Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Dieter Kaufmann: Der Spätlengyel-Horizont im älteren Mittelneolithikum des Elbe-Saale-Gebietes

beneinander eingedrückte ovale Grübchen auf dem Umbruch und für die grobe Gebrauchskeramik einzelne oder paarig aufgesetzte Knubben (Abb. 4, 3-4, 6). Die Datierung dieses Horizontes ist gegenwärtig noch nicht problemlos. Ein­zelne Elemente im Keramikinventar deuten bereits auf die Jordansmühler Kultur, beispielsweise die engmündigen Gefäße mit weiten randständigen Henkeln (siehe auch W. BAUMANN, J. SCHULTZE-MOTEL 1968, 11) sowie die Fußschalen und Knickwandschalen mit einwärts geknickter Mündung (vgl. B. NOVOTNY 1950, Abb. 14,1; 15; 16,4; 21). Unter diesen Funden fehlt jedoch typisches Mate­rial, das eine Zuordnung der Siedlungsgrubenbefunde von Gröna und Kmehlen zur Jordansmühler Kultur klar erweisen würde, zumal verschiedene dieser Ele­mente bereits ab Stufe II a der mährischen bemalten Keramik belegt sind (vgl. P. KOSTURÍK 1973, Taf. 1-12; V. PODBORSKY 1970, Abb. 12-13). Ein Blick auf die Tonware der unter starkem Lengyeleinfluß entstandenen Keramik der Sied­lung der entwickelten Bischheimer Gruppe von Schernau, die mit der Stufe Len­gyel IV synchronisiert wird, erweist, daß das Vorkommen von Fußschalen mit ein­wärts geknickter Mündung, von Grübchenverzierung, von Amphoren, von rand­ständigen Ösenbechern (J. LÜNING 1981, Taf. 5-7,10,2 u. a.) als ein allgemein unter dem Einfluß der späten unbemalten Lengyelkultur verbreiteter Zeitge­schmack angesehen werden kann. Andererseits ist die archäologisch-kulturelle und zeitliche Nachbarschaft des Fundmaterials aus den Gruben von Gröna, Dres­den-Nickern und Kmehlen zur Jordansmühler Kultur nicht zu übersehen (siehe hier auch die Übereinstimmung mit der jüngsten Lengyelstufe IV nach J. PAVÚK 1981, Abb. 14; Abb. 14; der Stufe IV der MBK und der mährischen Jordansmühler Kultur nach V. PODBORSKY 1970, Abb. 13 und 15), P. KOSTURIK 1973, Abb. 10 v. 12 so daß man dieses Material, das Verf. als Typus Gröna bezeichnet hat, zeit­lich unmittelbar vor der Jordansmühler Kultur als frühes Lengyel V einordnen muß. Deutliche Unterschiede zur Gaterslebener Gruppe haben gezeigt, daß die­ses Material nicht zum archäologisch-kulturellen Verband der sich unter südöstli­chen Einflüssen auf heimischer Grundlage entwickelnden Gaterslebener Gruppe zu rechnen ist. Gleichzeitig wird auch deutlich^ daß angesichts der hier vorgetrage­nen zeitlichen und archäologisch-kulturellen Überschneidungen der Zeitraum für die Lengyelstufen IV und V nicht sehr groß zu bemessen sein wird. Unvermittelt tritt mit den Funden vom Typus Gröna ein Fundmaterial am Übergang von älteren zum jüngeren Mittelneolithikum im Elbe-Saale-Gebiet auf, für das bislang nur wenige Analogiefunde bekannt sind. Am ehesten könnten die­se Funde mit solchen aus zwei Gruben von Radöice bei Plzen (vgl. J. LÜNING 1976, Taf. 73 B-75) verglichen werden. Abgesehen von einigen Unterschieden, an den Funden von Gröna ist beispielsweise Grübchenverzierung (vgl. hierzu das Bischheimer Material von Schernau) belegt ? treten hier ebenfalls Gefäße mit ein­und auswärts gerichteter Mändung auf. J. LÜNING (1976,154) verweist die Funde in die Zeit von Jordansmühl I. L. SÜSS (1969,406) verbindet die Funde von Radei­ce aufgrund eines dort gefundenen Gefaßfragmentes mit typischer Verzierung so­gar mit der Münchshöfener Gruppe. Wir folgen der Meinung von J. LÜNING (1976,154/155) und schließen hier zugleich die Funde vom Typus Gröna ein, wenn er über die Grubenkomplexe von Radeice schreibt: „So zeigt das Nebeneinander dieser beiden Schüsseltypen wie der Formenschatz insgesamt, daß hier, am Westrand des Jordansmühler Verbrei­281

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