Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 8-9. (Szekszárd, 1979)
Tanulmányok - Gaál Attila: Spätrömische Gräber auf dem Mözs–Kakasdomb
Propellerbeschlägen versehenen Gürtel ursprünglich Symbole eines im bürgerlichen Leben versehenen Amtes seien und hält sie als solche von illyrischer Herkunft. 5 ? Nur im Falle der Gräber mit Waffenbeigabe akzeptiert er ihre Zugehörigkeit zu den Soldatengürteln, während er die Beigefässe, jedoch einen breiten Gürtel enthaltenden Gräber von bürgerlicher Herkunft hält. 58 Das Vorkommen der Gürtel mit Propellerbeschlag setzt Bullinger auf die Mitte und die zweite Hälfte des 4. Jhs.59 Unser Fund scheint diese Datierung zu unterstützen. Die zum Gürtel des Grabes 6 gehörenden Schnallen sind in den spätrömischen Gräberfeldern häufig vorkommende Typen. Beide haben einen ovalen, leicht eingezogenen Rahmen. (Abb. 16 1—3, Abb. 31). Das Exemplar ohne Riemenbehälter, mit quadratischem Querschnitt halten wir eigentlich für eine Gürtelschnalle, die durch Annähen auf den Riemen befestigt werden kann. Das mit viereckigem, doppeltem Riemenbehälter versehene versilberte Exemplar ist mit der dazugehörenden herzförmigen Riemenzunge aller Wahrscheinlichkeit nach ein Bestandteil des an der rechten Schulter durchgezogenen Hilfsgürtels. Im Gegensatz zur bereits erwähnten anderen Möglichkeit, dass nämlich die zweite Schnalle eine Taschenschnalle wäre, halten wir es aufgrund der Lage der Schnallen und der Riemenzunge für wahrscheinlicher, dass man den geöffneten Gürtel derart in das Grab gelegt hat, dass die beiden Schnallen nebeneinander und die Riemenzunge mit der einen Hälfte des Hilfsriemens in die Nähe des Oberfusses gekommen sind. 60 (Abb. 24). Vom Gesichtspunkt der Datierung gehört unsere versilberte, quadratische, als Riemenbehälter dienende Schnalle in den Typ Keller 3/a und kann an die Jahre 360 gebunden werden. Unsere herzförmige Riemenzunge zeigt mit der von ihm beschriebenen Variante „a" eine Verwandtschaft, 6 * jedoch steht sie dem in der Arbeit von Mária R. Alföldi vorkommenden 29. Exemplar der Abb. 103 näher. 62 Aufgrund der mit Münzen vorgekommenen Varianten kann sie in das mittlere Drittel bzw. auf den Beginn des dritten Drittels des 4. Jhs gesetzt werden. 63 Im Mädchengrab 4 waren Vogelknochen und ein Ei. Diese beiden Beigabenarten kommen nicht allzu häufig gemeinsam vor. Geflügelknochen wurden am nächsten zu unserem Fundort in den spätrömischen Gräberfeldern des Komitats Baranya, — im Verhältnis zur Zahl der Gräben in ziemlich grosser Häufigkeit — vorgefunden. 6 * In den Kinder- und Erwachsenengräbern beider Geschlechter kommen sie gleicherweise — aller Wahrscheinlichkeit nach — als Speisebeigabe vor. 65 Hierauf verweist auch, dass aus neun Fällen in vier Gräbern die Knochen in einem Gefäss waren. Ihre Lage zeigt im Grab eine ziemlich grosse Mannigfaltigkeit. Sie waren beim Kopf neben den Unterschenkeln und Füssen sowie am Ende des Grabes oder an der Brust. In unserem Falle weicht es vom durchschnittlichen etwas ab, dass wir an der linken Brustgegend nur die Brust- und Rücken-knochen des Geflügels, während am Ende der Grabgrube die Lang- und Röhrenknochen vorgefunden haben. (Abb. 2). Für eine Eibeigabe ist uns aus denselben Gräberfeldern kein einziges Beispiel bekannt. Jedoch kommen solche im Fundmaterial des spätrömischen Gräberfeldes von Bátaszék-Kövesd in mehreren Fällen, — stets in dem mit reichen Beigaben ausgestatteten Grabe der jungen Frauen oder Mädchen — vor. 66 Das Beigabenmaterial des Pferdegrabes besteht aus einer Brustriemenscheibe, aus dem Kopfgeschirr sowie aus den Bestandteilen der Leine. (Abb. 20, 21, 32, 33, 35). Die durchbrochene, delphinverzierte Brustriemenscheibe kann in Pannonién, jedoch auch in westlich gelegenen Gebieten vorgefunden werden. Auf die grosse Ähnlichkeit der Pferdegeschirr garnitur von Calles-les-Warremes (Belgien) mit einzelnen pannonischen Stücken hat bereits Ibolya L. Sellye die Aufmerksamkeit gelenkt. Die auf dem von ihr mitgeteilten Riemen als Beschlag vorkommenden, einander gegenübergestellten Figuren von Delphinpaaren stimmen fast bis zu den kleinsten Einzelheiten mit den Tiergestalten der Scheibe von Mözs überein. Neuerdings berichtet man aus Volubilis (Marokko) über durchbrochene Scheiben, deren Zusammenhang mit dem pannonischen Denkmalmaterial an dieser Stelle nicht geklärt werden kann. 67 Die vom Gebiet Pannoniens bisher bekannten analogen Scheiben sind ihre Darstellung betrachtet gleich, doch weichen sie ihrer Funktion nach meist von der Scheibe von Mözs ab: aus Seregélyes sind uns ein intakter Wagenbeschlag und weitere zwei solche fragmentarische Beschläge, ferner aus Dunaadony ein kleiner Beschlag ohne Rahmen bekannt. 68 Ein Wagenbeschlag von unbekanntem Fundort wird noch im Museum von Eisenstadt und ein weiterer mit delphinverziertem Brustriemen von ebenfalls unbekannter Fundstätte im Kunsthistorischen Museum zu Wien aufbewahrt.^ Ausser der grossen Ähnlichkeit in der Darstellung kann noch eine wesentliche Abweichung wahr82