Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Pavel Koštuřik: II. Stufe der Kultur mit mährischer bemalter Keramik
hältnismäßig unstabilen Gefaße nicht umstürzen konnten (vor allem die Becher mit dünner Wand). Auch in dieser Phase erscheint auf der Keramik Malerei, allerdings bleibt die Ausschmückung, durchgeführt mit Malerei, zahlengemäß zurück hinter der plastischen und eingetieften. Üblicherweise tritt die rote Malerei in Kombination mit der weißen oder beide selbständig auf. Von den gemalten Techniken stellen wir neben der gewöhnlichen Malerei und flachem Anstrich auch weiße Malerei auf roten oder Tongrund und weiße Bemalung mit Ausschabung fest. Die Grundelemente und Motive sind wegen der schlechten Erhaltung oftmals nicht zu bestimmen. Oft ist die Bemalung der Keramik in geringen Resten erhalten. Die Bemalung ist ebenso wie in der vorhergehenden Phase durch Qualitätsregelung der Oberfläche der keramischen Klassen ersetzt, mit dem Unterschied, daß die unechte Terra sigillata ersetzt wird durch unechte Terra nigra. Die unechte Terra sigillata erscheint nicht mehr. In Südmähren findet man außer der unechten Terra nigra auch Keramik heller Töne, gut poliert und manchmal schmückt die Oberfläche der keramischen Klassen eine Auflage mit Graphit. Großer Beliebtheit erfreute sich die eingetiefte Verzierung, die typisches Merkmal der IIb ist. Aber zum Unterschied von der vorherigen Phase ist die eingetiefte Verzierung nicht nur auf die Ränder und Ausbauchungen mittels verschiedener Einschnitte gebunden, sondern erscheint in großer Mannigfaltigkeit in Form verschiedener Rinnen, Mäander, Spiralen, geschlossenen Bildmotiven u. a. (Palliardi 1911, Taf. IX:B, XII, XIII; Vildomec 1928-1929, 35; Ko§tunk-Rakovsky-Pe§ke-Pïichystal-Salas-Sovoboda 1984, 388-389). Für Nordmähren sind besondere typisch verschiedene Gattungen gravierter Verzierungen in Form von Ringen, Kreisringflächen; beliebt waren auch verschiedene Stempel und Grübchen. Sehr problematisch ist die Behauptung J. Pavúks vom Wiederauftreten des geritzten Ornamentes, deduziert aus der I. Stufe der Kultur mit MBK, im Horizont Balaton I - Jordanów, welches in der Phase IIa der Kultur mit MBK verschwand und erst wieder in der Jordanow-Kultur erschien (Pavuk 1981,281). In Mähren existieren sichere Beweise über die typologische Anknüpfung der geritzen und gerieften Jordanów-Ornamentik in eingetiefter Ornamentik der Phase IIb der kultur mit MBK Größere Ungleichartigkeit stellen wir auch bei der plastischen Verzierung fest. Neben den „Eulenkopf'-Knubben, abgesetzen, hervorragenden und halbkugelförmigen, bewähren sich ausdrucksvoll laibförmige und flache. Für ihre Anbringung auf den Gefäßen ist typisch, daß sie bei den Topfformen nicht mehr am Rand angebracht sind, sondern unter ihm am Hals. Oft sind sie auf Gefäßen in Kombination mit den Henkeln zu finden (KoStufik 1973, Taf. 7:21). Ähnliche gibt es aus diesem Zeitabschnitt auch in Böhmen (Zápotocká 1981,44, Taf. V: 3-5). Bei den Schüsseln sind oft die laibförmigen und flachen Knubben unter dem Bauch des Gefaßunterteiles angebracht. Ähnlich wie in der vorhergehenden Phase ist der verschärfte Rand charakteristisch, der neben den anderen Formen eindrucksvoll überwiegt. Die Formenfulle der Phase IIb kann man im Detail nicht festlegen, denn es fehlt uns eine Übersicht der Formenverschiedenheiten. Es hat aber den Anschein, daß bei den Töpfen und Bechern weiterhin die dreigliedrige Bauart der Gefaße und Gliederung: Hals, Schultern und Unterteil überlebt. Bei den Schüsseln sind zahlreich vertreten die Formen mit konischer Profilierung (350), welche besonders verstärkte Schultern aufweisen, oft auch unterstrichen durch Rillen. Zum Unterschied von der vorhergehenden Phase kommt es zur Vermehrung der Schüsselanzahl mit rundlicher Profilierung und nach innen geknickten Schultern, 238