Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Christine Neugebauer-Maresch: Zur relativen Chronologie der Lengyel-Kultur in Niederösterreich

Fundorten wie in der Anfangsstufe. Wenn wir überhaupt von einer mährisch­ostösterreichischen Gruppe sprechen wollen, dann darf dies erst ab der Frühstufe Geltung haben. Innerhalb der Frühstufe deutet sich eine Zweiteilung der Fundorte an, deren Materialien eher der Phase Ia und der Wende Ia/Ib nach der mährischen Chrono­logie angehören und jenen Materialien, die wie Falkenstein die Phase Ib bezie­hungsweise den Übergang Ib/IIa repräsentieren. Zu den älteren Fundorten zählen wir Langenzersdorf, Hagenberg, Anzenberg, Eggenburg-Zogelsdorferstraße, zu den jüngeren den Planierungshorizont der älteren Befestigung von Falkenstein ­Schanzboden, Wetzleinsdorf, Großwiesendorf und St. Polten - Galgenleithen. 5. Die mittlere Stufe (IIa): Die Zeit der weiß bemalten Keramik ist wohl durch eine größere Reihe von Fundorten, aber kaum einige größere Komplexe belegt. Von E. Ruttkay wird das Grab von Oberbergern und die Siedlungen von Etzmannsdorf bei Straning, Hö­benbach, Steinabrunn und die bislang unpublizierte Grube I von Poigen stellver­tretend genannt (RUTTKAY 1985), hinzurechnen können wir sicherlich auch den Topf aus dem Grab oder der Schädeldeponie von Stillfried, die große Ansiedlung am Rochusberg bei Mannersdorf an der March (Chr. NEUGEBAUER-MA­RESCH 1976) und das Inventar der Verfärbung 4 von Gaubitsch, das jüngst bei ei­ner Bergung gewonnen werden konnte (FÖ 21, 1982, 222). Der bemerkenswerteste Neufund stammt jedoch aus den Rettungsgrabun­gen des Bundesdenkmalamtes in Reichersdorf, p. B. St. Polten, vom Dezember 1984. Inmitten einer großflächigen Hallstattsiedlung lag anscheinend isoliert eine fast runde Grube mit zwei übereinander bestatteten Individuen und reichlichem keramischen Inventar der Lengyel-Kultur. Anders als bei der Doppelbestattung von Friebritz, wo Mann und Frau in gestreckter Bauchlage direkt übereinanderge­worfen bestattet worden waren, nachdem sie - wohl durch Pfeilschüsse - getötet worden waren, sind die Toten in Reichersdorf als Hocker in Bipolarer Orientie­rung und wohl auch mit einem kleinen zeitlichen Abstand in die Grube gelegt worden. Die anthropologischen Untersuchungen stehen noch aus, aber es dürfte sich bei der oberen Bestattung um einen Mann, bei der unterem um eine Frau handeln. Die obere Bestattung lag knapp unter dem Humus und war ein NNW­SSO orientierter linker Hocker. Diese Bestattung scheint im Brust/Arm/Schädel­bereich gestört, was nur teilweise auf die seichte Lage zurückzuführen sein kann. Vor allem der rechte Humerus ist alt fragmentiert, es fehlt ein Stück der mittleren Diaphyse sowie die distalen Enden der Unterarmknochen. Beide Arme lagen im Grab so angewinkelt, daß die Hände (gefaltet) am Hinterkopf zu liegen kamen. Unmittelbar vor dem Körper standen eine Schüssel und ein großer Topf. Letzterer war umgestürzt und über einem feinen rot bemalten Becher zu liegen gekommen. In der Schüssel sowie am Grubenrand lagen je ein Wandbruchstück mit Butten­henkel, die aber nicht zum Topf gehören. Etwa 10 cm darunter befand sich die er­ste Bestattung, ein rechter, SW-NO-orientierter Hocker, dessen Schienbeinkno­chen und Fußknochen ganz am nordöstlichen Grubenrand angrenzten. Beide Arme waren angewinkelt, der linke vor der Brust, der rechte lose vor dem Körper. Am östlichen Grubenrand befand sich ein extrem schlanker, hoher Becher und ein scharf profilierter niedriger mit rot-weissen Bemalungsresten. Am westlichen Grubenrand fanden sich zwei weitere Becher mit rot-gelblichen Bema­206

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