten sich keine weiteren Entwürfe aber die Abrechnungen und Zusammenschreibungen sprechen noch von zahllosen Bauarbeiten: Über die Kirchen von Dombóvár, Döbrököz, Keszi, Kocsola, Kónyi, Kurd, Pari, Pincehely, Regöly, Szakály, Szakcs, Tamási, über die stockhohen Speicher von Kaposvár, Dombóvár, Szentlőrinc, über das Schloss von Miklósvár bei Tamási und über den Bau weitere, noch heute vorhandener Gebäuden. Die Forschung der Bautätigkeit der Gutsherrschaft von Ozora berichtet über den Wiederaufbau im Jahrhundert nach der Türkenherrschaft, und dient mit vielen, bisher unbekannten Informationen zur Geschichte der südosttransdanubischen, dörflichen Barockkirchen und herrschaftlichen Bauarbeiten, und gibt Aufschluss darüber, wie und in welcher organisatorischen Form die Bautätigkeit durchgeführt wurde. 258