Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Marcin Biborski - Piotr Kaczanowski: Zur Differenzierung der spätkaiserzeitlichen und frühvölkerwanderungszeitlichen Bewaffnung im Barbaricum

Hälfte des 4. Jahrhunderts die Gräberfelder mit Körperbestattungen, die verhältnismäßig oft Waffen - so Schwerter, Lanzenspitzen und metallene Schildteile als Grabbeigabe - führen (Tiszadob, Tiszakarád, Tiszavalk). Diese Nekropolen werden in die Stufe C3, vielmehr in deren jüngere Stadien, sowie in die Stufe D, besonders in das Stadium Dl, datiert; die jüngsten Fundstoffe dürften dagegen wohl mit dem Stadium D2 nach dem mitteldanubischen Periodisierungssystem von J. Tejral zu synchronisieren sein. Bekannt sind auch andere Waffen als Grabfunde aus dem Ostteil des Karpatenbeckens, u.a. aus dem umfangreichen Gräberfeld in Biharkeresztes-Ártánd, wie auch aus den Einzelbestattungen von Kriegern. Die Bestimmung der ethnischen Zugehörigkeit der in diesen Nekropolen beigesetzten Bevölkerung ist zur Zeit Diskussionsgegenstand. Von den genannten, im oberen Theißgebiet gelegenen Gräberfeldern werden einige als sarmatisch gedeutet (Tiszavalk - GARAM-VADAY 1990), die anderen dagegen als germanisch interpretiert (Tiszakarád - LOVÁSZ 1987); die Nekropole von Artánd hängt möglicherweise mit den Gépiden zusammen (GODLOWSKI 1994, 81). Mit dem wandalischen Milieu dürfte allem Anschein nach eine Brandbestattung mit rituell verbogener Waffe von Horgos in der Wojwodina (Abb. 1) in Verbindung zu setzen sein (TERGINA 1894; GODLOWSKI 1994, 81-82). In der Tat sollten die Antworten auf diese Fragen bei den einzelnen Gräberfeldern nicht so eindeutig formuliert werden. Die erwähnten Nekropolen spiegeln nämlich in der frühen Phase der Völkerwanderungszeit vielschichtige (multi-)ethnische Kulturtraditionen wider ­vor allem sarmatische, gepidische und wandalische. In gewissem, begrenztem Maße lassen sich die oben gestellten Fragen durch die Analyseergebnisse aus den Gräberfelden und Einzelgräbern mit Waffenbeigabe beantworten. Die hier angedeuteten Funde, die im Ostteil des Karpatenbeckens gruppiert sind, stammen aus dem zentralen Teil einer Zone, aus der die mit den Völkern des Barbaricums zusammenhängenden Waffenfunde vorliegen. In der Frühphase der Völkerwanderungszeit lassen sich im Gebiet des Barbaricums und in den reichsrömischen Gebieten, in denen „barbarische" Armeen und Truppen tätig waren, grundsätzlich zwei Hauptzonen herausstellen, die sich voneinander nicht allein durch stilistische Züge der Bewaffnungs- und Ausrüstungselemente, sondern auch in der Kampfweise unterscheiden. Eine dieser Zonen nimmt das Gebiet des nordeuropäischen Barbaricums ein. Die zweite dagegen, nicht so einheitlich wie die erste, hier vereinbarungsgemäß als mitteleuropäisch bezeichnet (vereinbarungsgemäß deshalb, weil sie sich in Wirklichkeit vom Schwarzmeerraum bis nach Burgund und Südostengland erstreckt), umfaßt die übrigen oben genannten Gebiete Europas. Diese Einteilung zeichnete sich deutlich früher als die hier behandelte chronologische Periode ab, nämlich bereits seit den Anfangen der Stufe Clb. Eine Analyse der Bewaffnungs- und Ausrüstungselemente aus dem Gebiet des Karpatenbeckens deutet nur in begrenztem Maße auf die nordeuropäischen Beziehungen hin. Diese sind übrigens in den früheren chronologischen Abschnitten fast gar nicht erfaßbar. Erwähnt sei hier nur einer der allgemeiner bekannten ungarischen Waffenfunde - und zwar der Schildbuckel von Herpály sowie der Schildbuckel von Bélavárhegy/Boinecti (Abb. 2), der wohl als ein Beispiel für die bis in das obere Theißgebiet reichende Vermittlung mancher nordeuropäischer stilistischer

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