Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Tadeusz Makiewicz: Verzierte Tonaltäre und Feuerstellen als Ausdruck der interkulturellen Kontakte in der Eisenzeit Europas
Darüber hinaus kann man sagen, daß die identische Einflussrichtung selbst durch die Form der Altäre deutlich bestätigt wird. Ale Altäre vom Territorium Bulgariens sowie die meisten Altäre aus Rumänien haben die Form eines niedrigen Pyramidenstumpfes (die Höhe von 5-10 cm). Analog dazu wurde der germanische „Herd" von Lozna-Hlibicioc in Nordmoldau hergestellt. Als sehr interessant ist die Tatsache zu betrachten, daß die 1926 von Józef Kostrzewski während der Forschung in der Siedlung der Przeworsk-Kultur in Sosnowiec a.d. Warthe, in Großpolen, entdeckte „Feuerstelle", die aktuell vom Autor zum Druck vorbereitet wird, ebenfalls analoge Form hat. Diese verblüffende geographisch-chronologische Sequenz der Altäre bestätigt sich also nicht nur durch die Wandlungen der Ornamentierung, sondern auch durch die Form der Altäre (Abb. 7). Man kann noch hinzufügen, daß nach den Ergebnissen der technologischen Untersuchungen der Uberreste des „Tonherdes" von Sosnowiec dort nicht ständig Feuer gebrannt hat. Es war also keinesfalls eine gewöhnliche Gebrauchsfeuerstelle, sondern sicherlich ein Altar. Ein solches Ergebnis ist bezüglich des Altars aus dem Nordgebiet mit sehr einfachem Ornament (Kreis) von besonderer Bedeutung. Sehr interessant sieht die chronologische Sequenz der Altäre aus. Die thrakischen Befunde aus Bulgarien werden in das 4.—3. Jahrhundert v. Chr., die getodakischen in das 2.-1. Jahrhundert v. Chr. datiert, wobei die ältesten Exemplare von diesem Gebiet bereits aus dem 4.-3. Jahrhundert bekannt sind. Der Befund der PoieneçtiLukashevka-Kultur wird in das 1. Jahrhundert v. Chr. datiert, ähnlich wie die Altäre aus Polen. Die ältesten germanischen Feuerstellen (Jutland) haben analoge Zeitstellung. Die meisten davon stammen jedoch aus der frührömischen Kaiserzeit (also vom 1 — 2. Jahrhundert), während man die jüngsten, mehr peripher zu jenem Gebiet gelegenen, in das 3. Jahrhundert setzt. Das letzte Problem, das ich kurz behandeln möchte, ist die Genese dieser interessanten Kulturerscheinung. In der bulgarischen und ukrainischen Fachliteratur wurde diesem Phänomen viel Aufmerksamkeit gewidmet. Der Autor hat zu diesen Auffassungen eine kritische Haltung eingenommen, indem er sein eigenes Konzept entwickelte. Eine verwandte Hypothese zur Genese haben die bulgarischen Forscherinnen M. Cicikova, L. Ognenova und M. Ljubenova präsentiert, und A. Dimitrova-Milceva ist trotz einiger Bedenken geneigt, ihnen zuzustimmen (CÍCIKOVA 1975,48 ff; LJUBENOVA 1984; BEZSONOVA 1996; DIMITROVA-MILCEVA 1990). Sie sehen die Prototypen der uns interessierenden Befunde in der ägäisch-mykenischen Epoche auf Kreta und im kontinentalen Griechenland. Als konkrete Prototypen erwähnen sie die Opferplatte von Phaistos sowie die monumentalen Tonaltäre von Mykenä, Tiryns und Pylos. Desweiteren soll der weite Streubereich dieser Befunde von Südfrankreich über Bulgarien und Rumänien bis zur Ukraine das Ergebnis der gemeinsamen, sich auf Prototypen der kretisch-mykenischen Kultur gründenden Genese sein. Meines Erachtens spricht v.a. der enorme Zeitabstand von etwa 1000 Jahren, und das Fehlen der Zwischenglieder, gegen diese Auffassung. Zudem sind die Analogien selbst von äußerlichem Charakter. In einem Fall (Phaistos) ist es eine transportable Tonplatte zur Opferung von kleinen Nahrungsmittelmengen, die übrigen Befunde hingegen sind monumentale Altäre (durchschnittlich 3,5^4 m), die sich in den Megaronen vor dem königlichen Thron befanden. Dieser Gedankengang findet auch in den Erwägungen