Horváth János: Kunffy Lajos - A somogytúri Kunffy Emlékmúzeum katalógusa (Kaposvár, 2005)
Béla Iványi Grünwald kam in den 1920-er Jahren mehrmals aus seinem Sommerhaus in Balatonlelle nach Somogytúr wegen des Malens der Zigeuner modeile. Das Malen der Landschaftsmotiven zog István Bosznay, Caesar Kunwald, Aladár Edvi Illés, Lajos Szlányi und István Z. Soós hierher. Die über sie gemalten Bilder von Kunffy sind in dem Gästezimmer zu sehen. Das Atelier Das geräumige Atelier mit hohem Luftraum wurde nach Planung von Kunffy 1909 gebaut. Es stellt den Besuchern das Gesamtbild der Kunst von Kunffy zur Schau. Hier zeichnet sich ein riesengroßer geistlicher Bogen ab, der künstlerische und zeitliche Sehweisen in Reihe und Glied aufstellt, fast hundert Jahren in dem ungarischen Kunstleben durch das Millenium mit seiner akademischen Mentalität, den plein air Naturalismus, die Sezession, den Impressionismus, die realistischen Traditionen ganz bis zum Sozreal der 1960-er Jahren. Hierzu sind die Beispiele der konkreten Werke von Akademismus „ Jermias Prophet" (1895) und „Job" (1896. Der plein air Naturalismus ist bei dem Bild „Kinderbeerdigung in Somogytúr" (1907), die Sezession auf den über der jungen Frau Kunffy gemalten Bildern, der Impressionismus auf den während Reisen gemachte Zeichnungen, Skizzen , der Realismus ist im Triptichon „Die landwirtschaftliche Arbeiterfamilie" und auf Erntebilder zu sehen. Aus der Pariser Mondänwelt ausgeblickt folgt der Künstlerder Gewohnheiten der Zeitgenossen, studiert mit malerischem Zielbewustsein die Volkstracht der Bauer, ihre Lebensweise und mit besonderer Hingabe die uralte Fantasie treibende Vitalität der Zigeuner. Hier sind die zahlreichen Kunffy Bilder mit Zigeunerthemen, die nicht die außenstehenden Verhältnisse, sondern die des toleranten Menschen verkörpern. „Eine ganze Zigeunersiedlung war bei mir, gewöhnlich 4-5 Familien, da sie ja viele Kinder hatten, so habe ich immer 30-40 Modelle gehabt. Wenn die Arbeiten der Wirtschaft erlaubt hatten, verbrachte ich meine ganze Freizeit unter ihnen und konnte so alle ihre Lebenserscheinungen beobachten. Diese Arbeit kostete mir auch Opfer, da sie alle meine Pappenbäume haben wollten, um davon Trog zu machen. Diese Bäume tun mir sehr leid, das schwere Problem löste ich so, dass ich ihnen nur jeden zweiten Baum gegeben habe, so konnte ich noch lange die Schönheit dieser ungarischen Zypresse genießen. " - schreibt Kunffy in seinen Erinnerungen. Das Hauptwerk des Ateliers ist das Bild „Kinderbeerdigung in Somogytúr". Was sagt darüber der Künstler? „Als ich das erste Jahr in Somogytúr verbrachte, habe ich dieses traurige Ereignis gesehen, als sich die verzweifelte Mutter auf den Sarg ihres Kleinkindes beugt und der Pfarrer und der Kantor machen ihre kirchliche Aufgaben.Da war eine echte Sommerhitze, so dass der Kantor einen Sonnenschirm über den Pfarrer gehalten hat. Vier Mädchen, die ihre Sontagskleider anhatten, standen um den Sarg, den sie dann selbst in den Friedhof getragen haben. Außer sie waren kaum Leute da, da es die höchste Arbeitszeit, die Ernte war, man hatte keine Zeit herzukommen. Die Szene war einfach malerisch, aber ich hatte für diese Zeit andere Arbeiten wie das Portret des geistlichen Hernn 89