Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die awarischer Kultur - Zlata Čilinská: Die awarenzeitlichen Frauengräber mit Pfederbestattung in der Slowakei

Vsechsvätych, aus denen ebenfalls Frauenreitergräber bekannt sind, befinden sich im Süden der Ostslowakei, d. h. in einer anderen geographischen Region. Diese geringe Anzahl von Frauenreitergräbern würde sich gewiß erhöhen, wenn zielbewußt anthropologische Materialanalysen aller Gräberfelder aus der Zeit des awarischen Kaganats in der Slowakei realisiert würden. Leider geschah dies nicht aus verschiedenen Gründen. Eine eindeutige Geschlechterbestimmung der Bestatteten nur aufgrund archäologischer Funde ist nicht immer möglich. Wie die bisherigen Erkenntnisse zeigten, befindet sich nicht immer in jedem der Frauenreitergräber typisches Inventar für Frauen, wie z. B. Perlen, Spinnwirtel resp. Nadelbehälter. Umgekehrt, wie ich später zeigen werde, sind dies eher spora­disch vorkommende Gegenstände. Der Vollständigkeit halber ist noch anzuführen, daß auf mehreren Gräberfel­dern, deren anthropologisches Material bestimmt wurde (z. B. Nővé Zámky, Rad­van nad Dunajom-Zitavská Tön), keine Frauenreitergäber vorkamen. Für das Studium der Frauenreitergräber bestehen keine günstigen Bedingun­gen. Wie ich schon anführte, befand sich der Großteil von ihnen auf den Gräber­feldern in Komárno, und diese gehören zu solchen, auf denen beinahe alle Gräber zerstört waren, vor allem die Reitergräber, die Frauen nicht ausgenommen. Auch die waren auf barbarische Weise breitgeworfen, und zwar nicht nur das Skelett der Frau, sondern auch das des Pferdes. In mehreren Gräbern erhielt sich vom Frauenskelett fast nichts. Es fehlte das Inventar, was nicht geringe Probleme beim Studium verursacht. Das Fehlen des Inventars betrifft auch die Pferdeausrüstung. Vereinzelt erhaltener z. B. vergoldeter Zierat der Pferdeschirrung zeugt von ihrer ursprünglich reichen Verzierung. Genaue Angaben über das Alter der mit Pferd bestatteten Frauen gibt es nur aus drei Gräberfeldern in Komárno (JAKAB - VONDRÁKOVÁ 1982, 395-427; GOMOLCÁK - JAKAB 1987, 345-364). Von acht, waren in sieben Gräbern Frauen im Alter Maturus bestattet (zwei 40-50 jährige, fünf 50-60 jährige). Nur im Grab 19 in Komárno war es eine Jugendliche (16 Jahre). Abgesehen von ihr, über­schritten alle diese Frauen den Zenit ihres Lebens, und das Recht, ein Pferd mit in das Grab zu bekommen, ergab sich wahrscheinlich nicht nur aus ihrer Zugehörig­keit zu einer bestimmten Gesellschaftsgruppe, sondern besonders aus ihrer im Leben erworbenen Stellung. Das Alter der Pferde bewegte sich von 1 bis zu 20 Jahren (AMBRO S - MÜL­LER 1965,89-108). Von 11 analysierten Individuen waren drei Stuten 20 jährig, die vierte und sechs Hengste waren junge Individuen (1, 2, 3 und 5-6 jährig). Sechs Hengste und vier Stuten (ein Geschlecht wurde nicht bestimmt) ist ein etwas abweichendes Verhältnis, als es in Männergräbern vorkommt, wo fast ausschließ­lich nur Pferde männlichen Geschlechtes vertreten waren (AMBROS - MÜLLER 1965, 83). Die Unterbringung eines gesattelten Pferdes in das Grab gehört zum Bestat­tungsritual, das nicht nur bei Nomadenvölkern gebräuchlich war. Allgemein wird angenommen, daß das Pferd einem Krieger in das Grab gegeben wurde. Es gibt jedoch auch zahlreiche Fälle wo das Grab, mit dem Pferd nicht nur ohne jegliche Waffe, sondern bis auf die Keramik eventuell ein Messer, vollkommen ohne Funde ist (CILINSKÁ 1988). Eine ähnliche Situation herrscht auch bei den Frauengräbern. Am häufigsten erschienen in ihnen Keramiken (9) und Eimer (8), d. h. gerade Beigaben, die für 136

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