Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Tadeusz Makiewicz: Verzierte Tonaltäre und Feuerstellen als Ausdruck der interkulturellen Kontakte in der Eisenzeit Europas

des Forschers der griechischen Altäre, C. Yavis, eine deutliche Bestätigung. Er hat nachgewiesen, daß in der Griechenwelt im 12—9. Jahrhundert v. Chr. eine völlige Änderung im Charakter der Altäre und der Opferbräuche stattfindet. Die Hauptbe­deutung kommt nun dem Brandopfer zu, das in der ägäischen Welt völlig unbekannt war, und gleichzeitig ändert sich auch die Altarapparatur (YAVIS 1949, 87-91). Selbstverständlich hängen diese Erscheinungen eng miteinander zusammen. Dies aber steht im deutlichen Widerspruch zur Möglichkeit, die Genese jener Befunde aus der ägäisch-minoischen Welt abzuleiten. Die erstaunliche Ähnlichkeit der zuerst im 6. Jahrhundert v. Chr. in weit vonein­ander entfernten Gebieten - in der Ukraine und in Jugoslawien - auftretenden Altäre sowie der Altäre des 4. Jahrhunderts v. Chr. v.a. bezüglich ihrer Form, in geringen Maße aber auch ihrer Ornamentik, zeugt meiner Meinung nach davon, daß sich diese Befunde auf gleichzeitige Prototypen stützten, die für diese Epoche aus der hellenischen Welt herleiten. Davon zeugt offensichtlich sowohl das Vorhandensein der griechischen Motive in der Ornamentik, als auch ein so selbstverständliches Element wie die griechischen Buchstaben. Eine solche Genese wird durch das Vorkommen der Altäre im griechischen Emporium Pisthirios in Mittelbulgarien bestätigt. Aus den vorstehenden Erwägungen geht deutlich hervor, daß sich dieses Phänomen unabhängig in verschiedenen Regionen Europas, in der Kontaktzone zwischen dem Barbaricum und den Hellenen, herausgebildet hat. Der erste Horizont dieser Erscheinung geht also auf das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, als solche Altäre unabhängig voneinander in der Ukraine und in Jugoslawien erscheinen und erstaunliche Ähnlichkeit in der Ornamentierung aufweisen. Der zweite Horizont ihres Vorkommens ist das 4. Jahrhundert v. Chr., als sie in Süd­frankreich, Bulgarien und sicherlich auch in Rumänien auftauchen, wo sie sich deutlich von den Altären des 6. Jahrhunderts v. Chr. unterscheiden und im ganzen Gebiet ihres Vorkommens v.a. in der Form, aber auch in der Ornamentik und im Auftreten der Feuerbockfiguren deutliche Ähnlichkeit aufweisen. Vorstehend habe ich versucht, eine sehr interessante Kulturerscheinung darzu­stellen, die ein Element des religiösen Kults war, sich in der vorrömischen Eisenzeit über eine längere Periode in den weiten Gebieten Europas entwickelte und in dieser Zeit eine deutliche Evolution erfuhr. Die Altäre, die man auf die hellenische Kultur zurückfuhren kann - sie stellen also ein Element der Einwirkung aus der mediterranen Welt dar -, erscheinen bei den zahlreichen, mit den Griechen benachbarten Völkern. Besonders interessant sind für uns die Kultaltäre der Thraker, die zuerst durch Vermittlung der Geto-Daker und später der germanischen Bastarnen auf dem Territorium Polens erscheinen und in ihrer letzten Entwicklungsphase bis nach Dänemark und Deutschland gelangen.

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