Horváth János: Kunffy Lajos - A somogytúri Kunffy Emlékmúzeum katalógusa (Kaposvár, 2005)

^-7^^> Szászy und die Zigeunerbilder, so verschieb ich das Bemalen des Bildes auf den Sommer 1906. Erst hatte ich nur eine Skizze, damit die Szene gut in meinen Gedanken bleibt und das TJiema immer reifer wurde. Da hatte ich in Somogytúr kein Atelier, ich malte damals unter einem großen Sonnendach. Auch unser damaliger Pfairer, der nette József Koller, kam bereitwillig, und wollte Modell sitzen. Während der Schöpfung des Bildes kam zu mir auch mein Freund Rippl-Rónai und ermunterte mich , dass ich das Bild á la prima malen soll, also was ich da angefangen habe, soll ich vollfertig machen, nie nochmal dazu zu greifen. Obwohld die Figuren lebensgroß sind, ging das Malen ganz gut, das Bild ist 4 Meter breit und 250 cm hoch. Das Bild wirkte ganz farbenfroh, die Farben behielten ihre ganze Frische. Das „prima" Malen ermöglichte auch die Situation, dass ich über alle Teile des Bildes Skizzen gemacht habe. Eine ganze Menge von Skissen war in Zeichnung-, in Öl- und Pastellform. Im Herbst brachte ich das große Bild aufgerollt nach Paris. Hier habe ich es in erster Reihe Meistern gezeigt, die davon ganz überrascht waren.Das Bild hatte einen starken lokalen Charakter, der mit der Zeit, wie die Volkstracht nicht verschwunden war, obwohl der Balaton in der Nähe war, hierher kamen Frauen aus der Hauptstadt, hierher brachten die Dorffrauen ihre Produkte aus der Hauswirtschaft, um sie zu verkaufen. Lucien Simont interessierte sich sehr für mein Bild, da er viel das Volk auf Breton in seiner eigenartigen Volstracht gemalt hat. Er machte auch die Bemerkung dazu, „Lassen Sie mein Freund in ihr Dorf keinen fremden Maler hinein. " Seines Wortes habe ich aber nicht beherzigt, da ich meine Kollegen immer nach Somogytúr einlud. Aman Jean, der eben da in mein Atelier kam, als ich gerade nach Hause ging, zu Mittag essen, ging auf die Ermunterung der Frau des Hausmeisters doch in mein Atelier hinein, und schrieb mir einen schönen Gratulationsbrief unter der Wirkung des Bildes. Er war übrigens ein sehr geschickter Schriftsteller. Mit Vergnügung las ich sein gründliches, lustiges von Velasquez geschriebenes Werk, das typisch ein Schreiben eines Malers war. Dieses Buch verschenkte ich meinem Kollegen Aurél Bernáth, der heute der bester Maler-Schriftsteller unter uns ist. Zu der Besichtigung meines großen Bildes, bevor ich es in den Salon geschickt habe, lud ich unseren breiten Freunde- und Bekanntenkreis ein, aber auch unser Botschafter Khvenhüller-Metsch und die leitenden Räter der Botschaft Graf Nemes und Graf Hadik waren angewesen. Bei der Empfang waren auch meine Frau und unser Sohn da. Meine Frau hat ihm schon früher beigebracht, wie er sich vor den Gästen verbeugen muss. Das hat er bei dem Abgang des Botschafters fast vergessen, er lief nach ihm, faste sein Redingot von hinten an, damit er nicht ohne sein Beugen abgeht. Auchfrau Munkácsy war da, die schon von ihrem Besitz in Kolpach zurückgekehrt war und mietete in der rue Jeoffroy eine Wohnung. Unter Wirkung meines Bildes machte mir das Angebot, dass ich das Atelier von Munkácsy mieten sollte. Wenn ich vom Ehrgeiz besessen gewesen wäre, hätte ich das vielleicht gemacht, aber ich hasste allerlei Überheblichkeiten, interessierte mich das Angebot nicht. Im Salon bekam das Bild seinen Platz. Sie hing in der Galerie des ersten Stockes, in der Mitte des Hauptwandes. Man konnte es in guter Beleuchtung von Weitem sehen. Da die Figuren lebensgroß waren, konnte der Betrachter zwischen den französischen Gemälden das Gefühl haben, als ob er in einer anderen Welt wäre, auf dem Hof eines ungarischen Bauernhauses. Die Reproduktion des Bildes stand im Katalog. Viele hochgeschätzte Artikel erschienen über das Bild, die leider verloren gegangen sind, ich habe nur einen in meiner Schublade gefunden, der aus dem Londoner Illustrierten The Graphic stammt und den der 90

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