Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Dieter Kaufmann: Der Spätlengyel-Horizont im älteren Mittelneolithikum des Elbe-Saale-Gebietes
ten einige davon allgemein der entwickelten Gaterslebener Gruppe zugeordnet werden (Abb. 4, 8, 11). Neben diesen Hinterlassenschaften kennen wir einige Siedlungsfunde, die einem jüngeren Abschnitt des Spätlengyel-Horizontes angehören und aus dem archäologischen Inventar der Gaterslebener Gruppe auszusondern sind. Dazu gehören Funde aus Siedlungsgruben von Gröna, Kr. Bernburg (D. KAUFMANN. W. NITZSCHKE 1976), und Kmehlen, Kr. Großenhain (W. BAUMANN, J. SCHULTZE-MOTEL 1968; K. KROITZSCH 1973,89, Taf. 1 d, i), sowie eventuell die Siedlungsfunde von Dresden-Nickern (Abb. 4, 1-6; IC KROITZSCH 1973, 89). 10 Unter dem Material von Kmehlen befand sich das Fragment einer ungegliederten Amphore mit Henkelöse auf der größten Bauchweite (Abb. 4, 5; K. KROITZSCH 1973, Taf. 1 i). Das könnte dafür sprechen, daß auch einige andere als Einzelfunde geborgene Amphoren nicht der Gaterslebener Gruppe, sondern einem jordansmühlzeitlichen Horizont angehören (Abb. 4, 7, 10; K. KROITZSCH 1973, Taf. 3 k; 6 a-b; 20 a). In diesem Zusammenhang wäre zu überlegen, ob die auf dem Fundplatz bei Gröna als Einzelfund geborgene und zunächst der Gaterslebener Gruppe zugeordnete Amphore (D. KAUFMANN, W. NITZSCHKE 1976, Abb. 3 b) nicht auch dieser Phase zuzuordnen ist. Die Funde von Gröna, Kmehlen und wohl auch Dresden-Nickern sind am ehesten einem frühen Abschnitt der Stufe Lengyel V zuzuweisen, da im Fundmaterial bereits Elemente auftreten, die aus der Jordansmühler Kultur belegt sind, andererseits jedoch typische verzierte Tonware der Jordansmühler Kultur fehlt. Dieses Fundmaterial könnte nunmehr, da es hier unvermittelt ohne Vorbilder in der entwickelten Gaterslebener Gruppe auftritt, die von M. ZÁPOTOCKÁ (1969,543) in folgenden Satz gekleidete Frage beantworten: „Ob Gruppen der späten Lengyel-Kultur bis in das Saalegebiet vordrangen, können wir heute nicht mit Bestimmtheit sagen. Ausdrucksvolle Funde der Spätphase der Lengyel-Keramik allerdings, die mit den entsprechenden Denkmälern aus Mähren und Böhmen vergleichbar wären, fehlen bisher in diesem Raum." Die Herkunft des für das Elbe-Saale-Gebiet fremdartigen Spätlengyel-Materials kann z. Z. nur mit der Einwanderung kleinerer Bevölkerungsgruppen möglicherweise noch während der jüngsten Stufe der Gaterslebener Gruppe aus dem Südosten erklärt werden, wie dies ebenfalls für die Funde der Jordansmühler Kultur von Wulfen, Kr. Köthen, als einleuchtende Erklärung in Betracht käme. Das keramische Material unterscheidet sich deutlich vom Inventar der entwickelten Gaterslebener Gruppe. Bisher sind leider jedoch nur Fragmente der Gef ißformen belegt. Dazu gehören Amphoren und engmündige Gefäße mit weiten randständigen Henkeln (Abb. 4,2,5; IC KROITZSCH 1973,89, Taf. 1 d, i), Schalen mit einwärts geknickter Mündung (Abb. 4, 4; D. KAUFMANN, W. NITZSCHKE 1976. Abb. 1 a; K KROITZSCH 1973, 89 - Dresden-Nickern), Knickwandschalen mit ausschwingender Mündung (Abb. 4,3), grobe Gebrauchsware vor allem in Form von überwiegend engmündigen becherförmigen Gefäßen wohl stets mit Standboden (Abb. 4,6) sowie an Sonderformen Löffel bzw. Schöpfkellen (Abb. 4,1; D. KAUFMANN, W. NITZSCHKE 1976, Abb. 1-2). Hier dürfte auch der als Einzelfund geborgene Knickwandtopf mit einwärts gebogener Mündung und paarigen ovalen Eindrücken auf dem Umbruch von Königsaue, Kr. Aschersleben, anzuschließen sein. Kennzeichnend für die feine Gebrauchskeramik sind paarige oder drei ne280