Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 10-11. (Szekszárd, 1982)

Visy Zsolt: Neuere Militärdiplome aus Pannonien

chen wir nachzuweisen, daß auch diese Familie keltisch, ja pannonisch-keltisch war. Ein solcher Stamm- oder Ortsname kommt jedoch in Pannonién nicht vor. 22 Es fallt gleichzei­tig auf, daß auf dem A-Diplom die Abstammung von Verueda in zweierlei Formen angege­ben ist. Außen als Era, an der Innenseite als Canac. Dies ist entweder ein einfaches Irrtum, da wir von der Familie des Tessimarus bestimmt wissen, daß sie eraviskisch war (B-Diplom) oder es bedeutet soviel, daß auch Canac stichfest ist. Warscheinlich stehen wir einem unbe­kannten Ortsnamen gegenüber. Von den neu erkannten sieben Personen sind fünf der auf dem Diplom angegebenen Bestimmung nach eraviskisch, jedoch weist auch die Interpretation der Namen eindeutig auf einen keltischen Ursprung hin. Atedumus, 23 Culsus, 24 Tessimarus, 25 Verueda 26 und Mon­nus 21 erhöhen demnach die Zahl der pannonischen keltischen Namen, jedoch dasselbe bezieht sich auch auf die zwei weiteren Namen. Der Name von Tricanus 2 * ist nämlich eine Zusammensetzung. Das Präfix tri­29 kommt unter den keltischen Namen häufig vor, seine lateinischen Äquivalente sind trans, per. Die Endung-cawwi 30 kommt gewönlich in Männer­namen vor. Diese Feststellungen beweisen natürlich auch die keltische Zugehörigkeit von Nicia. Der letztere Name kommt nämlich ziemlich allgemein vor, jedoch ist es auch mög­lich, daß er aus dem keltischen Wort nie = Wasser, Fluß stammt. 31 Die Gravierungsart des Textes, die Ausdrücke und die Abkürzungen sind größtenteils die gleichen, wie die der aus dieser Zeit stammenden sonstigen Diplome, weshalb wir uns mit ihnen eigens nicht befassen müssen. Es fallen jedoch, insbesondere auf dem B-Diplom, einige grammatische Eigenartigkeiten auf. An der einen Gruppe dieser sind Zeichen für die Vulgarisierung der Sprache. Solche sind: is statt its, praest statt praeest, erea statt aerea und wahrscheindlich tum est ciuitas statt cum est ciuitas. Die ortographischen Ungenauigkeiten haben aber eine andere, solche Gruppe, die sich nur mit der mangelhaften Kenntnis der Sprache bzw. der Ortographie erklären läßt. 32 Kleinere oder größere Fehler kommen natür­licherweise auch an anderen Diplomen, Inschriften vor, jedoch tritt das B-Diplom von Lus­sonium von diesem Gesichtspunkte aus der Reihe dieser hervor. Besonders eklatant ist der Fall deshalb, weil das zur selben Zeit ausgestellte A-Diplom - von seiner Mangelhaftigkeit abgesehen - praktisch keine Fehler aufweist. Wir müssen demnach voraussetzen, daß die beiden Urkunden nicht von ein und derselben Person graviert wurden und derjenige, der auf dem B-Diplom arbeitete, nur über ein mangelhaftes Lateinisch verfügte. Auf diese Weise konnte es dazu kommen, daß er bei der Abschrift so viele Fehler machte. 3. Tajó (Kom. Bács-Kiskun) 145/161 Das Diplomfragment wurde vom Technikumschüler I. Farkas auf dem Gelände des Staatlichen Gutes in 80 cm Tiefe anläßlich des Rigolens für den Weinbau gefunden. Er hat 23 Holder I 253, 1367, 1375. Mócsy (1959) 205/25 - Intercisa. 24 Vielleicht hängt es mit dem Wort* eul- = Wagen zusammen: Holder I 1188. 25 Holder II 1801, 432-33. 26 Holder III 179, 217. Mócsy (1959) 205/27/- Intercisa. 27 Holder II 621, 625. 28 vgl. Tricuai Ancluiccus - CIL III 15196 2 = Mócsy (1959) 148/2. (Veim). 29 Holder II 1940. 30 Holder I 757. 31 Holder II 742. Außenseite der I. Platte des B-Diploms 6. Zeile: APPETIANTVR, I TR 7. Zeile: I FL AVG BRETI 10. Zeile: // AST EI CALL 12. Zeile: / CMAP VOL 16. Zeile: CONEST MISSTONE 17. Zeile: SVBSCRFPT 20. Zeile: OATMVT Innenseite der I. Platte 3. Zeile: PANT 10. Zeile: 1TR C R 5 Béri Balogh Ádám Múzeum évkönyve 65

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