Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei

Das totale Verlassen der Siedlungen der Zeliezovce-Gruppe konnte neben den erwähnten möglichen klimatischen Ursachen auch mit einer gewissen wirt­schaftlichen und sozialen Krise zusammenhängen, welche erst mit der Lösung der existierenden Widersprüchlichkeiten überwunden wurde. Den tiefen Wandel in der Wirtschaftstruktur illustriert gut auch die enorme Zunahme des Anteiles von Jagdwild in der Ernährung, als der Anteil von Wildknochen sogar rund 70% in den Siedlungen der Stufe Lengyel I erreichte (Bucany, Santovka, nach der Bestim­mung von C. AMBROS). Die Größe einer solchen Krise und deren Folgen läßt sich einstweilen nur schwer rekonstruieren und wir können auch nicht das Maß des Anteiles der südostlichen Komponente an ihrer Überwindung bestimmen. Einen der Auswege aus dieser Krise stellt offenbar auch die Entstehung einer neuen Siedlungsstruktur im Vergleich zur Struktur der Zeliezovce-Gruppe dar. Die aufkommende Lengyel-Kultur ist unter anderem durch eine weniger dichte Besiedlung charakterisiert, jedoch begleitet von der Entstehung großer Siedlun­gen mit größerer Häuseranzahl und mit planmäßiger Bebauung des Siedlungs­areals wie auch von der Entstehung eines neuen Haustyps. Ein markantes Merk­mal der Siedlungsstruktur der Lengyel-Kultur ist die Existenz von Fortifikations­architektur, von Siedlungen, die mit Gräben und Palisaden mit Wällen umgeben sind, wie auch von Siedlungen mit Palisadenumzäunungen. Es skizziert sich, daß nur einige Siedlungen der Stufen Lengyel I—II Fortifikationscharakter hatten, was von einer gewissen Hierarchie der Siedlungen und damit auch von einer mögli­chen Hiérarchisation der Gesellschaft zeugt. Mit Rücksicht auf die kurzbemesse­ne Dauer des Referates ist es nicht möglich, sich detaillierter mit mehreren aktuel­len und auch wichtigen Fragen der Besiedlung zu befassen, und ich beschränke mich im Weiteren nur auf die Hervorhebung einiger Erkenntnisse, die sich aus den Ergebnissen der laufenden Grabung in Zlkovce, Bez. Trnava und deren Kon­frontation mit Siedlungen anderer Stufen ergeben. Die Siedlung der Stufe Lengyel II in Peôeftady befindet sich auf einer hohen Tschernosemterrasse über dem Inundationsgebiet der Waag. Bei einer großen Rettungsgrabung verfolgten wir eine Fläche von rund 60.000 m 2 , von welcher wir ungefähr die Hälfte, abgesehen von mehreren nicht erschlossenen Abschnitten dazwischen, sozusagen systematisch freigelegt haben. In der ausgedehnten Sied­lung stellten wir zwei Umfassungspalisaden fest, die in einem unregelmäßigen Kreis verliefen, und ein System mehrerer Palisadenrinnen im zentralen Teil der Siedlung. Bis jetzt registrierten wir 70 Pfostenbauten. Spätestens während des Lengyel I wurde auch an der mittleren Donau das Überdachungsproblem des Pfostengroßhauses ohne viele innere, für die Archi­tektur der Kultur mit Linearkeramik so typischen Stützpfosten gelöst. In der Len­gyel-Kultur wurde allgemein das große zweiräumige Haus mit Pfostenkonstruk­tion und mit einer ausgeprägten Querwand ungefähr in der Hälfte der Hauslänge benützt. Hiermit näherte sich die Lengyel-Architektur der Architektur der neoliti­schen und äneolitisehen Kulturen in Südosteuropa. Nicht übersehen werden darf die Existenz der großen Pfostenhäuser ohne viele innere Pfosten schon aus der zeit der jungen Zeliezovce-Gruppe, die bis jetzt nur auf den Sanddünen in Hurba­novo (NOVOTNY 1958,14, Abb. 1.) und in Dvory nad Zitavou (Grabung des Au­tors) festgestellt wurden. Gegenwärtig sind mir am besten die Hausgrundrisse aus Zlkovce bekannt. Die zweiräumigen Häuser mit Pfostenkonstruktion sind gewöhnlich 15-22 m 216

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