Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Christine Neugebauer-Maresch: Zur relativen Chronologie der Lengyel-Kultur in Niederösterreich

das ganz eindeutig mit der Phase Ia der Mährischen Bemalten Keramik konform geht (erwähnenswert sind hier besonders die mehrzelligen Ritzlinien auch auf der Grobkeramik). Dazu gehören auch die neueren Funde aus den Kreisgrabenanla­gen von Straning, Straß im Straßertale und teilweise Kamegg (REINDL 1937, TRNKA 1984). Es fallt auf, daß diese klar dem südwestmährischen Material paral­lelisierbaren Funde aus dem ehemaligen Bereich des Vorkommens des Sarka-Ty­pus und der Stichbandkeramik stammen, also hier wohl das gleiche Substrat wie in SW-Mähren vorhanden war, während Friebritz (und vielleicht auch Unterwöl­bling) nur an den Randzonen der ehemaligen Einflußsphäre liegen. Durch die Importe von stichbandkeramischen Material im Friebritzer Fund­gut wird auch der Befund des Grabes von Praha-Dejvice untermauert (ZÁPO­TOCKÀ 1967). Offensichtlich geht die Entwicklung zur Lengyel-Kultur parallel mit der starken Veränderung in der stichbandkeramischen Verzierung, die die Wende von der III. zur IV. Stufe markiert. Belege dafür lassen sich auch direkt bei den Verzierungen finden. Gerade das für die Phase Ia der MBK sehr typische ge­ritzte Zick-zackmotiv, in Gruppen in vertikalen Streifen angeordnet (93) können wir in Stichtechnik auf der Stichbandkeramik wiederfinden (PODBORSKY 1970, Taf. XIX/14-Telnice, und Untermixnitz, FÖ 18,1979, Abb. 193). Umgekehrt sind wir zur Auffassung gelangt, daß das Typische an der bemalten Keramik des SW­mährischen Raumes in der Phase Ia, nämlich die bevorzugte Auflösung eines Flä­chenstreifens in kleine Einzelelemente (in Korpuskel oder auch Ellipsen) gerade nur durch den intensiven Kontakt mit der Stichbandkeramik, welcher Art er auch immer gewesen sein mag, zustande kommen konnte. Vor allem die Motive mit Parallel gesetzten Korpuskeln (061-064) und die Streifen kombiniert mit Streifen aus Ellipsen und Korpuskeln (120) sind unseres Erachtens eine Übersetzung der für die Stichbandkeramik typischen Einstiche in die Bemalung der Lengyel-Kul­tur. Daher können diese Motive massiert eigentlich nur dort auftreten, wo dieser direkte Kontakt mit der Stichbandkeramik stattgefunden hat. So dürfte es uns ei­gentlich nicht wundern, wenn im nordöstlichen Weinviertel diese Art der Verzie­rung nicht Platz greift. Deshalb erscheint es beim derzeitigen Wissensstand in Niederösterreich ge­rechtfertigter, eine Anfangsstufe von einer Frühstufe zu trennen, als die Phasen Ia und Ib wie in der MBK Diese Trennung liegt innerhalb der Phase Ia und könnte bei erweitertem Forschungsstand möglicherweise Niederösterreich in zwei Ge­biete teilen: Die dem südwestmährischen Raum anzugliedernde Zone mit stich­bandkeramischer Besiedlung, das ist vor allem der Raum Horner Becken, und die anfangs stärker durch östliche Einflüsse geprägte Zone des östlichen und nördli­chen Weinviertels. 4. Die Frühstufe der Lengyel-Kultur: Hierher gehört der Großteil der bemaltkeramischen Funde, die aus Niederö­sterreich überhaupt bekannt sind. Das wichtigste, bislang am umfangreichsten er­grabene und bearbeitete Material ist das von Falkenstein-Schanzboden, einer mehrfachen und zweiphasigen Befestigung im nördlichen Weinviertel. Es reprä­sentiert aber hauptsächlich bereits die Endzeit der Frühstufe. Wieder fallt auf, daß die gegenüber Mähren bereits sehr fortschrittlichen Keramiktypen vergesellschaf­tet sind mit eher altertümlichen Ritzungen und Bemalungen. Wohl hat aber nun das Material mehr Verbindungen zum mährischen Raum und läßt sich besser in das dortige Chronologieschema einfügen als mit slowakischen oder ungarischen 205

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