Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 6-7. (Szekszárd, 1977)

Kozák Károly: Die Ausgrabungen der szekszárder Benediktiner–Abtei III–IV.

Károly Kozák DIE AUSGRABUNGEN DER SZEKSZÁRDER BENEDIKTINER-ABTEI III—IV. In der III. Mitteilung über die Erschliessung der Reste der Abtei (A szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve IV — V. Szekszárd, 1975. S. 167—202.) wurden die Ergebnisse der im Jahre 1970 durchgeführten Forschung bekanntgegeben. Bei ihrer Beschreibung hielten wir uns — wie üblich —• an die Reihenfolge der Blöcke. Es wurden im NO-Teil des Blocks „A" die aus Ziegeln gebauten Mauern der Barocksakristei freigelent, unter diesen die Reste der aus Stein gelegten, sich der NS­Achse richtenden, halbbogenförmigen Apsis gefunden, die in grossem Masse dem neuzeitlichen Kanalbau zum Opfer gefallen ist. An der O-Seite des im SW-rTeil des Blocks stehenden Pfeilers haben wir eine später übermauerte Mantelmauer abge­rissen. Die dort gefundenen Ziegel mit dem Monogramm MM weisen auf die Bautätig­keit von Mihály Mérei hin (Abb. 2—11.). Der Hauptchor im Treffpunkt der Blöcke „A" und ,,B" sowie der davor liegende Kirchenteil haben durch ihre Freilegung mit vielen neuen Daten unsere sich auf die Baugeschichte der Kirche beziehenden bisherigen Kenntnisse bereichert (Abb. 12—25.). Eine unserer bedeutendsten Beobachtungen war, dass wir unter der den Hof des Komitatshauses von O her begrenzenden Mauer das Fundament des sich gerade schliessenden Hauptchors der Abteikirche gefunden haben (Abb. 10—19.). Aus der unteren Schicht sind mehrere prähistorische Gefässfragmente zum Vorschein gekom­men. Das árpádenzeitliche (älteste) Niveau hat die abgewtzte Oberfläche der unter die Ecken der Pfeiler und Mauerpfeiler eingebauten römischen Steine gezeigt. Solche Steine kamen aush unter den Ecken des SO-Pfeilers ans Tageslicht als man sie von den neuzeitlichen Ubermauerungen befreit hat. Im Laufe dieser Arbeit haben wir neuzeitliche Ziegel, einige graue Steinfragmente und Bruchstücke eines aus hartem Kalkstein gemeisselten, mit Palmetten verzierten Kapitells aus dem 11. Jahrhundert aus der Mantelmauer herausgeschält (Abb. 21—22.). In dem von den O-Pfeilern des Schiffes und des Hauptchors eingeschlossenen Raum wurden einige Mauerreste gefunden, die vermutlich Reste eines Chorabschlus­ses und von zwei gemauerten Gräbern sind. Die zwei zentral liegenden Gräber zwi­schen den beiden Pfeilern dürfte vielleicht das Grab des Stifters König Béla I. oder eines der bedeutendsten Abte des Klosters gewesen sein. Das Grab wurde durch neu­zeitliche Kanäle zum Teil zugrunde gerichtet, jedoch wahrscheinlich schon vorher ausgeraubt (Abb. 25.). Aus dem Grabe sind keine Funde, Skelettreste zum Vorschein gekommen. Im SO-Teil der Kirche, im Block „B" wurden — der im Block freigelegten Apsis ähnlich — Mauerreste gefunden. Auch diese Apsis wurde beim Bau des neuzeitlichen Kanals beschädigt. Im Abschlussteil der Apsis ist die westliche Leibung des Eingan­ges und unter der Schwelle ein beim Bau des Mauerwerkes ausgebildetes „symbo­lisches Grab" zum Vorschein gekommen (Abb. 27—30.). In dieses Grab (Nr. 18) wur­den wahrscheinlich von den ersten Mönchen der Abtei die irdischen Überreste eines früher hingeschiedenen Ordensbruders von frommem Leben, vermutlich ihres Abtes als Reliquie untergebracht (Abb. 28.). An derselben Stelle haben wir auch die Reste eines anderen, gleichfalls gestörnen, gemauerten Grabes freigelegt (Abb. 26—27.) das einst vermutlich als Altarbau gebraucht wurde (Grab Nr. 20.) Im Block neben der Aussenseite der Apsis ist die bereits im Jahre 1960 entdeckte, in S-Richtung verlau­fende Mauer und ein bronzezeitliches Gefäss von schöner Form zum Vorschein ge­kommen (Abb. 31.). Di e Arbeit im Block „C" haben wir in drei grössere Einheiten zerlegt durchge­führt. In der SO-Ecke der südlichen Kapelle wurden die Reste eines gestörten, ge­mauerten Grabes (Nr. 25.), an der Aussenseite der stark abgetragenen S-Mauer ein anderes Grab freigelegt (Abb. 32.) In der Mitte der zwischen die vier Pfeiler fallen­den zweiten Einheit stiess man auf einen ausgetrockneten Brunnen aus dem 19. Jahrhundert, der für das Komitatshaus als Blitzableiter diente (Abb. 33—34.). 135

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