Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 10-11. (Szekszárd, 1982)

Visy Zsolt: Neuere Militärdiplome aus Pannonien

es mit anderen sarmatischen Funden gemeinsam dem Museum von Kiskunhalas abgege­ben. 33 Inv.-Nr. des Gegenstandes: 66.28.1. Von der I. Platte des Diploms ist die rechte obere Ecke erhalten geblieben. L= 29 mm, Br= 24 mm, D= 0,9 mm. Das Diplom öffnete sich nicht nach rechts, wie z.B. das von Dunakömlőd, sondern nach links, was so viel bedeutet, daß an der inneren Seite der Text bei jener Ecke beginnt, wo er an der Außenseite endet (Abb. 26-27). Das Diplomfragment ist zur Zeit des Antoninus Pius erlassen worden, fast gleichzeitig mit den Exemplaren von Dunakömlőd, Adony und Alsószentiván, so können wir mit der partiellen Ergänzung der ersten Zeile Versuche unternehmen. Die Ergänzung der ersten vier Zeilen der Außenseite bereitet keine besondere Sorge, abgesehen davon, daß wir die Zeilenzahl der tribunicia potestas nicht feststellen können. Selbst die Ergänzung der fünften Zeile kann sicher angesehen werden. Es läßt sich nämlich vorstellen, daß EQVIJJBVS ETPEDITIBVS in der Form ohne Abkürzung gestanden hat, jedoch ist es trotzdem unwahrscheinlich, denn so würde die Buchstabenzahl der Zeile den durchschnittlichen Wert, der etwa bei 28-30 liegt, übertreffen. Wir befinden uns in einer schwierigeren Lage bei der Ergänzung der 6-8. Zeilen, da wir in der Ergänzung der fehlen­den Truppennamen nicht völlig sicher sein können. Daß wir dies dennoch unternehmen, hat einen zweifachen Grund. Einerseits ist uns die Zahl der Truppen bekannt: 5 alae, an­derseits kennen wir aus der Zeit der Erlassung des Diploms mehrere Diplome, die - zwar meist mangelhaft - die zur Frage stehenden 5 alae ergeben, jedoch sind vor allem die neuen Diplome von Lussonium die jenigen, die diesen Versuch mit der ernsten Hoffnung der Wahrscheinlichkeit ermöglichen. 6. Zeile Wir können in der zweiten Hälfte der Zeile: [I FL AVG BRITAJNNIC ET sicher sein. Am Anfang der Zeile stand die übliche Formel: QVAE APPEL, vermutlich in abgekürzter Form. So kann die Zeile mit 27 Buchstaben für vollständig angesehen werden. Es ist also unwahrscheinlich, daß vor dem Namen der britischen ala der Name einer anderen Truppe gestanden hätte. Dies wird nicht nur dadurch unterstützt, daß diese ala oft an der ersten Stelle steht, 34 sondern auch damit, daß im entgegengesetzten Fall für die weiteren drei feh­lenden Truppennamen unangemessen viele Stellen bleiben würden. 7-8. Zeile Auch hier müssen wir aus dem Ende der Zeilen ausgehen. Der für sicher ansehbare Abschluß der 7. Zeüe ist [ET I THRJAC SAGIT. Das Attribut ueterana wurde demnach weggelassen, da es nach sagittariorum gewöhnlich nicht vorkommt. Das Ende der 8. Zeile ist [ET COH] XIIIIAL. In der ersten Hälfte der beiden Zeilen müssen also drei Truppenna­men untergebracht werden. Von diesen scheint ala I Augusta Ituraeorum, die in den nieder­pannonischen Diplomen regelmäßig und im allgemeinen an letzter Stelle vorkommt, si­cher zu sein. 35 Diesen Namen die 8. Zeile eingeschrieben, scheint die Zeile vollstendig zu sein und nur aus den verschiedenen Abkürzungsformen kann ein Unterschied entstehen. So ist [ETI A VG LTUR SAGET] die wahrscheinlichste Lösung. Auf diese Weise müssen zwei Truppennamen in den fehlenden Teil der 7. Zeile untergebracht werden. Wie ersichtlich, beträgt die durchschnittliche Buchstabenzahl bei der Truppenliste des Diploms 28, von welchen 13 Buchstaben vom vorhandenen und sicher ergänzbaren Teil eingenommen wird. Für die Namen der beiden Truppen stehen also die Stellen von 15, we­Zu Dank verpflichtet bin ich L. Barkóczi für die freundliche Überlassung des Diploms sowie J. Voräk der die Untersuchung des Gegenstandes mir an Ort und Stelle ermöglicht hat. 34 Vgl. Tab. III. 35 Vgl. Tab. III. 66

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