Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Dieter Kaufmann: Der Spätlengyel-Horizont im älteren Mittelneolithikum des Elbe-Saale-Gebietes

die weich profiliert sind und nicht selten einen deutlich ausgeprägten Standboden besitzen. Obwohl diese Trennung bisher noch nicht durch stratigraphische Befunde und außer den bei K KROITZSCH (1973, Tafelteil) vorgelegten Beigabengefaßen aus Gräbern der Gaterslebener Gruppe in keinen anderen Zusammenfunden zweifelsfrei herausgestellt werden konnte, soll der jüngere Entwicklungsabschnitt der Gaterslebener Gruppe in eine mittlere und in eine jüngere Stufe gegliedert werden. Danach sind zur mittleren oder klassischen Stufe der Gaterslebener Gruppe folgende Gefaßformen zu stellen: Streng profilierte dreigliedrige Becher; mit relativ scharfem Bauchumbruch; hochhalsige, dreigliedrige Becher; streng profilierte Becher mit rand- bzw. unterrandständigen Ösen; konische Schalen und Näpfe mit Knubben bzw. Henkelösen; die Fußschale mit konvexem Oberteil; die streng gegliederte Amphore; zweigliedrige Becher mit Henkelösen am Halsteil (Abb. 3,1-13). Geradezu typisch für die mittlere Stufe der Gaterslebener Gruppe sind die Beigaben der Brandgräber 66 bis 74 des Gräberfeldes von Rossen (H. BEHRENS 1968, 67 ff, Abb. 1-6). Ein Zusammenfund von Amphoren bzw. Fußschalen mit gegliedertem Oberteil und auswärts gerichteter Mündung mit Keramik der klassischen Stufe ist bislang nicht belegt, so daß eine gesicherte Zuordnung dieser allgemein für den jüngeren Entwicklungsabschnitt dieser Kulturgruppe nachgewiesenen Formen weder für die mittlere noch für die jüngere Stufe erwiesen ist. Die klassische Stufe der Gaterslebener Gruppe dürfte vor allem mit Lengyel IV zu synchronisieren sein. Da für das Gefäß von Weibsleben (Abb. 3,22) und einige andere analoge For­men verschiedentlich ein Vergleich, wenn nicht sogar eine Beeinflussung durch die Bodrogkeresztur-Kultur erwogen worden ist, das ältere Bodrogkeresztur mit Lengyel V korrespondiert (A- TOCÍK 1969, 452), tatsächlich auch verschiedene Gefaßformen der Ludanice-Gruppe (= Lengyel V) solchen der späten Gaterslebe­ner Gruppe entsprechen (J. LICHARDUS, J. VLADÁR 1964, Abb. 3, 1; 6, 1-3 und 50-51), wird man nicht umhin können, die jüngere Stufe der Gaterslebener Gruppe noch mit Lengyel V zu verbinden. Zu dieser Stufe der Gaterslebener Gruppe gehören „milchtopfartige" Becher mit hohem Hals, rundlich-konvexem Schulter-Bauchteil und leicht unterrand­ständigen Henkelösen; ähnliche Becher mit niedrigem, abgesetztem Hals; eng­mündige Randösenbecher; s-förmig profilierte Becher mit leicht ausgestelltem Standboden; Becher mit Trichterrand; Becher mit hohem, abgesetztem Halsteil; zweigliedrige Becher mit deutlich abgesetztem Standboden; Ösenbecher mit ho­hem, gerundetem Schulter-Bauchteil und Trichterrandschalen; weich profilierte Ösenbecher sowie Becher mit abgesetztem Halsteil und rundem Bauch (Abb. 3, 14-27). Geradezu typisch für die Spätstufe der Gaterslebener Gruppe sind der Be­cher von Welbsleben (Abb. 3,22) und die Gefäße aus dem Grabfund von Wallen­dorf (Abb. 3, 17-18). Außer diesen Hinterlassenschaften sind noch einige als Einzelfunde geborge­ne oder ohne weitere Beifunde aus Gruben stammende Amphoren und ein Trich­terbecher zu nennen, deren archäologisch-kulturelle Zuordnung nicht gesichert sind (Abb. 4, 7-11). Ausweislich der aus einer Siedlungsgrube der entwickelten Gaterslebener Gruppe von Rossen, Kr. Merseburg, geborgenen Amphore könn­279

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