A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 11. - 1968 (Nyíregyháza, 1969)

Csiszár Árpád: Böser Blick und der Bezauberung

BÖSER BLICK UND BEZAUBERUNG Als Ursache der Erkrankung der kleinen Kinder und kleinen Tiere hält der Volksglaube den bösen Blick und die Bezauberung. Einen schädigenden Blick haben manche schon von der Geburt an. Wenn jemand, der den „bösen Blick" hat, auf ein kleines Kind schaut, wird es weinerlich, die kleinen Tiere kommen oft durch so einen Blick um. Das Volk hält diejenigen, die einen schädlichen Blick haben in Evidenz, vor so einem Menschen versucht man die kleinen Kinder und Tiere zu verbergen. Sie schützen sich gegen solche Leute auch so, dass man aufs Gelenk des kleinen Kindes oder auf den Hals des kleinen Tieres eine rote Masche bindet. Wenn man nicht weiß, weshalb das Kind weint, versucht man es durch Wachs oder Bleigießen zu erfahren. Man gießt das aufgelöste Wachs oder Blei durch ein Sieb in einen mit Wasser gefüllten und auf die Brust des kindes gelegten Teller, und aus der so entstandenen Form des Wachses oder Bleies versuchen sie die Ursache des Weinens festzustellen. Wenn sie feststellen, wessen Blick geschadet hat, bitten sie ihn (oder sie) um Haare, man legt sie auf die Glut und mit deren Rauch räuchert man das Kind. Zum Räuchern verwendet man auch Besenhalm, Bindfaden der Unter­hose und Splitter einer Türschwelle oder eines Türpfostens. Von je einem verwendet man manchmal drei, manchmal 9 Stück. Die Erkrankung durch den bösen Blick stellt man auch mit Hilfe des Kohlenwassers fest. Auch diesmal schneidet man von dem Türpfosten oder der Türschwelle 9 Stückchen herunter, diese brennt man an, man wirft sie nach einander —- wobei man je einen Namen ruft — in ein Glas Wasser. Bei wessem erwähnten Namen das eingeworfene Kohlenstück versinkt, dessen Blick schadete. Auch das Kohlenwasser verwendet man zum Heilen. Dem durch bösen Blick erkrankten Kinde tröpfelt man mit dem Ringfinger der linken Hand drei Tropfen in den Mund, manchmal schmiert man ihm auch den Mund, Hände, Füße und den Bauch mit Kohlenwasser ein. Die Bezauberung, die Behexung verursachen die die bösen Praktiken kennen­den manchmal absichtlich, manchmal nur unbedacht, durch Loben (,megkiabálás') des kleinen Kindes oder Tieres. Man darf nicht sagen ,,ach, wie schön!" Zum kleinen oder zum Tierchen soll man lieber sagen, daß es häßlich ist. Die Besucher spucken sie auch meistens ab. Die Bezauberung heilt, löst man auch mit Zahlenzauberei auf, in diesem Fall zählt man nach rückwärts, also : auch nicht neun, auch nicht acht . .. u.s.w. Das erkrankte Kind heilen manchmal die in den okkulten Wissenschaften bewanderten „Gelehrten" (,tudósok') mit Besprechung. Böser Blick und Bezauberei stiften meistens ähnliches Unheil, aber die verschie­dene Erklärung des Unheiles weist entweder auf ein anderes Ethnikum oder auf ein anderes Zeitalter hin. Das Heilen mit Räuchern und das Heilen mit Kohlen­wasser unterscheiden sich nur in der Form, beide geschehen mit den selben Mitteln (Haar, Türpfosten, u.s.w.). Á. CSISZÁR 180

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