Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 8-9. (Szekszárd, 1979)
Tanulmányok - Gaál Attila: Spätrömische Gräber auf dem Mözs–Kakasdomb
Von den in Grab 5 erschlossenen Gürtelbestandteilen ist eine offene Bronzescheide und ein vermutlich als Riemenzunge angewendetes Bronzeblech in def Höhe des Beckenbeins gefunden worden. Die zum Gürtel gehörenden übrigen Gegenstände lagen am Ende des Grabes in einem Haufen. (Abb. 8 5). Dies ist schon deshalb von Belang, da in diesem neben den vier scheibenförmigen Beschlägen und drei Propellerbeschlägen auch zwei Schnallen vorkommen. Hier könnte man daran denken, dass es sich um den Inhalt der in den Gräberfeldern der Umgebung von Keszthely häufigen, jedoch auch in dem von Jenő Fitz vorgeführten, spätrömischen Gräberfeld von Ercsi vorkommenden Tasche handelt. 45 Dieser Annahme widersprechen ausser diesen beiden selbständigen Gegenständen auch die grossen Massangaben der beiden Schnallen. Es ist unwahrscheinlich, dass sowohl auf die 3.5 cm, als auch 3,8 cm-Riemenbreite verweisende Schnalle zum Abschliessen einer Tasche gedient hätte. Schnalle Nr. 1 ist eigentlich ein Bügel mit rechteckförmig gegliederter Ecke, dessen Dorn sich auf den Schnallenrahmen biegt. (Abb. 14 4, Abb. 30). Ihrer Funktion nach könnte der Fund auch die Schnalle eines über die Schulter umgeworfenen Hilfsriemens sein. Die Analogie der Schnalle Nr. 2 und der zu ihr gehörenden Gürtelgarnitur untersuchend treffen wir aber diese Lösung nirgends an. Wahrscheinlicher ist es, dass im Grab zwei Gürtel waren: ein einfacher, der bloss aus einem Lederriemen und einer Schnalle bestanden ist sowie eine mehr verzierter Riemen, der ausser der Schnalle noch von propellerund scheibenförmigen Beschlägen geschmückt war. (Abb. 15 1—5, Abb. 30). Die Bestandteile dieser beiden Gürtel dürften bei der Ausplünderung des Grabbes in das Ende der Grabgrube gelangt sein. Der 2. Gürtel gehört zu den nicht häufig vorkommenden sog. Gürtelgarnituren mit Propellerbeschlag. Die Hauptcharakteristika seiner Schnalle sind: der aus stilisierten Delphinen bestehende Schnallenrahmen, der Doppeldorn und der durchbrochene, mit Arkaden verzierte Riemenbehälter. Die Verbreitung des Typs, in den unsere Schnalle eingereiht werden kann, führt H. Bullinger von England über Gallien bis Pannonién. 46 /» Diesem Typ stehen aus dem ungarländischen Material die Schnalle aus Grab 10 des II. Gräberfeldes von Zengővárkony 4 7 sowie die des Grabes 11 aus dem Innerstädtischen Gräberfeld von Pécs am nächsten. Letztere ist die einhornige Variante des Schnallenrahmens von Mözs, mit geschweiftem Riemenbehälter. 4 8 Unser Rekonstruktionsvorschlag wurde aufgrund dieser beiden Gürtelgarnituren sowie des Gürtels in Grab 6 von Vert-la Gravelle gefertigt. 4 ^ (Abb. 22 1—2). Die Gürtelgarnitur des Grabes 2 von Mözs ist mangelhaft. Von den Arbeitern konnten bloss die Schnalle und die zwei propellerförmigen Beschläge eingesammelt werden. Zu dem mit Punktkreisen verzierten, rechteckförmigen Schnallenrahmen kamen noch ein drachenähnliches Tier mit ausgebreiteten Flügeln darstellender, doppelte Schnallendorne enthaltender und mit einem Propellerbeschlag zusammengegossener Riemenbehälter hinzu. (Abb. 11 1—3, Abb. 31). Diese Schnallenform kann in den Typ „B" von H. Bullinger gereiht werden. Seine Verbreitung setzt derselbe — von England abgesehen — auf die mit dem vorangehenden übereinstimmenden Gebiete. 50 Von den durch ihn mitgeteilten zeigt die Garnitur des Grabes 137 von Treigne, 51 sowie die mangelhafte Schnalle der Garnitur von Szentkirályszabadja 52 mit den unsrigen eine grosse Ähnlichkeit. Auch aus Intercisa ist uns ein ähnliches Exemplar bekannt.53 Neben den Schnallen sind die sich am Gürtel untergebrachten Propellerbeschläge jedoch bei keiner der Garnituren einheitlich. Die Länge der Beschläge und die Entfernung der Niete betrachtet, können wir bei einem, jeden Gürtel auch innerhalb des Gürtels Abweichungen feststellen. Bei Grab 5 sind je zwei propellerförmige Beschläge gleich, jedoch alle — vermutlich — zwischen ihnen gelegenen Scheiben von verschiedener Grösse, ja selbst ihre Verzierungstechnik weicht ab. Von den Beschlägen der Gürtelgarnitur des Grabes 2 vertreten alle eine eigene Form. Diese Erscheinung ist aber auch bei den ähnlichen Garnituren nicht unbekannt. 54 Die Ursachen hierfür sind in der langen Gebrauchszeit und in den sich daraus ergebenden, mehrmals nötig werdenden Ersetzungen zu suchen. Die Ansichten über die Funktion dieser breiten Gürtel und Garnituren mit Propellerbeschlag sind nicht ganz einheitlich. In dem in Berkasovo (Jugoslawien) zutage geförderten Hortfund sind ausser den Prunkhelmen — unter anderen — auch zwei aus Silber gefertigte Propellerbeschläge, eine offene Rohrscheide und ein Riemenbehälter zum Vorschein gekommen. 55 Diesen Fund hält E. Keller für den Bestandteil eines Soldatengürtels, 56 jedoch vertritt er diese "Meinung auch von den an anderen Fundorten zum Vorschein gekommenen, aus Bronze hergestellten ähnlichen Beschlägen. H. Bullinger wirft hingegen die Möglichkeit auf, dass diese breiten, mit 6 Balogh Ádám Múzeum évkönyve 81