A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 49. (Nyíregyháza, 2007)
Néprajz - Varga János: Gemeinschaftsprinzip und Dokumentieren. Der Volkspoet Menyhért Baráth von Jánd
Varga János PLÉH 2003. Pléh Csaba: A természet és a lélek. Osiris, Budapest 2003. PLÉH-CSÁNYI-BERECZKI 2001. Lélek és evolúció. Az evolúciós szemlélet és a pszichológia. Szerk. Pléh Csaba - Csányi Vilmos - Bereczki Tamás. Osiris, Budapest 2001. UJVÁRY 1960. Ujváry Zoltán: Népi kéziratos verseskönyveink. [Handschriftliche Volksliederbücher und Gedichtsammlungen.] Műveltség és Hagyomány I—II. 1960. 111-146. VARGA János Beregi Múzeum Vásárosnamény H-^800, Pf. 37. e-mail: microcog@citromail.hu Gemeinschaftsprinzip und Dokumentieren Der Volkspoet Menyhért Baráth von Jánd Eine Untersuchung der Volkspoeten und ihrer Werke kann vom Gesichtspunkt mehrerer Disziplinen wichtig sein. Die handschriftlichen Textdenkmäler können sowohl der Ethnographie, der Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Literaturwissenschaft als auch der Psychologie als Feld für Forschungen dienen. Unter Verwendung der Handschriften eines Volkspoeten aus Jánd bzw. anhand eines konkreten Verses von ihm untersuche ich die für den Typ charakteristischen inhaltlichen und Formmerkmale. Die Motivationen der Erschaffung des Werkes versuche ich unter dem Aspekt der kognitiven Wissenschaft zu interpretieren. Volkspoeten sind geschulte Leute von einfacher Herkunft, die ihre Verse für eine kleinere Gemeinschaft schreiben. Sie sind keinesfalls professionelle Autoren, sondern befassen sich neben ihrer täglichen Arbeit mit der Verskunst. Je nach ihrer Sachkenntnis bzw. Begabung nennt die Fachliteratur sie denn auch Amateure oder aber Dilettanten. Zur ersten Gruppe des bäuerlichen Schrifttums gehören die durch Kopieren enstandenen Handschriften, zur zweiten die selbständig formulierten Werke. Ein fachliterarischer Überblick zeigt, dass man die Mehrzahl der Werke von Volkspoeten als arm an dichterischen Mitteln bezeichnen kann: da sie mündlich vorgetragen werden und die Melodie fehlt, ist die Form der schriftlich niedergelegten Verse ziemlich unvollkommen. Ihr Rhythmus holpert, die Anzahl der Silben wird unregelmäßig, die Reime verschlechtern sich. Die Gedichte zeigen den Einfluss von Klassikern (z.B. Petőfi), Volksliedern, ungarischem Liedgut und Kampfliedern. Die sog. mitteilenden Verse wählen das Absonderliche, die Schrecken bzw. eine vom dörflichen Alltag abweichende Welt zum Thema. So verhält es sich auch mit den Kriegs-Chroniken, in denen der Chronist bzw. Erzähler durch ausführliche Schilderungen des Kriegsschauplatzes oder der Gefangenschaft das von ihm erlebte Fremdheitsgefühl mit der heimischen Gemeinschaft teilen möchte. Das Extreme des Krieges wirkt im Kreis der Volkspoeten wie ein Indikator: der innere Ansporn wird über das Versdichten zur textlichen Tat. Eines der wichtigsten Momente des Verfassens und Niederschreibens von Kriegs-Chroniken in Versform ist die Gedächtnismotivierung. Für den Autor fungieren die Verse als äußerliches Erinnerungsarchiv. Das Schreiben unterliegt dem Gemeinschaftsprinzip: durch die Geste des 322