Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei

In der Westslovakei gibt es drei größere Tschernosemgebiete und alle waren während der Linear- und der Zeliezovce-Keramik dicht besiedelt. Auf der Trna­vaer Tafel ist diese Besiedlung sozusagen ausschließlich an Tschernosem gebun­den. Dieser Zusammenhang kann nicht zufällig sein. Einstweilen ist es unklar, wa­rum die ersten Bauern das heutige Tschernosemgebiet bevorzugten. Als am wahr­scheinlichsten zeigt sich die Alternative, daß die Tschernosem gerade infolge der Anwesenheit der ältesten Bauern entstanden, infolge ihrer allseitigen wirtschaftli­chen Aktivität, also kann man ihnen anthropologenen Ursprung zuschreiben. Es scheint, daß es während der Linear- und Zeliezovce-Keramik auf der Lößtafel westlich der Waag auf einer Fläche von ca. 500 km 2 zur Abholzung des ganzen Siedlungsareals kam, und zwar infolge der Wandlungen von Wald zum Ackerfeld, der Verwendung des Holzes zu Bauten, der Benötigung von Weiden für die Herden und infolge der voranschreitenden Trockenheit. Auf diese Weise könnten die ersten Bauern zur Entstehung einer Kultursteppe beigetragen haben, die geeigneite Bedingungen zur Bildung von Tschernosem schuf. Das allmähliche Abholzen und das dichte Besiedlungsnetz der Träger der Kultur mit Linearkera­mik und der Zeliezovce-Gruppe konnten zusammen mit den abnehmenden Nie­derschlagen zu einer solchen Erschöpfung des Bodenfonds geführt haben, daß die Bedingungen für rentable Landwirtschaft derart beschränkt wurden, daß die Sied­lungen der Zeliezovce-Gruppe verlassen wurden, und die Bevölkerung neue Mög­lichkeiten für die Anlegung ihrer Siedlungen suchte in unmittelbarer Nähe von Inundationsgebieten oder direkt in Inundationsgebieten und in höher gelegenen Braunerdeböden mit mehr Niederschlägen und besseren Bedingungen für den Weizenanbau. Nach dem heutigen Stand der Terrainüberprüfung (ohne speziell orientierte Geländebegehungen) entfallen auf die angeführten 500 km 2 Tschernosem minde­stens 50 Siedlungen der Kultur mit Linear- und Zeliezovce-Keramik, also eine Siedlung auf 1000 ha. Jedoch gibt es im selben Gebiet nur rund 25 Fundstellen der Lengyel-Kultur, also kommen auf eine Siedlung 2000 ha, d. h. 20 km 2 . Davon ent­fallen nur 5 Fundstellen in das Protolengyel und aus Lengyel I stammt nur eine. Auf dem Rand dieser Terrasse befinden sich auch fünf Siedlungen aus der Stufe Lengyel II und eine weitere liegt am Westrand des Schwarzerdedreieckes. In die Stufe Lengyel III kann nur eine einzige Fundstelle datiert werden und in die Stufe Lengyel IV gehören vier datierbare Fundorte. In der Zeit des Lengyel I begann die Besiedlung der Braunerdeböden in der Zone zwischen dem Tschernosem und dem Vorland der Kleinen Karpaten. Aus diesem Gebiet, das etwas kleiner ist als das des Tschernosems, stammen weitere 25 Fundorte der Lengyel-Kultur. Es han­delt sich um eine Region, aus welcher gänzlich Besiedlungsbelege der Linear- und der Zeliezovce-Keramik fehlen. Analog verlief auch die Besiedlungsentwicklung am Unterlauf der Gran und Nitra. Auch hier verschob sich die Lengyel-Besiedlung merklich in höhere Lagen der Braunerdegebiete zwischen der Nitra und Gran. Die Lengyel-Besiedlung setz­te sich auch nicht am slowakischen Donauufer zwischen Sturovo und Komárno fort, und ältere Stufen der Lengyel-Kultur finden wir auch nicht auf den Sanddü­nen am Unterlauf der Nitra^ Waag und auf der Schüttinsel. Überall waren dort vorher viele Siedlungen der Zeliezovce-Gruppe, so wie auch während älterer Epo­chen. Alle diese Gebiete wurden erneut erst während der Ludanice-Gruppe besie­delt. 215

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