Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)
Mihály Kőhegyi - Gabriella Vörös: Bestattungsbräuche in dem sarmatischen Gräberfeld von Madaras
Bestattungsbräuche in dem sarmatischen Gräberfeld von Madaras Mihály Kőhegyi - Gabriella Vörös Bereits im Jahre 1868 hat Flóris Rómer, der Begründer der archäologischen Forschung in Ungarn, Ausgrabungen in Vaskút vorgenommen. Wahrscheinlich haben diese Untersuchungen dazu beigetragen, daß die im südlichen Donau-Theiß-Becken tätige Historische Gesellschaft des Komitats Bács-Bodrog der Erforschung der im Komitat befindlichen Grabhügel besondere Aufmerksamkeit widmete. Die Arbeit der Archäologen in der Gesellschaft wurde von zahlreichen Intellektuellen und Großgrundbesitzern unterstützt. Im Jahre 1902 wies Paul Latinovics, ein alter Grundbesitzer von Madaras im Bezirk Göböly, die Fachleute auf mehrere Dutzend Hügel hin, die sich auf seiner Weide befanden. Das ursprünglich aus 72 Hügeln bestehende Ensemble kann sich nur deswegen in verhältnismäßig gutem Zustand erhalten haben, weil das weite Überschwemmungsgebiet des Kígyós-Baches und die kaum einen Meter herausragende Erhöhung seit Menschengedenken als Weide genutzt worden waren. Bei den Ausgrabungen, die Lajos Roediger, Archäologe des Museums von Zombor, daraufhin vornahm, wurden sechs Hügel freigelegt. Sie waren allerdings ausgeraubt und konnten anhand der wenigen zurückgelassenen Funde nicht datiert werden. Nach fünfzigjähriger Pause, 1952, legte Elemér Zalotay drei Hügel frei (Tumuli XVIII-XX). Er spricht bereits eindeutig von sarmatischen Bestattungen. Inzwischen war die dreibändige Monographie von Mihály Párducz (ZALOTAY 24; PÁRDUCZ 1941; PÁRDUCZ 1944; PÁRDUCZ 1950) erschienen, die alle bis dahin entdeckten sarmatischen Funde angibt, so daß das neu gefundene Material leicht zu identifizieren war. Auf dem Qelände waren zu dieser Zeit insgesamt 58 Tumuli zu sehen, 28 in der nördlichen Gruppe, in der südlichen 30. An dieser Ausgrabung nahm, als Schüler einer Mittelschule, auch einer der Vortragenden teil, ein glücklicher Umstand, der später bei der Identifizierung der Hügel sehr hilfreich war. Im Jahre 1963 begannen wir die Arbeit mit der Absicht, alle Hügel auszugraben. Die Arbeit wurde im Herbst 1974 beendet. Wir haben also die Freilegung des Friedhofs, mit kürzeren und längeren Unterbrechungen, im Laufe von elf Jahren zu Ende gebracht. Die Dauerweide war Ende der 1940er Jahre zu Ackerland umgenutzt worden. Es ist als ein glücklicher Zufall zu betrachten, daß die Landwirte das Areal dabei mit Klee eingesät haben. So blieb die Vegetation trotz sommerlicher Hitze und Trockenheit auch an solchen Stellen frisch und grün, die sich infolge intensiver Beackerung nur noch schwach oder gar nicht mehr von der Umgebung abhoben. In archäologischen Schnitten erwies sich, daß sich auch unter vollständig abgetragenen Hügeln Gräber verbargen, und sogar zwischen den Hügeln lagen Gräber. Danach haben wir das gesamte Areal mit dem damals üblichen System von Suchgräben systematisch freigelegt. Die Ausdehnung des untersuchten Geländes beträgt in einem unregelmäßigen Viereck 420 mal 510 m, also 214.200 m 2 . In Wirklichkeit waren nur 145.100 m 2 zu untersuchen, da der Friedhof von Moorflächen umgeben ist. Unter den dabei freigelegten 600