Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Walter Pohl: Historische Überlegungen zum awarisch-byzantinischen Austausch

Reichtums dem Transithandel, den sie kontrollierten und von dem sie Abgaben einhoben. Die Chasaren waren durch die Entwicklung des byzantinischen und arabischen Nordhandels wesentlich weniger als noch die Awaren auf den „politi­schen" Austausch mit Byzanz angewiesen. Die Sozialordnung eines Steppenrei­ches war jedoch bedroht, wenn es selbst eine freie Warenwirtschaft übernahm, wenn seinen führenden Mitgliedern der Warenwert der Güter wichtiger wurde als der Prestigewert. Der Austausch zwischen Byzanz und den Trägern der Barbaren­reiche war eben nicht von einem selbstregulierenden Markt geprägt, wie wir ihn kennen; er wurde mehr von Machtpolitik und Prestigestreben, von rituellem Tausch und Legitimationsbedürfnissen gesteuert als von den Gesetzen des Mark­tes. Dennoch folgte er einer eigenen Art von Ökonomie; vielleicht wird es der archäologischen Forschung gelingen, mehr über die Formen dieses Austausches herauszufinden, als der Literar-Historiker anbieten kann. LITERATUR István Bona, Die Awaren. Ein asiatisches Reitervolk an der Mittleren Donau. In: Die Awaren in Europa, Ausstellungskatalog Frankfurt/M. 1985, 5-19. Klaus Hesse, Der Austausch als stabilisierender Faktor der politischen Herrschaft in der Geschichte der Mongolei. Das Beispiel der Hsiung-nu, Ural-altaische Jahrbücher N. F. 4 (1984) 150-70. Attila Kiss Die Goldfune des Karpatenbeckens vom 5.-10. Jahrhundert. Angaben zu den Vergleichs­möglichkeiten der schriftlichen und archäologischen Quellen. Acta Arch. Hung. 38 (1986) 105-45. Liu Mau-Tsai, Die chinesischen Nachrichten zur Geschicte der Ost-Türken (=T'u-küe) 1. Göttinger Asiatische Forschungen 10, Wiesbaden 1958. Marcell Maus, Die Gabe. Frankfurt/M. 1968. Walter Pohl, Die Awaren. Ein Steppenreich in Mitteleuropa, 567-822 n. Chr. München 1988. Ernst Stein, Studien zur Geschichte des byzantinischen Reiches vornehmlich unter den Kaisern Justi­nus II. und Tiberius Constantinus. Stuttgart 1919. 96

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